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	<title>BoyWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Rind-Kontroverse_(politisch)&amp;diff=1358</id>
		<title>Rind-Kontroverse (politisch)</title>
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		<updated>2009-06-25T17:14:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im Jahre 1998 erschien eine [[Rind-Studie|Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs]], der Titel dieser Studie lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Rind, Ph.D., Robert Bauserman, Ph.D. &amp;amp; Philip Tromovitch, Ph.D. (cand.), A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, veröffentlicht in Psychological Bulletin. 124(1), 22-53. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ipce.info/library_3/rbt/metaana.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Studie zog eine breite [[Rind-Kontroverse (wissenschaftlich)|wissenschaftliche]] und öffentliche Debatte nach sich.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Metastudie_Rind,_Bauserman,_Tromovitch&amp;diff=1357</id>
		<title>Metastudie Rind, Bauserman, Tromovitch</title>
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		<updated>2009-06-25T17:12:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel fasst die von [[Bruce Rind]], [[Robert Bauserman]] und [[Philip Tromovich]] veröffentlichte  Abhandlung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, &#039;&#039;Psychological Bulletin&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;124&#039;&#039;&#039;(1), 22-53 (August 1998) &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ipce.info/library_3/rbt/metaana.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; zusammen, die  zu einer breiten [[Rind-Kontroverse (wissenschaftlich)|wissenschaftlichen]] und [[Rind-Kontroverse (politisch)|öffentlichen]] Debatte führte und in gewisser Weise in ihrer »Verurteilung« durch das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gipfelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zitate in unserer Übersetzung stammen, sofern nicht anders angegeben, aus dieser Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenfassung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine bei Laien wie Fachleuten gleichermaßen verbreitete Überzeugung, dass der [[sexueller Missbrauch von Kindern|sexuelle Missbrauch von Kindern]] (engl. Child Sexual Abuse, im folgenden abgekürzt als CSA) unabhängig vom Geschlecht bei jedem Betroffenen schwere Schäden verursache. Die Autoren untersuchten diese Annahme anhand von 59 Arbeiten, die auf Stichproben von College-Studenten beruhten. Studenten mit CSA erwiesen sich in der Metaanalyse als etwas weniger ausgeglichen als die Kontrollgruppe (Studenten ohne CSA). Dies ließ sich jedoch nicht auf den sexuellen Missbrauch zurückführen, da CSA mit einem gestörten familialen Umfeld vermengt war, dieses einen erheblich größeren Teil der Varianz erklärte, und schließlich dieser Zusammenhang nichtsignifikant wurde, wenn man das familiale Umfeld als Störgröße einführte. Nach eigenen Angaben waren negative Empfindungen und Nachwirkungen als Folge von CSA weder zwingend noch intensiv. Männer nannten deutlich weniger negative Konsequenzen als Frauen. Die Ergebnisse aus den Collegestichproben waren vergleichbar mit denen aus der Gesamtbevölkerung. Weitverbreitete Überzeugungen hinsichtlich der Konsequenzen von CSA bestätigten sich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Metastudie_Rind,_Bauserman,_Tromovitch&amp;diff=606</id>
		<title>Metastudie Rind, Bauserman, Tromovitch</title>
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		<updated>2009-02-06T14:07:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Verlinkt und Quellen-Stubs&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im Jahre 1998 erschien eine Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Titel dieser Studie lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Rind, Ph.D., Robert Bauserman, Ph.D. &amp;amp; Philip Tromovitch, Ph.D. (cand.), A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, veröffentlicht in Psychological Bulletin. 124(1), 22-53. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ipce.info/library_3/rbt/metaana.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Studie zog eine breite [[Rind-Kontroverse (wissenschaftlich)|wissenschaftliche]] und [[Rind-Kontroverse (politisch)|öffentliche]] Debatte nach sich, die bis zu ihrer Verurteilung im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstract der Studie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Viele Laien und Fachleute glauben, dass Kindesmissbrauch intensiven Schaden, unabhängig vom Geschlecht und verbreitet in der allgemeinen Bevölkerung, verursacht. Die Autoren untersuchten diese Annahme durch die Analyse von 59 Studien, die auf College-Stichproben beruhten. Die Metaanalyse zeigte, dass missbrauchte Studenten durchschnittlich etwas mehr psychische Probleme aufwiesen als die Kontrollgruppe. Jedoch konnte dieser Zusammenhang nicht auf den Kindesmissbrauch zurückgeführt werden, da das familiäre Umfeld eng mit dem Kindesmissbrauch verknüpft war, das letztere beträchtlich mehr Varianz der psychischen Symptomatik erklärte und die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Schwierigkeiten bei statistischer Kontrolle des familiären Umfelds nichtsignifikant wurde. Selbstberichtete Reaktionen auf Kindesmissbrauch zeigten, dass negative Effekte weder allgemein verbreitet noch intensiv waren, und dass Männer viel weniger negativ auf Kindesmissbrauch reagierten als Frauen. Die Daten der College-Stichproben waren konsistent mit nationalen Erhebungen. Grundlegende Glaubensmuster der allgemeinen Bevölkerung über Kindesmissbrauch konnten nicht unterstützt werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Qualitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Medien wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass sexueller Kindesmissbrauch (engl. Child Sexual Abuse, im folgenden abgekürzt als CSA) zu negativen Effekten der psychischen Anpassungsfähigkeit führt. Seligman (1994)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; beschreibt den sexuellen Kindesmissbrauch als &amp;quot;Vernichter der erwachsenen seelischen Gesundheit&amp;quot;, viele psychopathologischen Erscheinungen des Erwachsenenlebens wurden damit in Verbindung gebracht, vor allem das posttraumatic stress disorder sei eine solche Folgeerscheinung. 4 Vorwürfe werden vor allem erhoben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kindesmissbrauch verursacht Schäden (Kausalität)&lt;br /&gt;
* diese Schäden durchdringen die gesamte Persönlichkeit eines Missbrauchsopfers (Effektivität)&lt;br /&gt;
* diese Schäden sind intensiv (Intensität)&lt;br /&gt;
* und bei Mädchen und Jungen gleichermaßen verteilt (Geschlechtsneutralität).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des Kindesmissbrauchs ist allerdings problematisch, da er zwei Elemente miteinander vermengt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Missbrauch als Verletzung, der durch die sexuelle Aktivität selbst hervorgerufen wird&lt;br /&gt;
* Missbrauch als Verletzung einer sozialen Norm bzw eines Gesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird Kindesmissbrauch unterschiedslos als Bezeichnung etwa einer Vergewaltigung eines 5jährigen Mädchens durch ihren Vater und einer einvernehmlichen sexuellen Beziehung zwischen einem 15jährigen Jungen und einem Erwachsenen verwendet, wobei nur das erste Beispiel wirklichen Schaden verursacht. Trotz dieser terminologischen Schwächen wurde der Begriff „Kindesmissbrauch“ in dieser Studie beibehalten, weil er auch in den betrachteten Studien verwendet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexueller Kindesmissbrauch wird von Rind et. al 1998 definiert&lt;br /&gt;
„als sexuelle Interaktion, die entweder physischen oder keinen Kontakt impliziert (zB Exhibitionismus) zwischen einem Kind / Jugendlichen und jemandem bedeutend Älteren, oder zwischen Gleichaltrigen, die Kinder oder Jugendliche sind, sofern Zwang im Spiel ist.“ (p23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Studien ordnen dem CSA eine direkte kausale Bedeutung für psychische Probleme im Erwachsenenleben zu, allerdings argumentieren sie ins Blaue hinein und berücksichtigen Drittvariablen wie den familiären Hintergrund nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Effektivität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Effektivität (bzw Verbreitung) soll die Annahme verstanden werden, dass CSA auf die meisten Beteiligten Auswirkungen hat, d.h. universell wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Studien zeigen unterschiedliche Wirkungen von CSA. Constantine (1981)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Beitchman et al (1991)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; sprechen sogar davon, dass es keine konsistente Menge von Reaktionsmustern auf Kindesmissbrauch gibt und dass die negativen Effekte, die in manchen Studien auftauchen, darauf beruhen, dass sie aus klinischem Material gewonnen wurden (d.h. bei ambulanten oder stationären Patienten), dort aber ausschließlich Leute mit psychischen Problemen behandelt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es gibt allerdings eine Reihe von Forschern, die negative Wirkungen von CSA behaupten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# sie vermuten Korrelationen zwischen CSA und verschiedenen psychischen Symptomen&lt;br /&gt;
# fehlen diese negativen psychische Symptome bei Opfern von Kindesmissbrauch, so vermuten sie, dass diese erst noch ausbrechen. Sie folgern daraus, dass negative Symptome immer ausbrechen müssen, auch wenn sie nicht beobachtet werden.&lt;br /&gt;
# sie weisen nicht auf die Begrenztheit klinischer Studien hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Intensität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Studien, die nahezu keine psychischen Unterschiede zwischen Menschen mit CSA-Erfahrung und ohne feststellen, andere sehen keine negativen Effekte in nicht-klinischen Populationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsverteilung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Studien wurde festgestellt, dass Mädchen eher negativ reagieren als Jungen, die wiederum neutrale oder positive Einstellungen zu ihrem sexuellen Missbrauch äußern. Andere Studien sprechen von gleichen Wirkungen bei beiden Geschlechtern und nennen die These, dass Jungen weniger stark beeinträchtigt sind, einen Mythos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zusammenfassung der qualitativen Analyse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich auch eine statistische Verzerrung der vorliegenden Samples:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* qualitative Literaturüberblicke basierten bislang meist auf klinischen oder kriminologischen Studien, die jedoch für die Gesamtheit der Menschen mit einer Kindesmissbrauch-Erfahrung nicht repräsentativ sind&lt;br /&gt;
* In einer Studie von Okami (1991)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt;, in der verschiedene Populationen (klinische und nicht-klinische) betrachtet wurden, konnte gezeigt werden, dass diejenigen Personen, die negativ auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung reagierten, vor allem dann auch psychische Verhaltensauffälligkeiten aufwiesen, sofern sie auch in klinischer Behandlung waren. Dieses Ergebnis führt im Endeffekt zu sehr starken statistischen Verzerrungen, sobald nur klinische Studien herangezogen werden.&lt;br /&gt;
* Klinische Patienten suchen nach Ursachen, die ihre seelischen Probleme erklären können, und attribuieren sie mit Vorliebe auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung, darin werden sie unterstützt von Therapeuten, die ebenfalls im Kindesmissbrauch die Ursache seelischen Leids sehen und dadurch ihre Erwartungen an die Patienten weitergeben.&lt;br /&gt;
* Eine qualitative Metaanalyse ist sehr anfällig für subjektive Wertungen und daher mit Vorsicht zu genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quantitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Studie von Jumper (1995)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
26 veröffentlichte Studien mit 30 Stichproben wurden untersucht. Es wurden einzelne psychische Symptome in ihrer Beziehung auf den Kindesmissbrauch getestet und ein Pearsonscher Korrelationskoeffizient r von .27 gefunden. Dieser Wert war bei kommunalen und klinischen Studien ähnlich, bei Studentensamples jedoch nichtsignifikant (r=.09). Zwischen Selbstwertgefühl und Kindesmissbrauch ergab sich bei klinischen und kommunalen Stichproben ein r=.34, bei Studenten jedoch -.02; ersterer signifikant, letzterer nichtsignifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Studie von Neumann et al (1996)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
38 Studien wurden herangezogen mit ausschließlich weiblicher Population, zur Hälfte klinische Stichproben. Sie maßen eine Effektgröße (Cohen&#039;s d) von d=.37; nimmt man Pearson&#039;s r, ergab sich r=.14 - ein kleinerer Effekt als in der Studie von Jumper. Bei den klinischen Studien ergab sich r=.19, bei den nichtklinischen r=.12. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Studie von Rind und Tromovitch (1997)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
Es wurden 7 männliche und 7 weibliche landesweite Zufallsstichproben verschiedener westlicher Länder verglichen. Der Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und Verhaltensparameter war bei Männern r=.07 und bei Frauen r.=10; dagegen ergaben sich weitaus stärkere Zusammenhänge zu subjektiven Effekten des Kindesmissbrauchs nach Selbsteinschätzung. Verschiedene Dritt-Variablen wie emotionale Vernachlässigung oder körperlicher Missbrauch wurden hierbei jedoch nicht kontrolliert, was eine Interpretation erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundauszählungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der vorliegenden Metaanalyse wurden College-Stichproben verwendet, da sie die meisten nichtklinischen Daten zur Verfügung stellen, außerdem Daten über Drittvariablen liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag Kritik an College-Stichproben geben:&lt;br /&gt;
Die Befragten sind zu jung, um Symptome zu entwickeln, und die Befragten haben mehr Möglichkeiten, mit Symptomen fertig zu werden (weil akademisch gebildet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch: &lt;br /&gt;
* Nach Neumann et al (1996)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; unterschieden sich Ältere und Jüngere nicht, was Kindesmissbrauch betrifft.&lt;br /&gt;
* Effektstärken von College-Samples waren gleich denen der Landes-Population.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Datenmaterial===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einbezogenen Studien sollten zwischen 1965-1995 durchgeführt worden sein. Weitere Kriterien: Es mussten Collegedaten enthalten sein mit CSA-Erfahrung und mit Kontrollgruppen ohne CSA-Erfahrung. Es mussten Daten vorliegen zu den verschiedenen Symptomgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methodik: Um Effektgrößen vergleichbar zu machen, wurden verschiedene Messverfahren (zB Depressionsskala) mittels Fisher&#039;s Z transformiert. Die Effektstärke wurde auf jedes einzelne Symptom berechnet, außerdem noch für jede Studie einzeln. Dann wurde einmal eine durchschnittliche Effektstärke über eine Stichprobe berechnet, zum zweiten eine Metaanalyse über die verschiedensten Stichproben zu einem Symptom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt erfüllten 59 Studien die Kriterien, darunter 23 unveröffentlichte, mit insgesamt 70 unabhängigen Stichproben; damit konnte man 214 symptombezogene Effektstärken gewinnen. Damit standen zur Berechnung von symptonspezifischen Effektstärken 15824 Personen zur Verfügung; zur Berechnung von Intensitätsmaßen 35703 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfasst wurden folgende einzelnen psychischen Symptome, statistisch gesehen Variablen, die zum Kindesmissbrauch korreliert werden konnten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Alkoholprobleme&lt;br /&gt;
# Angst&lt;br /&gt;
# Depression&lt;br /&gt;
# Dissoziative Erfahrungen&lt;br /&gt;
# Essstörungen (Bullimie)&lt;br /&gt;
# Feindlichkeit&lt;br /&gt;
# Interpersonale Empfindlichkeit&lt;br /&gt;
# Kontrollverlust&lt;br /&gt;
# Besessenheitsvorstellungen&lt;br /&gt;
# Paranoia&lt;br /&gt;
# Phobien&lt;br /&gt;
# Psychosen&lt;br /&gt;
# Selbstachtung&lt;br /&gt;
# Sexuelle Selbstachtung&lt;br /&gt;
# Interpersonale Probleme und soziale Anpassung&lt;br /&gt;
# Somatische Beschwerden&lt;br /&gt;
# Selbstmordabsichten&lt;br /&gt;
# Allgemeines Wohlbefinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die herangezogenen Studien definieren Kindesmissbrauch sehr unterschiedlich: die meisten gingen von einer erheblichen Altersdifferenz (die meisten mehr als 5 Jahre Unterschied) aus. Dabei unterschieden nur wenige einvernehmlichen und nichteinvernehmlichen Sex (nur 20% der Studien taten das). Was das Alter betrifft, konzentrierten sich die meisten Studien auf ein Höchstalter von 16-17, nur 1/4 der Studien beschränkte sich auf ein Alter unter 14 Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei zeigte sich folgende Verteilung der Häufigkeit von Kindesmissbrauch (gemäß studienspezifischer Definition):&lt;br /&gt;
 Männliche Jugendliche 14%&lt;br /&gt;
 Weibliche Jugendliche 27%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Unterscheidung wurden 4 verschiedene Typen des Kindesmissbrauchs nach Grad der Intimität unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Geschlechtsteile herzeigen (Exhibitionismus)&lt;br /&gt;
# Fummeln (Berühren, Masturbation)&lt;br /&gt;
# Oraler Sex&lt;br /&gt;
# Geschlechtsverkehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese 4 Typen des Kindesmissbrauch verteilen sich wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
          | 1   2   3   4&lt;br /&gt;
 ---------+------------------&lt;br /&gt;
 weiblich | 32% 39%  3% 13%&lt;br /&gt;
 männlich | 22% 51% 14% 33%&lt;br /&gt;
 ---------+------------------&lt;br /&gt;
 gesamt   | 28% 42%  6% 17%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verteilung des Kindesmissbrauchs nach Verwandtschaftsnähe: engere vs weitere Verwandtschaft:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Weitere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten    (a) &lt;br /&gt;
 Weitere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten (b) &lt;br /&gt;
 Engere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten     (c) &lt;br /&gt;
 Engere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten  (b)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 %           a  b     c  d&lt;br /&gt;
 -------------------------&lt;br /&gt;
 weiblich   37 34    20 15&lt;br /&gt;
 männlich   23 13     8  4&lt;br /&gt;
 -------------------------&lt;br /&gt;
 kombiniert 35 26    16 11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalen Daten wurden dagegengehalten, um die statistische Güte der benutzten Studien einzuschätzen; es zeigt sich, dass die Studien einen leicht höheren Anteil von Kindesmissbrauch offenbarten als die nationalen Statistiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über alle Studien hinweg fand sich zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Störungen eine schwache allgemeine Effektstärke von r = .09, die jedoch signifikant von 0 verschieden war. Dieser Wert bedeutet aber auch, dass Kindesmissbrauch für weniger als 1% der Varianz der psychischen Störungen zuständig ist. Die Autoren schreiben hierzu: &amp;quot;Die geringe unverzerrte Effektstärke besagt, dass in der College-Population die Größe des Zusammenhangs zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Anpassung gering ist, was der Annahme widerspricht, dass Kindesmissbrauch typischerweise mit hohem Schaden verknüpft ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse im einzelnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Einzel-Symptom                   Effektstärke r&lt;br /&gt;
 ------------------------------------------------&lt;br /&gt;
 Alkoholprobleme                  .07&lt;br /&gt;
 Angst                            .13&lt;br /&gt;
 Depression                       .12&lt;br /&gt;
 Dissoziative Erfahrungen         .09&lt;br /&gt;
 Essstörungen (Bullimie)          .06&lt;br /&gt;
 Feindlichkeit                    .11&lt;br /&gt;
 Interpersonale Empfindlichkeit   .10&lt;br /&gt;
 Kontrollverlust                  .04&lt;br /&gt;
 Besessenheitsvorstellungen       .10&lt;br /&gt;
 Paranoia                         .11&lt;br /&gt;
 Phobien                          .12&lt;br /&gt;
 Psychosen                        .11&lt;br /&gt;
 Selbstachtung                    .04&lt;br /&gt;
 Sexuelle Anpassungsfähigkeit     .09&lt;br /&gt;
 Soziale Anpassungsfähigkeit      .07&lt;br /&gt;
 Somatische Beschwerden           .09&lt;br /&gt;
 Selbstmordabsichten              .09&lt;br /&gt;
 Allgemeines Wohlbefinden         .12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Effektstärken (außer Kotrollverlust) sind auf dem 5%-Niveau signifikant, jedoch erklärt Kindesmissbrauch kaum mehr als 1% der Varianz innerhalb eines bestimmten psychischen Verhaltensbereichs. Ein Beispiel: Etwa die Häufigkeit, dass ein Student an Paranoia leidet, wird zu 0.11^2 = 1.2% durch CSA-Erfahrungen statistisch erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einflüsse von Drittvariablen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einfluss von moderierenden Variablen wurde mittels multipler Regression auf Stichproben-Ebene berechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurden drei Moderatorvariablen herangezogen:&lt;br /&gt;
* Art des sexuellen Kontakts (mit / ohne Berührung)&lt;br /&gt;
* Grad der Einwilligung&lt;br /&gt;
* Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellten sich 3 signifikante Prädiktoren heraus (5%-signifikant):&lt;br /&gt;
# Einwilligung&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
# Interaktion von Einwilligung und Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D.h. nicht nur der Grad der Einwilligung und das Geschlecht allein beeinflussen die Stärke des Zusammenhangs von psychischer Symptomatik und Kindesmissbrauch, sondern auch ein aus Einwilligung und Geschlecht zusammengesetzter Faktor. Die Art des sexuellen Kontakts wies keinen signifikanten Einfluss auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine Kontrastanalyse durchgeführt, um die Einflüsse der einfachen Prädiktoren (= Variablen, die etwas erklären) gegenüber der Interaktion dieser Faktoren zu bestimmen. Bezüglich der einfachen Prädiktoren Geschlecht bzw. Einwilligung ergab die Kontrastanalyse keine signifikanten Unterschiede, d.h. jede einzelne Variable hat keinen moderierenden Einfluss auf die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Auffälligkeiten. In der Tat ergab sich aber ein einflussreicher Effekt in der Interaktion beider Variablen: Während bei Männern der Grad der Einwilligung einen Einfluss hatte, fehlt dieser Einfluss bei Frauen. D.h. die Interaktion bedeutet hier: die Beziehung Kindesmissbrauch - Symptomatik wird dann relativ stark, wenn die Einwilligung fehlt, aber nur bei Männern; bei Frauen (Mädchen zur Zeit des Missbrauchs) ist der Grad der Einwilligung ziemlich gleichgültig für die psychischen Folgen. Es zeigte sich überdies, dass es bei Männern erst dann signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe (kein CSA) gibt, sofern Kindesmissbrauch ohne Einwillligung der Person geschah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere zusätzliche Drittvariablen wurden untersucht, die jedoch keinen signifikanten Einfluss aufwiesen: &lt;br /&gt;
* das Studienfach der Befragten&lt;br /&gt;
* das Alter der Personen beim ersten Kontakt&lt;br /&gt;
* das Alter der Befragten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Moderatorvariable, die auf die psychische Symptomatik wirkte, war das Ausmaß von Gewalt, insbesondere beim Inzest. Jedoch wurden solche Zusammenhänge nur von wenigen Studien bereitgestellt, so dass allgemeine Aussagen innerhalb der Metastudie darüber nicht getroffen werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Selbstberichtete Bewertungen des Kindesmissbrauch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Studien stellten zu den Daten über tatsächliche psychische Folgen auch Daten über subjektive Bewertungen der Personen zur Verfügung, und zwar als Erinnerungsberichte über die unmittelbaren Reaktionen nach dem Kindesmissbrauch. Es wurden positive, neutrale und negative Bewertungen unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
           Frauen  Männer&lt;br /&gt;
 ------------------------&lt;br /&gt;
 Positiv   11%     37% &lt;br /&gt;
 Neutral   18%     29%&lt;br /&gt;
 Negativ   72%     33% &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die subjektive Bewertung unmittelbar nach der sexuellen Handlung (allerdings in der Retrospektive) zwischen Frauen und Männern differiert also erheblich: Bei Männern (Jungen) überwiegend positiv bzw neutral, bei Frauen (Mädchen) eher negativ, obwohl auch hier 28% positiv bzw neutrale Einschätzungen zu Protokoll gaben. Dieses Muster wiederholt sich bei Einschätzungen über spätere Wirkungen des Kindesmissbrauchs, d.h. die subjektive Einschätzung der Situation, wie sie objektiv durch die verschiedenen Skalen getestet worden war. Hier gab es Berichte über &amp;quot;Stress im Leben&amp;quot;, &amp;quot;sich in Schwierigkeiten befinden&amp;quot;, &amp;quot;sich von den Schäden des emotionalen Entwicklung erholen&amp;quot;. Männer sahen nahezu keine negativen Effekte auf ihr Sexualleben (je nach Studie zwischen 0.4%-16% bei 8% mittlerer Wert), Frauen bewerteten diese Effekte dagegen etwas stärker (2.2%-24% bei 13% mittlerer Wert), jedoch waren auch bei ihnen die negativen berichteten Folgen in der Minderzahl. In einer Studie waren es 5% der Personen, die über eine starke andauernde Beeinträchtigung ihres Lebens berichteten. Angesprochen auf retrospektive temporäre Schwierigkeiten berichteten eine größere Anzahl Frauen negative Erfahrungen als in ihrer gegenwärtigen Situation (2/3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss in diesen Selbsteinschätzungen also unterscheiden zwischen&lt;br /&gt;
# Berichten, die sich auf die Situation unmittelbar nach dem Missbrauch beziehen, hier unterscheiden sich Männer und Frauen stark in der Selbsteinschätzung&lt;br /&gt;
# Berichten, die sich auf Schäden in der emotionalen Entwicklung beziehen, hier wurden nur sehr wenig negative Einschätzungen gefunden, sowohl bei Männer wie bei Frauen&lt;br /&gt;
# dann Berichten, die sich auf bleibende Schäden beziehen, auch hier findet man nur sehr wenige negative Selbsteinschätzungen&lt;br /&gt;
# und schließlich Berichten, die sich auf momentane, aber vorübergehende Schäden beziehen (hier berichten 2/3 der Frauen über Schäden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schreiben [eigene Übersetzung]: &amp;quot;Diese Daten implizieren, dass in der College-Population (a) der Kindesmissbrauch die Geschlechter unterschiedlich beeinträchtigt; (b) bleibende Schäden stechen nicht hervor; und (c) wenn negative Effekte auftreten, sind sie oft vorübergehend, was bedeutet, dass sie häufig sind, nicht aber intensiv. Diese Befunde sind inkonsistent mit der Annahme, das der Kindesmissbrauch unabhängig vom Geschlecht wirkt, und dass er intensiv ist in Hinsicht auf schädliche Effekte.&amp;quot; (p38)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede bei berichteten Reaktionen unmittelbar nach dem Kindesmissbrauch, berichteten retrospektiven Reaktionen und vermuteten längerfristigen Effekten des Kindesmissbrauch zeigten sich auch in der Metaanalyse mit Effektstärken von .31, .34 und .22; alle auf dem 5%-Niveau signifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Familiäres Umfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den familiären Hintergrund als Moderatorvariable zu erfassen, wurden in denjenigen Studien, die überhaupt Daten hierzu erfassten, folgende 6 Kategorien erstellt und deren Ausmaß gemessen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Ausmaß von nichtsexuellem Missbrauch und Vernachlässigung in der Familie&lt;br /&gt;
# Anpassungsfähigkeit&lt;br /&gt;
# Ausmaß von Konflikten in der Familie&lt;br /&gt;
# Familienstruktur&lt;br /&gt;
# Unterstützung und Einbindung&lt;br /&gt;
# Grad des Traditionalismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kategorien wiesen eine signifikante Effektstärke zum Kindesmissbrauch auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Nichtsexueller Missbrauch         .19&lt;br /&gt;
 Anpassungsfähigkeit               .13&lt;br /&gt;
 Ausmaß von Konflikten             .14&lt;br /&gt;
 Familienstruktur                  .09&lt;br /&gt;
 Unterstützung und Einbindung      .13&lt;br /&gt;
 Grad des Traditionalismus         .16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit einer mittleren Effektstärke von r=.13. Diese Daten legen nahe, dass Kindesmissbrauch und schwierige Familienverhältnisse verknüpft sind, so dass man davon ausgehen muss, dass auch Familienhintergrund und Kindesmissbrauch verknüpft sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Einfluss der familiären Situation auf die psychische Symptomatik zu erforschen, wurden alle Einzelsymptome mit den Kategorien des familiären Umfelds korreliert. Es ergaben sich Effektstärken von r=.04 bis .49; die meisten dieser Effektstärken waren höher als diejenigen zwischen Kindesmissbrauch und den psychischen Symptomen. Nimmt man die Varianzerklärung als Maß (Quadrat des Korrelationskoeffizienten), dann erklärt der familiäre Hintergrund 9 mal mehr Varianz der psychischen Symptome als der Kindesmissbrauch. Wegen der Heterogenität der Messung der familiären Situation muss diese Interpretation allerdings mit Vorsicht betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse legen den Verdacht nahe, dass das familiäre Umfeld der eigentliche Erklärungsfaktor für die psychischen Auffälligkeiten darstellt und nicht der CSA, so dass es möglich ist, dass die statistische Verknüpfung von Kindesmissbrauch und psychischen Problemen nichtsignifikant wird, sobald man diese Variablen mit einbezieht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dass eine signifikante statistische Korrelation zwischen 2 Variablen nichtsignifikant werden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# die unabhängige Variable (hier: Kindesmissbrauch) ist real oder begriffliche verknüpft mit der abhängigen (hier: die psychischen Symptome), d.h. es gibt nicht bloß eine kausale Beziehung zwischen beiden Variablen, sondern eine innerliche [zB Höhe des Einkommens – Höhe der Steuerzahlungen]&lt;br /&gt;
# die unabhängige Variable ist mit einer dritten Variable verknüpft (hier: Kindesmissbrauch mit Familiensituation)&lt;br /&gt;
# die Drittvariable ist verknüpft mit der abhängigen Variablen (hier: psychische Symptome)&lt;br /&gt;
# die Drittvariable ist mit abhängiger und unabhängiger Variablen verknüpft, so dass ihre statistische Kontrolle die ursprüngliche statistische Beziehung zunichte macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedingungen 1-3 sind offenbar erfüllt; um herauszufinden, ob auch Bedingung 4 erfüllt ist, wurden diejenigen Studien herangezogen, die eine statistische Kontrolle erlauben. Von 83 Beziehungen zwischen psychischen Symptomen und Kindesmissbrauch waren 34 (41%) ohne statistische Kontrolle signifikant, nach der statistischen Kontrolle jedoch nur noch 14 (17%). Statistische Kontrolle wurde mittels hierarchischer Regressionsanalyse bzw multivariate Kovarianzanalyse durchgeführt. Diese Reduktion wird stärker, wenn man die Effekte auf Einzelsymptome und nicht auf die Gesamtsymptomatik berechnet, denn die einzelnen Symptome darin sind eng miteinander verknüpft. Gemäß dieser Vorgabe sank der signifikante Anteil um 83% bei Kontrolle der familiären Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schreiben:&lt;br /&gt;
„Obwohl weder die Resultate der Analysen der statistischen Kontrolle, noch die Analysen der Relation Kindesmissbrauch – Familiäres Umfeld beweisen, dass der Einfluss des Kindesmissbrauchs auf die psychische Symptomatik vernachlässigbar sind, unterstützen sie nicht die Annahme, dass es eine grundlegende Eigenschaft des Kindesmissbrauchs ist, psychische Verletzungen hervorzurufen.“ (p42)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistische Validität und Reliabilität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Test-Retest-Reliabilitäten der Messung von Kindesmissbrauch bzw. familiärem Umfeld betrug bei 2-4 Wochen zwischen 90-97%. D.h. die Angaben der Personen blieben so gut wie konstant innerhalb dieses Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Validität einer Regressionsanalyse bei Variablen, die nur dichotom verteilt sind (zB CSA bestand / bestand nicht) ist fragwürdig. Allerdings kam qualitativ dasselbe Resultat heraus bei Studien, die Kindesmissbrauch sowie familiäre Missbrauchsfaktoren in mehren Intensitätsgraden erfassten (Cole 1988, Wisniewski 1990)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen und einigen anderen Validitätsmaßen (bezüglich Schiefheit der Verteilung zwischen Kindesmissbrauch und Nicht-Kindesmissbrauch, geringer Anteil etc) folgern die Autoren, dass die Messungen der Faktoren statistisch valide und reliabel sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskussion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellte sich heraus, dass im Gegensatz zu den 4 populären Vermutungen über Kindesmissbrauch, die oben vorgestellt wurden, in der Metaanalyse folgendes festgestellt werden konnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14% der männlichen und 27% der weiblichen Befragten äußerten Erfahrungen mit Kindesmissbrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Es konnte ein schwacher statistischer Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen festgestellt werden, der allerdings nur 1% Varianz erklärte. Selbst dieser schwache Zusammenhang erwies sich als nichtsignifikant, wenn man Drittvariablen in die Analyse mit einbezieht wie die familiäre Situation. Nicht nur erwies sich der Zusammenhang zwischen Familiensituation und psychischen Problemen stärker als zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Problemen, sondern der letztere statistische Zusammenhang verschwand vollständig (= wurde nichtsignifikant), sobald die familiäre Situation konstant gehalten wurde.&lt;br /&gt;
# Andauernde psychische Probleme aufgrund des Kindesmissbrauchs konnten nicht festgestellt werden, so dass Kindesmissbrauch offenbar einen sehr geringen Grad von Effektivität aufweist.&lt;br /&gt;
# Dasselbe gilt für die Intensität.&lt;br /&gt;
# Zwischen Männern und Frauen ergaben sich insbesondere bei den subjektiven Einschätzungen erhebliche Unterschiede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Befunde basieren auf Massendaten, bedeuten aber keineswegs, dass sie auch für Einzelfälle Geltung haben. Im Einzelfall mag Kindesmissbrauch tatsächlich eine starke negative Auswirkung haben; diese Vermutung widerspricht dieser Metaanalyse nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsunterschiede===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der retrospektiven Sicht empfanden Jungen den Kindesmissbrauch im Durchschnitt als angenehmer als Mädchen. Dieses Muster ist typisch bei verschiedenen sexuellen Aktivitäten von Jungen und Mädchen, zB wenn es um den ersten Geschlechtsverkehr geht, der in Berichten von Mädchen ebenfalls weitaus negativer gesehen wird als in Berichten von Jungen. Jungen erleben Kindesmissbrauch eher als Vergnügen, Abenteuer und Neugierde, während Mädchen dasselbe Ereignisse angstvoll, verwirrend und als Verlegenheit schilderten. Solche Unterschiede beruhen teilweise auf biologischen Unterschieden, aber auch auf unterschiedliche soziale Geschlechtsrollen. Den Kindesmissbrauch betreffend, gibt es allerdings auch verschiedene Formen, die bei Jungen und Mädchen typischerweise auftauchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mädchen werden häufiger innerhalb des engsten Familienkreises missbraucht (Vater, Onkel etc)&lt;br /&gt;
* sie sind beim 1. Kontakt jünger als die Jungen&lt;br /&gt;
* die Anwendung von Zwang geschieht bei Mädchen häufiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verschwinden allerdings, wenn man nur nicht-einvernehmlichen Kindesmissbrauch in Betracht zieht, während sie bei einvernehmlichem Sex prononciert auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigten sich Abhängigkeiten zwischen Kindesmissbrauch und familiärer Situation, so dass die statistische Kontrolle der Familiensituation dazu führte, eine Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen statistisch zufällig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einer solchen Begründung wurde Kritik von Briere geübt. Die Messung des familiären Umfelds kann nicht-reliabel sein, die Stichprobengröße zu klein, der kausale Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und familiärer Situation unbekannt, die Schwere des Missbrauchs unterrepräsentiert. Die Autoren argumentieren dagegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Zusammenhang zwischen familiärer Situation und psychischen Symptomen erwies sich als reliabel.&lt;br /&gt;
* Die Stichproben waren ausreichend groß.&lt;br /&gt;
* In einer Studie von Ageton (1988)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde gezeigt, dass die Familienprobleme dem Kindesmissbrauch vorausgehen, nicht umgekehrt. Burnam et al (1988)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; fanden, dass die psychischen Probleme der missbrauchten Kinder vor dem Kindesmissbrauch genauso stark waren wie danach. Bei inzestuösem Kindesmissbrauch kann jedoch die Kausalrichtung auch umgekehrt sein, da sie familiäre Dysfunktionen fördert; bei außerfamilialem Kindesmissbrauch ist der kausale Weg zumeist so, dass die Kinder einem Kindesmissbrauch eher ausgesetzt sind. In klinischen Studien mit hohem Anteil von inzestuösem Kindesmissbrauch ist die Kausalrichtung daher schwierig zu beurteilen; weniger in der vorliegenden Metastudie, denn der Anteil des inzestuösen Kindesmissbrauchs lag gerade bei 16% aller Kindesmissbrauchsfälle, Geschwisterinzest mit eingeschlossen.&lt;br /&gt;
* Schwere Missbrauchsfälle waren nicht unterrepräsentiert, wie Vergleiche mit Stichproben aus nationalen Untersuchungen zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch ist bei der Interpretation der statistischen Kontrolle Vorsicht angebracht:&lt;br /&gt;
* eine bestimmte Gruppe von Studenten berichtete durchaus von schweren Verletzungen durch den Kindesmissbrauch&lt;br /&gt;
* verschiedene Symptome standen durchaus in signifikanter Beziehung mit Kindesmissbrauch - auch nach der statistischen Kontrolle durch die Familiensituation&lt;br /&gt;
* Im Falle nicht-einvernehmlichen sexuellen Kontakts berichteten auch männliche Opfer über psychische Symptome.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Einschränkungen muss gesagt werden: die Behauptung, Kindesmissbrauch produziere im allgemeinen schweren psychischen Schaden, ist nicht gerechtfertigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Studie von Eckenrode et al (1993)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde festgestellt: „Sie fanden, dass die Art des Missbrauchs, die am stärksten mit psychischen Problemen korrelierten, körperlicher Missbrauch, Vernachlässigigung und sprachlicher Missbrauch war. In den ersten 10 schlimmsten Kombinationen kommt der verbale Missbrauch 7mal vor, physische Vernachlässigung 6mal, physischer Missbrauch und emotionale Vernachlässigung 5mal, wogegen Kindesmissbrauch  nur einmal erschien.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Moderatorvariablen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Multiple Regression zeigte, dass das Verhältnis Kindesmissbrauch und psychische Symptome sich unterschied durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
# Grad der Einvernehmlichkeit&lt;br /&gt;
# und der Interaktion dieser beiden Faktoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hingegen hatte die Art des sexuellen Kontakts keine Auswirkungen; auch bei intensivem sexuellen Kontakt ergaben sich keine andere Auswirkungen als ohne Kontakt. Dass Geschlechtsverkehr schädigt, wird auch von Finkelhor (1979)&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; als gesellschaftliches Vorurteil angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Moderatorvariablen waren Gewaltanwendung, sobald die berichteten Reaktionen betroffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorschlag für eine neue Begriffsverwendung bezüglich &amp;quot;Sexuellem Kindesmissbrauch&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bislang wurde in der Forschung der Begriff Kindesmissbrauch so übernommen, wie er im moralischen oder gesetzlichen Kontext definiert war. Dieses Konzept ist zu überdenken: Missbrauch kann im Kontext wissenschaftlicher Forschung nur da vorliegen, wo auch ein Schaden vorliegt. „Ein Verhalten als Missbrauch zu klassifizieren, einfach weil es man es als unmoralisch oder ungesetzlich bestimmt, ist problematisch, denn eine solche Klassifikation verwischt die wahre Natur des Verhalten und seine tatsächlichen Ursachen und Folgen.“ (p46)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren plädieren nicht dafür, den Begriff &amp;quot;Kindesmissbrauch&amp;quot; abzuschaffen, sondern ihn stärker an die wirkliche Schädigung zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Rind-Kontroverse_(politisch)&amp;diff=605</id>
		<title>Rind-Kontroverse (politisch)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Rind-Kontroverse_(politisch)&amp;diff=605"/>
		<updated>2009-02-06T14:00:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Die Seite wurde neu angelegt: Im Jahre 1998 erschien eine Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Titel dieser Studie lautet:  Bruce Rind,...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im Jahre 1998 erschien eine [[Rind-Studie|Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs]], der Titel dieser Studie lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Rind, Ph.D., Robert Bauserman, Ph.D. &amp;amp; Philip Tromovitch, Ph.D. (cand.), A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, veröffentlicht in Psychological Bulletin. 124(1), 22-53. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ipce.info/library_3/rbt/metaana.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Studie zog eine breite [[Rind-Kontroverse (wissenschaftlich)|wissenschaftliche]] und öffentliche Debatte nach sich. In diesem Beitrag wird die öffentliche Debatte nachgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommentar der NAMBLA ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einige Monate nach Erscheinen des Artikels blieb jede Reaktion aus. Die öffentliche Debatte begann erst, als ihn die [[NAMBLA|North-American Man-Boy Love Association]] lobend erwähnte, was wohl nicht die Art von Anerkennung war, die sich die Forscher erhofft hatten. Aus der Homepage von NAMBLA:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote style=&amp;quot;font-style: italic&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Forscher fanden heraus, dass:&lt;br /&gt;
* Der grundlegende Glaube in der allgemeinen Bevölkerung über die sexuellen Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen mit Erwachsenen (z.B. der Glaube, dass sie typischerweise starken Schaden anrichten) nicht durch einen Beweis unterstützt werden.&lt;br /&gt;
* Die meisten jugendlichen sexuellen Erfahrungen mit älteren Partnern keine Gewalt oder Drohungen beinhalten.&lt;br /&gt;
* Faktoren bezüglich der familiären Umgebung 9 mal wichtiger waren als die sexuellen Erfahrungen, um eine Vorhersage über schädliche Ergebnisse zu treffen. Studien der &amp;quot;Missbrauchs-Industrie&amp;quot; übergehen konsequenterweise schlechte Familienumgebungen als Hauptursache für Missbrauch und schädliche Erfahrungen.&lt;br /&gt;
* Es gibt keine Verbindung zwischen den sexuellen Erfahrungen von Jungen und emotionalen Probleme, wenn die Erfahrung nicht unerwünscht war. Der Zusammenhang zwischen den sexuellen Erfahrungen von Mädchen, die als &amp;quot;Missbrauch&amp;quot; eingestuft werden können und einer schlechten emotionalen Einstellung ist sehr gering und kann nicht von einer ursächlichen Hauptbeziehung herrührend angenommen werden.&lt;br /&gt;
* Durchschnittlich 70% der Männer in der Studie berichteten, dass als Kinder oder Jugendliche ihre sexuellen Erfahrungen mit Erwachsenen positiv oder neutral waren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im wesentlichen gibt dieses Statement die Resultate des Artikels richtig wieder, nur die Bemerkung über die Erfahrungen der Mädchen wird so nicht gestützt von der Studie. Tatsächlich berichteten Mädchen sehr viel häufiger über Probleme, außerdem ergaben sich bei ihnen unter Berücksichtigung von Zwang und eines engen Verwandtschaftsgrads negative Folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reaktion der NARTH und Dr. &amp;quot;Laura&amp;quot; Schlesinger ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel der NAMBLA brachte die [[NARTH|National Association on Research and Therapy of Homosexuality]] auf den Plan, eine Organisation, die sich der Therapie der Homosexualität verschreibt und sich im Ex-Gay-Movement hervortut. Über sie wurde &amp;quot;Dr. Laura&amp;quot; Schlesinger informiert und erreichte nun endlich eine breite Medienöffentlichkeit. Schlesinger ist eine Medien-Psychotherapeutin mit einem Millionenpublikum. Folgendes brachte sie gegen die [[APA|American Psychiatric Association]], in dessen Bulletin der Artikel von Rind et al erschienen war, vor:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote style=&amp;quot;font-style: italic&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das ist der gefährlichste Angriff auf unsere Kinder, unsere Famlien und unsere Gesellschaft. [...] Ich habe die Studie so oft gelesen, dass ich davon im Magen krank wurde, und jetzt noch, während ich diesen Text schreibe, bin ich praktisch sprachlos.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn Pädophilie keine geistige Krankheit ist, was ist es dann?&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;quot;Was mich richtig erschreckt ist die Idee, dass die Rind-Studie nun dazu benutzt wird Pädophilie zu normalisieren, das rechtliche System zu ändern und darüber hinaus die Familie zu zerstören.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ipce.info/ipceweb/Documentation/Documents/00-056_dr_lauras_evil.htm)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings gibt die Rind-Studie überhaupt keine Auskunft über die Frage, ob Pädophilie eine Krankheit ist oder nicht, ihre Absicht war auch weder darüber, die &amp;quot;Pädophilie zu normalisieren&amp;quot; noch &amp;quot;das rechtliche System zu ändern&amp;quot;. Denn es ging Rind nur um den wissenschaftlichen Begriff des [[Sexueller Kindesmissbrauch|sexuellen Kindesmissbrauchs]]; ihn wollten sie abkoppeln vom rechtlichen Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Kreuzzug der Dr. Schlesinger gegen die APA gesellten sich die Family Research Council und die Christian Coalition, konservative Organisationen, die sich für den Erhalt der Familie und die christlichen Werte einsetzen; denn dass die Rind-Studie und mit ihr die APA die Familie zerstöre, war nun mittlerweile im Land verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die APA, durch Schlesinger dermaßen angegriffen, veröffentlichte im März 1999 eine Stellungnahme, in der sie mitteilte, dass Kindesmissbrauch schwere Schäden bei den Kindern verursache und die [[Rind-Studie]] nur einige mildernde Faktoren aufgezeigt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nutzte der APA allerdings wenig. Der Fall wurde zum Politikum, denn Gary Bauer, ein Vorstandsmitglied des Family Research Council, war gleichzeitig Präsidentschaftskandidat und rechtskonservativer Republikaner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Verurteilungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als erste verabschiedete Alaska eine Resolution gegen die Rind-Studie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote style=&amp;quot;font-style: italic&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;[...] SEI ES BESCHLOSSEN, dass die Staatslegislatur von Alaska alle Andeutungen in der kürzlich von der amerikanischen Psychologengesellschaft veröffentlichten Studie verurteilt und denunziert die anzeigen, dass sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und bereitwilligen Kinder weniger schädlich sind als angenommen und möglicherweise sogar positiv für &amp;quot;bereitwillige&amp;quot; Kinder&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und forderten den Präsidenten der Vereinigten Staaten auf, jegliche Andeutungen zurückzuweisen und zu verurteilen, die &amp;quot;sexuelle Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen [...] anders als missbräuchlich, zerstörerisch, ausbeuterisch, tadelnswert und strafbar vor dem Gesetz&amp;quot; bewerten. Andere US-Staaten schlossen sich dem an. Präsident Clinton ließ sich allerdings noch Zeit zu reagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenzeitlich sahen sich Rind, Bauserman und Tromovitch gezwungen, selbst an die Öffentlichkeit zu treten und Missverständnisse ihrer Studie auszuräumen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Rind, Philip Tromovitch, Robert Bauserman , The Validity and Appropriateness of Methods, Analyses, and Conclusions in Rind et al. (1998): A Rebuttal of Victimological Critique From Ondersma et al. (2001) and Dallam et al. (2001), Psychological Bulletin Vol 127. No.6. &amp;lt;/ref&amp;gt; In dieser Stellungnahme nahmen die Autoren nichts von ihren Ergebnissen zurück und wiederholten nur Folgerungen, die sie bereits veröffentlicht hatten. Sie blieben dabei, dass der wissenschaftliche Begriff des Kindesmissbrauchs nicht hilfreich ist, aber sie lehnten eine Ausweitung ihrer Forschung auf rechtliches oder moralisches Terrain ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die APA bemüßigte sich zu einer weiteren Stellungnahme, in der sie ausdrücklich die statistische Korrektheit der Studie unterstützten, nachdem sie zunänchst peer-reviewed und zusätzlich von einem unabhängigen Statistiker nochmal überprüft worden sei. &lt;br /&gt;
Mittlerweile überprüften Kongressabgeordnete, von wem die Rind-Studie finanziert wurde (sie entstand in der Freizeit der Dozenten) und ob man den drei Autoren kündigen könnte. Die Amerikanische Bibliothekaren-Assoziation wurde angewiesen, den Artikel aus den Regalen der Bibliotheken zu verbannen, was diese jedoch ablehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1999 veröffentlichte die APA eine weitere Stellungnahme in Form eines offenen Briefes&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt;, in dem sie ankündigte, die Rind-Studie unter kritischen Vorbehalten zu re-analysieren: waren die Opfer sexuellen Missbrauchs vielleicht so geschädigt, dass sie nicht die Aufnahme zum College schafften und daher aus der Studie fielen? Oder hatten sie bereits psychotherapeutische Hilfe erhalten, wodurch sie geheilt waren? Die APA jedenfalls machte klar, dass sie wissenschaftliche Studien in Zukunft auch unter ihrer öffentlichen Wirkung beurteilen werde und nicht nur nach ihrem wissenschaftlichen Wert. Allein schon das stellt ein erheblicher Eingriff in die Freiheit der Forschung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verurteilung durch das Repräsentantenhaus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch alle Erwiderungen nutzten nichts: am 12. Juli 1999 verabschiedete das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten die Resolution Nr. 107 mit 355 Ja Stimmen gegen 0 nein und 13 Enthaltungen. Darin heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote style=&amp;quot;font-style: italic&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Ansicht des Kongresses ausdrückend, die Schlussfolgerungen eines kürzlich im Psychological Bulletin erschienenen Artikels zurückweisend, der andeutet dass sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern möglicherweise positiv für Kinder sind. [...]&lt;br /&gt;
Wobei das religiöse, physische und mentale Wohlbefinden der Kinder die heilige Pflicht der Eltern ist; [...]&lt;br /&gt;
Wobei der oberste Gerichtshof festgestellt hat, dass sexuell ausgebeutete Kinder unfähig sind gesunde, liebevolle Beziehungen im späteren Leben zu entwickeln und die Tendenz haben als Erwachsene sexuelle Missbraucher zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen sei es durch das Repräsentantenhaus beschlossen, dass der Kongress&lt;br /&gt;
(1) alle Andeutungen in dem Artikel &amp;quot;Eine Meta-Analytische Untersuchung ...&amp;quot; verurteilt und denunziert [...]&lt;br /&gt;
(3) den Präsidenten drängt gleichfalls auf das Schärfste jegliche Andeutung zurückzuweisen und zu verurteilen [...]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Stimmen in der Debatte über diese Resolution:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote style=&amp;quot;font-style: italic&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es war unentschuldbar für ein respektiertes, akademisches Journal eine Studie zu veröffentlichen, die impliziert das Erwachsenen-Kind-Sex eine positive Erfahrung ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es gibt keine niedrigeren Lebensformen als Erwachsene, die Kinder sexuell missbrauchen. [...] Diejenigen, die dieses böse Benehmen entschuldigen, stehen auch sehr tief in der Nahrungskette und verdienen die härtest mögliche Verurteilung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Eine solche Studie, von so einer prestigevollen Institution, vergibt Glaubwürdigkeit und eine potentielle legale Verteidigung der pädophilen Geisteskranken.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Äußerung übrigens von einem gewissen Tom DeLay, &amp;quot;The Hammer&amp;quot;, der ... angeklagt wurde, Spendengelder veruntreut zu haben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser öffentliche Verurteilung führte dazu, dass die Autoren Rind, Bauserman und Tromovitch von einer weiteren Beschäftigung mit dem Thema „sexueller Kindesmissbrauch“ Abstand nahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt; Es führte allerdings auch zu einer öffentlichen Stellungnahme von Wissenschaftlern, die für die Freiheit der Wissenschaft eintraten.&amp;lt;ref&amp;gt;quelle&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Benutzer:Hannoboy&amp;diff=604</id>
		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-06T12:42:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;plan:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Öffentliche Rezeption der Rind-Studie&lt;br /&gt;
* einzelne Kategorien der Studie&lt;br /&gt;
* Quellenangaben im Rind-Artikel, sie fehlen&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<updated>2009-02-06T12:42:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;plan:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentliche Rezeption der Rind-Studie&lt;br /&gt;
einzelne Kategorien der Studie&lt;br /&gt;
Quellenangaben im Rind-Artikel, sie fehlen&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<title>Benutzer Diskussion:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-06T12:41:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: /* Rind et al */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Rind et al ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deine Idee mit der Rind-Kontroverse finde ich super. Das wollte ich schon lange mal machen, eine &#039;&#039;&#039;strukturierte Übersicht der Kontroverse&#039;&#039;&#039; anlegen, z.B. zunächst einmal in einer Baumstruktur alle (wissenschaftlichen) Artikel  auflisten, die diesbezüglich in den Fachzeitschriften ausgetauscht wurden. Im nächsten Schritt könnte man dann von den relevantesten Artikel Zusammenfassungen anlegen. Die zugehörigen Artikel würde ich vorschlagen in der Form &amp;quot;Rind et al/Artikel 1&amp;quot;, &amp;quot;Rind et al/Artikel 2&amp;quot; usw. abzuspeichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich fänd es übrigens auch wichtig, mal auf die neueren Kontrapositionen einzugehen - Schlagwort Dallam et al, ich frag mich wie seriös deren Kritik ist, zumindest zitieren die sehr selektiv, was nicht gerade guter Standard ist. [[Benutzer:Mignon|Mignon]] 17:56, 5. Feb. 2009 (GMT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vorgehen ist: zu den einzelnen Punkten, die diskutiert wurden, per Link einen Beitrag schreiben. Also: Rind-Kontroverse/Stichprobe usw. Die Artikel kann man dann auch noch reinbringen.[[Benutzer:Hannoboy|Hannoboy]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-05T12:20:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;plan:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentliche Rezeption der Rind-Studie&lt;br /&gt;
einzelne Kategorien&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Wie_lernt_man_Jungs_kennen&amp;diff=560</id>
		<title>Wie lernt man Jungs kennen</title>
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		<updated>2009-02-05T12:10:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine der meistgestellten Fragen, damit auch eine der meistbeantworteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://gemtp.net/jungs.htm Beitrag von SnoopyBoy: &amp;quot;Wie lernt man Jungs kennen&amp;quot;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://jungsforum.net/messages/113381.htm JF-Beitrag &amp;quot;Wie lernt man Jungs kennen&amp;quot;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:BL-Thema]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:BL-Ratgeber]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ist das wirklich ein Beitrag, der in ein Lexikon gehört? --&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Hans_Siemsen&amp;diff=559</id>
		<title>Hans Siemsen</title>
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		<updated>2009-02-05T12:06:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Die Seite wurde neu angelegt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hans Siemsen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* 27. März 1891 in Mark bei Hamm; † 23. Juni 1969 in Essen) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.  == Leben ==  Hans Siemsen war der S...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Hans Siemsen&#039;&#039;&#039; (* 27. März 1891 in Mark bei Hamm; † 23. Juni 1969 in Essen) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans Siemsen war der Sohn eines Pfarrers und der Bruder der Pädagogen und Politiker Anna und August Siemsen. 1901 zog die Familie nach Osnabrück. Nachdem er eine Lehre als Buchhändler absolviert hatte, begann Hans Siemsen 1912, in München Kunstgeschichte zu studieren. 1913 ging er nach Paris, wo er in den Künstlerkreisen des &amp;quot;Café du Dôme&amp;quot; verkehrte. Ab 1914 veröffentlichte er Beiträge in der Zeitschrift &amp;quot;Die Aktion&amp;quot;, und ab 1915 gehörte er der Redaktion der Zeitschrift &amp;quot;Zeit-Echo&amp;quot; an. Im Herbst 1916 wurde er zum Militärdienst einberufen; 1917 nahm er an Kämpfen an der Westfront teil; er wurde verschüttet und verbrachte längere Zeit in einem Lazarett. In der Endphase des Ersten Weltkrieges entwickelte sich Siemsen zum Sozialisten und war Anhänger der Oktoberrevolution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1919 lebte Siemsen als freier Schriftsteller in Berlin. Er wurde Mitarbeiter der &amp;quot;Weltbühne&amp;quot; und leistete vor allem auf dem Gebiet der Filmkritik Pionierarbeit. Während der Zwanzigerjahre war er im Kunsthandel tätig und pflegte Kontakte zu zahlreichen Künstlern der Weimarer Republik. Er war engagiert im Kampf gegen den [[Paragraph 175|Paragraphen 175]] des deutschen [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|Strafgesetzbuches]], der homosexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte. Siemsen war außer für die &amp;quot;Weltbühne&amp;quot; auch für weitere Berliner Zeitungen und das satirische Blatt &amp;quot;Uhu&amp;quot;  tätig. 1930 unternahm er eine sechswöchige Reise als Reporter durch die Sowjetunion; ab 1931 war er Mitglied der von ihm mitbegründeten inksoppositionellen Partei Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD). Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Jahre 1933 entging er durch einen Zufall der Verhaftung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1934 emigrierte er nach Paris. Hier, im westeuropäischen Zentrum des politischen Exils bis zum Kriegsausbruch, beteiligte er sich rege an den antifaschistischen Aktivitäten: Seit 1937 gehörte er mit Bert Brecht, Egon Erwin Kisch und Anna Seghers zum Vorstand des „Schutzverbandes deutscher Schriftsteller&amp;quot;; regelmäßig schrieb er Artikel für verschiedene Exilorgane wie „Pariser &lt;br /&gt;
Tageszeitung&amp;quot; und „Die Zukunft&amp;quot;. 1935 gab er anonym von Frankreich aus den im Berliner Rowohlt Verlag erscheinenden Nachlass seines Freundes Joachim Ringelnatz heraus. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs stellte er den Antrag auf ein Visum zwecks Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika. Er geriet jedoch kurz darauf in französische Internierung im Lager Colombes. 1940 gelang es ihm, unterzutauchen und nach Sanary-sur-Mer zu fliehen. 1941 hielt er sich im Marseille auf. Erneute Bemühungen um ein Visum für die USA waren inzwischen durch die Mithilfe der von Hubertus Prinz zu Löwenstein gegründeten American Guild for German Cultural Freedom erfolgreich gewesen, so dass Siemsen über Portugal in die USA gelangte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Amerika arbeitete Siemsen erneut als Journalist für Presse und Rundfunk. Persönliche Probleme, wie seine Alkoholsucht und die ständige Geldnot, von denen bereits das französische Exil geprägt gewesen war, nahmen immer mehr überhand. Siemsen lebte in ausgesprochen ärmlichen Verhältnissen, fühlte sich isoliert und vereinsamte zunehmend. Ab 1946 hatte er den dringenden Wunsch, nach Europa zurückzukehren, dessen Erfüllung sich jedoch durch Schwierigkeiten bei der Ausstellung von Pass und Visum verzögerte. 1948 gelangte er schließlich nach Frankreich, und ab 1949 lebte er wieder in Deutschland, anfangs bei seinem Bruder Karl Siemsen in Düsseldorf. Hans Siemsen war nicht mehr in der Lage, schriftstellerisch zu arbeiten und galt inzwischen als Pflegefall. Er starb 1969 in einem Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Essen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 20er Jahren hatte Siemsen zur Berliner Künstlerbohème gehört und mehrere Bände mit Erzählungen sowie Sachbücher veröffentlicht. Aus seiner Homosexualität machte er keinen Hehl; viele seiner Geschichten, häufig Skizzen von Begegnungen mit Jungen, sind [[Päderastie|päderastisch]] getönt. 1927 war seine Anklageschrift gegen den § 175 mit dem Titel „Verbotene Liebe&amp;quot; erschienen. In Paris verfaßte er 1937/38 sein bekantestes Werk „Die Geschichte des Hitlerjungen Adolf Goers&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Auch ich, auch du&#039;&#039;, Leipzig 1919&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wo hast du dich denn herumgetrieben?&#039;&#039;, München 1920&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Geschichte meines Bruders&#039;&#039;, Stuttgart [u.a.] 1923&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Tigerschiff&#039;&#039;, Frankfurt a.M. 1923&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Charlie Chaplin&#039;&#039;, Leipzig 1924&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Paul ist gut&#039;&#039;, Stuttgart 1926&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Verbotene Liebe&#039;&#039;, Berlin 1927&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Rußland, ja und nein&#039;&#039;, Berlin 1931&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Geschichte des Hitlerjungen Adolf Goers&#039;&#039;, Düsseldorf 1947; Erstausgabe in englischer Sprache: &#039;&#039;Hitlers Youth&#039;&#039;, London 1940&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schriften&#039;&#039;, Essen&lt;br /&gt;
** 1. &#039;&#039;Verbotene Liebe und andere Geschichten&#039;&#039;, 1986&lt;br /&gt;
** 2. &#039;&#039;Kritik - Aufsatz - Polemik&#039;&#039;, 1988&lt;br /&gt;
** 3. &#039;&#039;Briefe von und an Hans Siemsen&#039;&#039;, 1988&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hans-Siemsen-Lesebuch&#039;&#039;. Zusammengestellt und mit einem Nachwort versehen von Dieter Sudhoff. Köln 2003 [Nylands Kleine Westfälische Bibliothek 3][http://www.lwl.org/LWL/Kultur/westbibl/siemsen/]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nein! Langsam! Langsam!&#039;&#039; Gesammelte Erlebnisse, Feuilletons. Hg. und mit einem Nachwort versehen von Dieter Sudhoff. Berlin 2008&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Dieter Sudhoff: &#039;&#039;Die literarische Moderne und Westfalen. Besichtigung einer vernachlässigten Kulturlandschaft.&#039;&#039; Bielefeld 2002 [=Veröffentlichungen der Literaturkommission für Westfalen 3], S. 452-505&lt;br /&gt;
* Dieter Sudhoff: &#039;&#039;Hans war gut. Eine Erinnerung an Hans Siemsen (1891-1969)&#039;&#039;. In: Literatur in Westfalen. Beiträge zur Forschung 8/2006.&lt;br /&gt;
* Dieter Sudhoff: &#039;&#039;Nachwort&#039;&#039;.  In: Siemsen, H.: Nein! Langsam! Langsam! Berlin 2008, S. 155-165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.lwl.org/literaturkommission/alex/index.php?id=00000003&amp;amp;letter=S&amp;amp;layout=2&amp;amp;author_id=00000885&amp;amp;SID=49c9534af5385e398480660ba5a5ee58 www.lwl.org]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Kr%C3%B6hnke&amp;diff=558</id>
		<title>Kröhnke</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Kr%C3%B6hnke&amp;diff=558"/>
		<updated>2009-02-05T11:44:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Weiterleitung nach Friedrich Kröhnke erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Friedrich Kröhnke]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=P%C3%A4derastie&amp;diff=557</id>
		<title>Päderastie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.boywiki.org/de/index.php?title=P%C3%A4derastie&amp;diff=557"/>
		<updated>2009-02-05T11:43:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Die Seite wurde neu angelegt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Päderastie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (griech. &amp;#039;&amp;#039;paiderastia&amp;#039;&amp;#039;) bedeutet auf deutsch &amp;#039;&amp;#039;Knabenliebe&amp;#039;&amp;#039;. Die Bedeutung des Wortes war in der Geschichte Wandlungen unterworfen:  * In der Antik...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Päderastie&#039;&#039;&#039; (griech. &#039;&#039;paiderastia&#039;&#039;) bedeutet auf deutsch &#039;&#039;Knabenliebe&#039;&#039;. Die Bedeutung des Wortes war in der Geschichte Wandlungen unterworfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der Antike ist dies die Bezeichnung für erotische Beziehungen erwachsener Männer zu Jugendlichen.&lt;br /&gt;
* In der Neuzeit hat man in Analogie dazu auch mehr oder weniger ähnliche Phänomene in anderen Kulturen als Päderastie bezeichnet.&lt;br /&gt;
* Man bezeichnet auch so denjenigen Typus der (vorwiegend männlichen) [[Homosexualität]], bei dem die Partnerrollen durch das Alter geschieden sind.&lt;br /&gt;
* Schließlich diente Päderastie auch lange als Ersatz für den wegen seiner religiösen Untertöne kompromittierten Begriff [[Sodomie]] zur Bezeichnung von Homosexualität bzw. Analverkehr an sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike war die gleichgeschlechtliche Beziehung zu männlichen Jugendlichen ein Thema der intellektuellen Diskussion. Heute wird mit Päderastie die emotionale, erotische und sexuelle Fixierung einer männlichen Person (des so genannten Päderasten) auf männliche Jugendliche im Alter von etwa 14 bis 18 Jahren bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Begriffe Päderastie und [[Pädophilie]] immer wieder falsch als Synonyme verwendet werden, ist zu beachten, dass sie tatsächlich verschiedene Bedeutungen haben. Pädophilie nämlich bezeichnet die sexuelle Präferenz für Kinder (Jungen, Mädchen oder Kinder beiderlei Geschlechts), die sich &#039;&#039;vor der Pubertät&#039;&#039; oder in einem &#039;&#039;frühen Stadium&#039;&#039; der Pubertät befinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Junge unter 14 Jahre alt ([[Kind]]), handelt es sich nach den in Deutschland geltenden gesetzlichen Definitionen jedoch noch um Pädophilie, die juristisch den Tatbestand des [[Sexueller Missbrauch von Kindern|sexuellen Missbrauchs von Kindern]] erfüllt (während z.B. in [[Schutzalter#Malta, Spanien, Vatikanstadt|Malta oder in Vatikanstadt]] das sogenannte [[Schutzalter]] bei 12 und in Spanien bei 13 Jahren liegt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die griechische Knabenliebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Altertum gehörte die Päderastie für die Griechen zum Alltag. Verbreitet war sie vor allem in dorischen Landschaften und Athen und zunächst in der Aristokratie, ins Bürgertum fand sie Einlass ab dem 4. Jahrhundert v.Chr.&lt;br /&gt;
Das Alter der Knaben reichte dabei von der frühen [[Pubertät]] bis zu jungen Erwachsenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Päderastie in der griechischen Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der jugendliche Partner einer päderastischen Beziehung wurde [[Eromenos]] genannt, was soviel bedeutet wie „der geliebt wird“ bzw. „Geliebter“. Er sollte jungenhaft und zurückhaltend sein, wodurch er das Interesse der Männer auf sich zog. Mit dem Beginn der Pubertät und auf der Schwelle zum Erwachsensein, angefangen im Alter von ungefähr 13-14 Jahren, wuchs die Attraktivität eines Jungen stetig und erreichte mit ca. 15 oder 16 Jahren ihren Höhepunkt, bis er schließlich etwa 18 Jahre alt war und somit als erwachsen galt. Begehrt wurden diese Jungen von den [[Erastes|Erastai]] (Sg. Erastes), „Liebende, Liebhaber“, die oft wesentlich älter waren und für die es keine Altersgrenze gab. Typischerweise waren sie meist 20 bis 30 Jahre alt und unverheiratet, da man i.a. mit 30 Jahren erst die Ehe einging. Die päderastische Praxis spielte sich also in einem Zeitraum ab, die dem verheirateten Leben mit einer bürgerlichen Frau vorherging. Die Möglichkeit, in einer Beziehung Eromenos und in einer anderen Erastes zu sein, war dabei durchaus gegeben. Oft mündeten diese Bindungen in eine lebenslange [[Freundschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen Eromenos bedeutete es ein hohes Maß an gesellschaftlichem Aufstieg, von einem angesehenen Mann begehrt zu werden. Bürgerliche Mädchen und Frauen bekam er nur selten zu sehen, denn sie waren vom öffentlichen Leben getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzieherische Aspekte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Päderastie theoretisch jedem griechischen Bürger (nicht jedoch Sklaven und Fremden) offen stand, war es aufgrund des erhöhten Zeitaufwands und der wiederholten Schenkungen in erster Linie ein Privileg der Aristokraten. War die Werbung erfolgreich, genoss der Erastes ein hohes gesellschaftliches Ansehen. Üblicherweise entwickelte sich nun eine pädagogisch gefärbte Beziehung, deren Ziel die umfassende Ausbildung des Eromenos durch den Erastes war. Dieser sollte dem Jungen jene Werte vermitteln, die aus dem Knaben einen sittlichen und guten Mann machen würden. Daher galt es z.B. in Sparta als besonders fein, wenn sich ein Mann vom vorbildlichen Charakter des Jungen und nicht von dessen Körper sexuell angezogen fühlte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Darstellung in Kunst &amp;amp; Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als stärkster Verfechter dieser philosophischen Betrachtungsweise gilt [[Platon]]. Neben &#039;&#039;Phaidros&#039;&#039; beschreibt vor allem sein Werk &#039;&#039;Symposion&#039;&#039; diese Lehre, indem Platon verschiedene Philosophen vergangener Tage auf einer fiktiven Festlichkeit zu Wort kommen lässt. Pausanias, ein Schüler des Sophisten Prodikos, soll wie die anderen eine Lobrede auf [[Eros (Mythologie)|Eros]] halten und erklärt die platonische Knabenliebe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der gewöhnliche Liebhaber wäre hier der falsche [...] Er liebt eher den Körper als den Geist. [...] Dagegen wird ein Mann, der den Jungen wegen seines guten Charakters liebt, Zeit seines Lebens weiter zu ihm halten, da seine Hingabe an etwas bleibendes gebunden ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pausanias schließt die sexuelle Befriedigung jedoch nicht aus - er vergleicht eine Verklärung sogar mit der Ablehnung der Philosophie -, solange der Liebhaber dem Jungen jeden Dienst erfüllt, der ihm hilft, Weisheit und Güte zu gewinnen. Der Junge wiederum muss sich zurückhalten und diese Beziehung als Ausdruck der Bewunderung und aus nicht-materiellen Gründen gutheißen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die darstellende Kunst beschäftigte sich im antiken Griechenland mit der Päderastie. Zwei Aspekte der Knabenliebe sind besonders häufig anzutreffen, speziell in Form von Vasenmalerei. Der erste ist die Umwerbung des Jungen, die häufig mit der sogenannten &#039;&#039;Oben-Unten-Position&#039;&#039; gezeigt wird: Eine Hand des Liebenden berührt das Gesicht, die andere bewegt sich auf die meist entblößten Genitalien zu. Der andere bezieht sich auf die sexuelle Erfüllung solcher Verhältnisse. Dabei ist fast ausschließlich die Form des [[Schenkelverkehr]]s zu sehen: Der Erastes umfasst die Hüfte des Knaben, legt seinen Kopf auf oder unter die Schulter und stößt seinen Penis zwischen die Oberschenkel des Eromenos. Dieser steht aufrecht und wirkt stets unberührt. Sein Körper entspricht dem griechischen Schönheitsideal: athletisch gebaut, mit einem recht großen Gesäß und großen Oberschenkeln sowie einem eher kleinen Penis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rom ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Päderastische Beziehungen zwischen meist unfreien Knaben und erwachsenen römischen Bürgern waren bis ins zweite Jahrhundert nach Christus nur offiziell verboten. Dabei verschwand der erzieherisch-rituelle Aspekt der Knabenliebe in den meisten Fällen. Die Päderastie verlor im Laufe der Jahrhunderte trotz berühmter Beispiele wie der Beziehung zwischen Kaiser [[Hadrian (Kaiser)|Hadrian]] und [[Antinoos]] immer mehr an gesellschaftlicher Akzeptanz und verschwand schließlich mit dem Aufkommen des [[Christentum]]s vollständig. Die Androhung der Todesstrafe durch Verbrennung stammt aus dem vierten Jahrhundert nach Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachklassische und moderne Formen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europa ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine (möglicherweise nicht ganz ernst gemeinte) philosophische Verteidigung dieser Praxis stellte [[Antonio Rocco]] in seiner berüchtigten Polemik &#039;&#039;L&#039;Alcibiade, fanciullo a scola (Alcibiades der Schuljunge)&#039;&#039; dar, in der der Lehrer nach und nach die Einwände seines schönen Schülers gegen fleischliche Beziehungen überwindet. Zur gleichen Zeit benutzte die katholische Kirche alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel, um die „Verderbtheit durch Sodomie“ zu bekämpfen, sei es unter Nutzung von [[Inquisition]]s-Gerichten oder der weltlichen Justiz. Männer mussten Geldstrafen zahlen oder wurden inhaftiert, Jungen wurden ausgepeitscht. Die grausamsten Strafen, wie das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen, waren gewöhnlich auf die Ahndung von Verbrechen gegen sehr junge Kinder und sexuelle Handlungen unter Gewaltanwendung beschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Päderastie führte zusammen mit einem fortwährenden Unwohlsein bezüglich gleichgeschlechtlicher Beziehungen dazu, dass nordeuropäische Autoren päderastische Tendenzen den Völkern aus südlicheren Gefilden zuschrieben. [[Richard Francis Burton]] entwickelte seine Theorie der &#039;&#039;[[Sotadic zone]]&#039;&#039;, einem Gebiet, das etwa von 43° bis 30° nördlicher Breite reiche und sich von den westlichen Küsten des Mittelmeeres bis zum Pazifischen Ozean erstrecke. [[Wilhelm Kroll]] behauptete Ähnliches in der Pauly-Wissowa-Enzyklopädie von 1906: „Die Wurzeln der Päderastie finden sich vor allem in der Existenz konträrer sexueller Gefühle, die wahrscheinlich in südlichen Regionen häufiger anzutreffen sind als in Ländern mit gemäßigtem Klima.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des 19. Jahrhunderts verstärkte sich der Konflikt um die Päderastie. So prangerte Friedrich Engels in seinem Werk „[[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats]]“ die antiken Griechen wegen der „Widerwärtigkeit der Knabenliebe“ an. &amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. In: &#039;&#039;Karl Marx/Friedrich Engels - Werke&#039;&#039;. Band 21, 5. Auflage. (Karl) Dietz Verlag, Berlin/DDR 1975, S. 36-84.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== China ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im China des 10. Jahrhunderts bestanden männliche Paare aus einem Älteren (&#039;&#039;ch’i hsiung&#039;&#039; = 契兄) und einem Jüngeren (&#039;&#039;ch’i ti&#039;&#039; = 契弟). Die Begriffe bedeuten wörtlich &#039;&#039;verschworener älterer/jüngerer Bruder&#039;&#039;. In der chinesischen Kultur ist es üblich, Beziehungen als fiktive Verwandtschaftsbeziehungen aufzufassen. Die Knaben-Ehen, die aufrechterhalten wurden, bis der jüngere Partner eine Frau gefunden hatte (oft mit Hilfe des Älteren), scheinen ein Teil der Kultur der Provinz [[Fujian]] in vor-modernen Zeiten gewesen zu sein. Die Eheschließungen sollen in den beiden Familien auf traditionelle Art und Weise gefeiert worden sein, einschließlich dem &amp;quot;Neun-Teetassen&amp;quot;-Ritual. Die Popularität dieser päderastischen Beziehungen in Fujian, wo es für sie sogar einen Schutzgott gab ([[Hu Tianbao]]), führte zu einem der euphemistischen Ausdrücke für gleichgeschlechtliche Liebe: &amp;quot;die südliche Sitte&amp;quot;. Das Interesse von Männern an männlichen Jugendlichen spiegelte sich auch in der Prostitution wider. So erzielten junge männliche Sex-Arbeiter bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts höhere Preise als ihre weiblichen Gegenstücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelamerika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bernal Díaz del Castillo]] berichtete in seinem Buch [[Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Neuspanien]], dass die mexikanischen Völker regelmäßig päderastische Beziehungen unterhielten.&lt;br /&gt;
Obwohl man annimmt, dass die Maya in der Frühzeit deutlich gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen eingestellt waren, machten spätere Maya-Staaten Gebrauch von päderastischen Praktiken. Ihre Einführung wurde dem Gott Chin zugeschrieben. Ein Aspekt war z.B., dass ein Vater seinem Sohn einen jüngeren Liebhaber verschaffte. [[Juan de Torquemada]] erwähnt, dass, falls der jüngere Junge von einem Fremden verführt wurde, die Strafe vergleichbar mit der für Ehebruch war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird Päderastie in Europa strafrechtlich verfolgt, sofern es zu sexuellen Handlungen kommt, die das jeweilige [[Schutzalter]] unterschreiten – in Deutschland liegt das bei 14 Jahren (bzw. in bestimmten Fällen bei 16 Jahren, hierzu [[§ 182 StGB]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erwähnenswert ist eine ephebophile amerikanische Organisation namens &#039;&#039;[[North American Man/Boy Love Association]]&#039;&#039; (NAMBLA), welche in den USA seit Ende der 1970er-Jahre die Aufhebung jeglicher Schutzaltergrenzen verlangt. Sie erregte heftige Kontroversen, weil die Zielsetzung ihrer homosexuellen Mitglieder der öffentlichen Meinung zufolge einer Legalisierung der sexuellen Gewalt gegen Minderjährige gleichkäme. Der Dichter [[Allen Ginsberg]] war wohl der prominenteste Sympathisant dieser Organisation.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.salon.com/april97/columnists/paglia970415.html Salon | Camille Paglia]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Deutschsprachige Schriftsteller, die sich mit dem Thema beschäftigten, waren unter anderen &lt;br /&gt;
* [[John Henry Mackay]]&amp;lt;ref&amp;gt;Dobe, Friedrich. &#039;&#039;John Henry Mackay als Mensch&#039;&#039;, Koblenz: Ed. Plato 1987&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
* [[Alexander Ziegler]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ziegler, Alexander. &#039;&#039;Die Konsequenz&#039;&#039;, 1979&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* [[Peter Schult]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schult, Peter. &#039;&#039;Besuche in Sackgassen - Aufzeichnungen eines homosexuellen Anarchisten&#039;&#039;, Trikont Verlag, 1978&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* der Schriftsteller [[Friedrich Kröhnke]]&lt;br /&gt;
* der Essayist [[Hans Siemsen]]&lt;br /&gt;
* der Schriftsteller [[Thomas Mann]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mann, Thomas. &#039;&#039;Tagebücher in 10 Bänden&#039;&#039;, S.Fischer-Verlag, 2003&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Carola Reinsberg]]: &#039;&#039;Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland&#039;&#039;. C.H. Beck Verlag, München 1989, ISBN 3-406-33911-5&lt;br /&gt;
* [[Harald Patzer]]: &#039;&#039;Die Griechische Knabenliebe&#039;&#039;, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag, 1982. In: Sitzungsberichte der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Vol. 19 No. 1.&lt;br /&gt;
* [[Kenneth J. Dover]]: &#039;&#039;Homosexualität in der griechischen Antike&#039;&#039;. C.H. Beck Verlag, München 1983, ISBN 3-406-07374-3&lt;br /&gt;
* [[Thomas K. Hubbard]]: [http://www.utexas.edu/courses/cc348hubbard/ &#039;&#039;Homosexuality in Greece and Rome&#039;&#039;]. Univ. of California Press, Berkeley 2003, ISBN 0-520-23430-8&lt;br /&gt;
* [[William Percy|William A. Percy III.]]: &#039;&#039;Pederasty and Pedagogy in Archaic Greece&#039;&#039;. Univ. of Illinois Press, 1998, ISBN 0-252-06740-1&lt;br /&gt;
* [[Eva Cantarella]], Cormac O Cuilleanain. Bisexuality in the Ancient World, Yale University Press, 1992. ISBN 0-300-04844-0&lt;br /&gt;
* [[Dominique Fernandez]]: &#039;&#039;A Hidden Love. Art and Homosexuality&#039;&#039;, Prestel Verlag, 2002, ISBN 3-7913-2704-6&lt;br /&gt;
* [[Cécile Beurdeley]]: &#039;&#039;L&#039; Amour Bleu. Die homosexuelle Liebe in Kunst und Literatur des Abendlandes&#039;&#039;, Taschen Verlag, 1994, ISBN 3-8228-9121-5&lt;br /&gt;
* [[Joachim Campe]]: &#039;&#039;Matrosen sind der Liebe Schwingen. Homosexuelle Poesie von der Antike bis zur Gegenwart.&#039;&#039;, Insel Verlag, 1994, ISBN 3-458-33299-5&lt;br /&gt;
* [[Elisar von Kupffer]]: &#039;&#039;Lieblingminne und Freundesliebe in der Weltliteratur&#039;&#039;, Nachdruck der Ausgabe von 1900 mit einem Vorwort von Marita Keilson-Lauritz, 1995, ISBN 3-86149-034-X&lt;br /&gt;
* [[Wolfram Setz]]: &#039;&#039;Das Hohelied der Knabenliebe. Erotische Gedichte aus der griechischen Anthologie&#039;&#039;, [[Verlag Rosa Winkel|Rosa Winkel Verlag]], Berlin 1987, ISBN 3-921495-64-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.androphile.org/preview/Culture/Greece/greece.htm The Androphile Project – The World History of Male Love: Male Love in Greece]&lt;br /&gt;
* [http://www2.rz.hu-berlin.de/sexology/GESUND/ARCHIV/GUS/INDEXATLAS.HTM Growing Up Sexually: A World Atlas] - umfangreiche Literatur- und Datensammlung über Sexualverhalten&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<title>Rind-Studie</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im Jahre 1998 erschien eine Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Titel dieser Studie lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Rind, Ph.D., Robert Bauserman, Ph.D. &amp;amp; Philip Tromovitch, Ph.D. (cand.), A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, veröffentlicht in Psychological Bulletin. 124(1), 22-53. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ipce.info/library_3/rbt/metaana.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Studie erreichte eine unerwartete öffentliche Aufmerksamkeit, die bis zu ihrer Verurteilung im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstract der Studie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Viele Laien und Fachleute glauben, dass Kindesmissbrauch intensiven Schaden, unabhängig vom Geschlecht und verbreitet in der allgemeinen Bevölkerung, verursacht. Die Autoren untersuchten diese Annahme durch die Analyse von 59 Studien, die auf College-Stichproben beruhten. Die Metaanalyse zeigte, dass missbrauchte Studenten durchschnittlich etwas mehr psychische Probleme aufwiesen als die Kontrollgruppe. Jedoch konnte dieser Zusammenhang nicht auf den Kindesmissbrauch zurückgeführt werden, da das familiäre Umfeld eng mit dem Kindesmissbrauch verknüpft war, das letztere beträchtlich mehr Varianz der psychischen Symptomatik erklärte und die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Schwierigkeiten bei statistischer Kontrolle des familiären Umfelds nichtsignifikant wurde. Selbstberichtete Reaktionen auf Kindesmissbrauch zeigten, dass negative Effekte weder allgemein verbreitet noch intensiv waren, und dass Männer viel weniger negativ auf Kindesmissbrauch reagierten als Frauen. Die Daten der College-Stichproben waren konsistent mit nationalen Erhebungen. Grundlegende Glaubensmuster der allgemeinen Bevölkerung über Kindesmissbrauch konnten nicht unterstützt werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Qualitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Medien wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass sexueller Kindesmissbrauch (im folgenden abgekürzt als CSA) zu negativen Effekten der psychischen Anpassungsfähigkeit führt. Seligman (1994) beschreibt den sexuellen Kindesmissbrauch als &amp;quot;Vernichter der erwachsenen seelischen Gesundheit&amp;quot;, viele psychopathologischen Erscheinungen des Erwachsenenlebens wurden damit in Verbindung gebracht, vor allem das posttraumatic stress disorder sei eine solche Folgeerscheinung. 4 Vorwürfe werden vor allem erhoben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kindesmissbrauch verursacht Schäden (Kausalität)&lt;br /&gt;
* diese Schäden durchdringen die gesamte Persönlichkeit eines Missbrauchsopfers (Effektivität)&lt;br /&gt;
* diese Schäden sind intensiv (Intensität)&lt;br /&gt;
* und bei Mädchen und Jungen gleichermaßen verteilt (Geschlechtsneutralität).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des Kindesmissbrauchs ist allerdings problematisch, da er zwei Elemente miteinander vermengt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Missbrauch als Verletzung, der durch die sexuelle Aktivität selbst hervorgerufen wird&lt;br /&gt;
* Missbrauch als Verletzung einer sozialen Norm bzw eines Gesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird Kindesmissbrauch unterschiedslos als Bezeichnung etwa einer Vergewaltigung eines 5jährigen Mädchens durch ihren Vater und einer einvernehmlichen sexuellen Beziehung zwischen einem 15jährigen Jungen und einem Erwachsenen verwendet, wobei nur das erste Beispiel wirklichen Schaden verursacht. Trotz dieser terminologischen Schwächen wurde der Begriff „Kindesmissbrauch“ in dieser Studie beibehalten, weil er auch in den betrachteten Studien verwendet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexueller Kindesmissbrauch (CSA) wird von Rind et. al 1998 definiert&lt;br /&gt;
„als sexuelle Interaktion, die entweder physischen oder keinen Kontakt impliziert (zB Exhibitionismus) zwischen einem Kind / Jugendlichen und jemandem bedeutend Älteren, oder zwischen Gleichaltrigen, die Kinder oder Jugendliche sind, sofern Zwang im Spiel ist.“ (p23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Studien ordnen dem CSA eine direkte kausale Bedeutung für psychische Probleme im Erwachsenenleben zu, allerdings argumentieren sie ins Blaue hinein und berücksichtigen Drittvariablen wie den familiären Hintergrund nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Effektivität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Effektivität (bzw Verbreitung) soll die Annahme verstanden werden, dass CSA auf die meisten Beteiligten Auswirkungen hat, d.h. universell wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Studien zeigen unterschiedliche Wirkungen von CSA. Constantine (1981) sowie Beitchman et al (1991) sprechen sogar davon, dass es keine konsistente Menge von Reaktionsmustern auf Kindesmissbrauch gibt und dass die negativen Effekte, die in manchen Studien auftauchen, darauf beruhen, dass sie aus klinischem Material gewonnen wurden (d.h. bei ambulanten oder stationären Patienten), dort aber ausschließlich Leute mit psychischen Problemen behandelt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es gibt allerdings eine Reihe von Forschern, die negative Wirkungen von CSA behaupten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# sie vermuten Korrelationen zwischen CSA und verschiedenen psychischen Symptomen&lt;br /&gt;
# fehlen diese negativen psychische Symptome bei Opfern von Kindesmissbrauch, so vermuten sie, dass diese erst noch ausbrechen. Sie folgern daraus, dass negative Symptome immer ausbrechen müssen, auch wenn sie nicht beobachtet werden.&lt;br /&gt;
# sie weisen nicht auf die Begrenztheit klinischer Studien hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Intensität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Studien, die nahezu keine psychischen Unterschiede zwischen Menschen mit CSA-Erfahrung und ohne feststellen, andere sehen keine negativen Effekte in nicht-klinischen Populationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsverteilung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Studien wurde festgestellt, dass Mädchen eher negativ reagieren als Jungen, die wiederum neutrale oder positive Einstellungen zu ihrem sexuellen Missbrauch äußern. Andere Studien sprechen von gleichen Wirkungen bei beiden Geschlechtern und nennen die These, dass Jungen weniger stark beeinträchtigt sind, einen Mythos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zusammenfassung der qualitativen Analyse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich auch eine statistische Verzerrung der vorliegenden Samples:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* qualitative Literaturüberblicke basierten bislang meist auf klinischen oder kriminologischen Studien, die jedoch für die Gesamtheit der Menschen mit einer Kindesmissbrauch-Erfahrung nicht repräsentativ sind&lt;br /&gt;
* In einer Studie von Okami (1991), in der verschiedene Populationen (klinische und nicht-klinische) betrachtet wurden, konnte gezeigt werden, dass diejenigen Personen, die negativ auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung reagierten, vor allem dann auch psychische Verhaltensauffälligkeiten aufwiesen, sofern sie auch in klinischer Behandlung waren. Dieses Ergebnis führt im Endeffekt zu sehr starken statistischen Verzerrungen, sobald nur klinische Studien herangezogen werden.&lt;br /&gt;
* Klinische Patienten suchen nach Ursachen, die ihre seelischen Probleme erklären können, und attribuieren sie mit Vorliebe auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung, darin werden sie unterstützt von Therapeuten, die ebenfalls im Kindesmissbrauch die Ursache seelischen Leids sehen und dadurch ihre Erwartungen an die Patienten weitergeben.&lt;br /&gt;
* Eine qualitative Metaanalyse ist sehr anfällig für subjektive Wertungen und daher mit Vorsicht zu genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quantitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Studie von Jumper (1995)&lt;br /&gt;
26 veröffentlichte Studien mit 30 Stichproben wurden untersucht. Es wurden einzelne psychische Symptome in ihrer Beziehung auf den Kindesmissbrauch getestet und ein Pearsonscher Korrelationskoeffizient r von .27 gefunden. Dieser Wert war bei kommunalen und klinischen Studien ähnlich, bei Studentensamples jedoch nichtsignifikant (r=.09). Zwischen Selbstwertgefühl und Kindesmissbrauch ergab sich bei klinischen und kommunalen Stichproben ein r=.34, bei Studenten jedoch -.02; ersterer signifikant, letzterer nichtsignifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Studie von Neumann et al (1996)&lt;br /&gt;
38 Studien wurden herangezogen mit ausschließlich weiblicher Population, zur Hälfte klinische Stichproben. Sie maßen eine Effektgröße (Cohen&#039;s d) von d=.37; nimmt man Pearson&#039;s r, ergab sich r=.14 - eine kleinerer Effekt als in der Studie von Jumper. Bei den klinischen Studien ergab sich r=.19, den nichtklinischen r=.12. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Studie von Rind und Tromovitch (1997)&lt;br /&gt;
Es wurden 7 männliche und 7 weibliche landesweite Zufallsstichproben verschiedener westlicher Länder verglichen. Der Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und Verhaltensparameter war bei Männern r=.07 und bei Frauen r.=10; dagegen ergaben sich weitaus stärkere Zusammenhänge zu subjektiven Effekten des Kindesmissbrauchs nach Selbsteinschätzung. Verschiedene Dritt-Variablen wie emotionale Vernachlässigung oder körperlicher Missbrauch wurden hierbei jedoch nicht kontrolliert, was eine Interpretation erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundauszählungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der vorliegenden Metaanalyse wurden College-Stichproben verwendet, da sie die meisten nichtklinischen Daten zur Verfügung stellen, außerdem Daten über Drittvariablen liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag Kritik an College-Stichproben geben:&lt;br /&gt;
Die Befragten sind zu jung, um Symptome zu entwickeln, und die Befragten haben mehr Möglichkeiten, mit Symptomen fertig zu werden (weil akademisch gebildet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch: &lt;br /&gt;
* Nach Neumann et al (1996) unterschieden sich Ältere und Jüngere nicht, was Kindesmissbrauch betrifft.&lt;br /&gt;
* Effektstärken von College-Samples waren gleich denen der Landes-Population.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Datenmaterial===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Daten wurden erhoben zwischen 1965-1995. Kriterien: Es mussten Collegedaten enthalten sein mit CSA-Erfahrung und mit Kontrollgruppen ohne CSA-Erfahrung. Es mussten Daten vorliegen zu den verschiedenen Symptomgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methodik: Um Effektgrößen vergleichbar zu machen, wurden verschiedene Messverfahren (zB Depressionsskala) mittels Fisher&#039;s Z transformiert. Die Effektstärke wurde auf jedes einzelne Symptom berechnet, außerdem noch für jede Studie einzeln. Dann wurde einmal eine durchschnittliche Effektstärke über eine Stichprobe berechnet, zum zweiten eine Metaanalyse über die verschiedensten Stichproben zu einem Symptom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erhielt man 59 Studien, darunter 23 unveröffentlichte, mit insgesamt 70 unabhängigen Stichproben; damit konnte man 214 symptombezogene Effektstärken gewinnen. Damit standen zur Berechnung von symptonspezifischen Effektstärken 15824 Personen zur Verfügung; zur Berechnung von Intensitätsmaßen 35703 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgend einzelne psychische Symptome, statistisch gesehen Variablen, die zum Kindesmissbrauch korreliert werden konnten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Alkoholprobleme&lt;br /&gt;
# Angst&lt;br /&gt;
# Depression&lt;br /&gt;
# Dissoziative Erfahrungen&lt;br /&gt;
# Essstörungen (Bullimie)&lt;br /&gt;
# Feindlichkeit&lt;br /&gt;
# Interpersonale Empfindlichkeit&lt;br /&gt;
# Kontrollverlust&lt;br /&gt;
# Besessenheitsvorstellungen&lt;br /&gt;
# Paranoia&lt;br /&gt;
# Phobien&lt;br /&gt;
# Psychosen&lt;br /&gt;
# Selbstachtung&lt;br /&gt;
# Sexuelle Selbstachtung&lt;br /&gt;
# Interpersonale Probleme und soziale Anpassung&lt;br /&gt;
# Somatische Beschwerden&lt;br /&gt;
# Selbstmordabsichten&lt;br /&gt;
# Allgemeines Wohlbefinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die herangezogenen Studien definieren Kindesmissbrauch sehr unterschiedlich: die meisten gingen von einer erheblichen Altersdifferenz (die meisten mehr als 5 Jahre Unterschied) aus. Dabei unterschieden nur wenige einvernehmlichen und nichteinvernehmlichen Sex (nur 20% der Studien taten das). Was das Alter betrifft, konzentrierten sich die meisten Studien auf ein Höchstalter von 16-17, nur 1/4 der Studien beschränkte sich auf ein Alter unter 14 Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei zeigte sich folgende Verteilung der Häufigkeit von Kindesmissbrauch (gemäß studienspezifischer Definition):&lt;br /&gt;
Männliche Jugendliche 14%&lt;br /&gt;
Weibliche &amp;quot;&amp;quot;          27%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Unterscheidung wurden 4 verschiedene Typen des Kindesmissbrauchs nach Grad der Intimität unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Geschlechtsteile herzeigen (Exhibitionismus)&lt;br /&gt;
# Fummeln (Berühren, Masturbation)&lt;br /&gt;
# Oraler Sex&lt;br /&gt;
# Geschlechtsverkehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese 4 Typen des Kindesmissbrauch verteilen sich wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
          | 1   2   3   4&lt;br /&gt;
 ---------+------------------&lt;br /&gt;
 weiblich | 32% 39%  3% 13%&lt;br /&gt;
 männlich | 22% 51% 14% 33%&lt;br /&gt;
 ---------+------------------&lt;br /&gt;
 gesamt   | 28% 42%  6% 17%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verteilung des Kindesmissbrauchs nach Verwandtschaftsnähe: engere vs weitere Verwandtschaft:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten    (a) &lt;br /&gt;
Weitere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten (b) &lt;br /&gt;
Engere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten     (c) &lt;br /&gt;
Engere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten  (b)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 %           a  b     c  d&lt;br /&gt;
 -------------------------&lt;br /&gt;
 weiblich   37 34    20 15&lt;br /&gt;
 männlich   23 13     8  4&lt;br /&gt;
 -------------------------&lt;br /&gt;
 kombiniert 35 26    16 11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalen Daten wurden dagegengehalten, um die statistische Güte der benutzten Studien einzuschätzen; es zeigt sich, dass die Studien einen leicht höheren Anteil von Kindesmissbrauch offenbarten als die nationalen Statistiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über alle Studien hinweg fand sich zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Störungen eine schwache allgemeine Effektstärke von r = .09, die jedoch signifikant von 0 verschieden war. Dieser Wert bedeutet aber auch, dass Kindesmissbrauch für weniger als 1% der Varianz der psychischen Störungen zuständig ist. Die Autoren schreiben hierzu: &amp;quot;Die geringe unverzerrte Effektstärke besagt, dass in der College-Population die Größe des Zusammenhangs zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Anpassung gering ist, was der Annahme widerspricht, dass Kindesmissbrauch typischerweise mit hohem Schaden verknüpft ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse im einzelnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Einzel-Symptom                   Effektstärke r&lt;br /&gt;
 ------------------------------------------------&lt;br /&gt;
 Alkoholprobleme                  .07&lt;br /&gt;
 Angst                            .13&lt;br /&gt;
 Depression                       .12&lt;br /&gt;
 Dissoziative Erfahrungen         .09&lt;br /&gt;
 Essstörungen (Bullimie)          .06&lt;br /&gt;
 Feindlichkeit                    .11&lt;br /&gt;
 Interpersonale Empfindlichkeit   .10&lt;br /&gt;
 Kontrollverlust                  .04&lt;br /&gt;
 Besessenheitsvorstellungen       .10&lt;br /&gt;
 Paranoia                         .11&lt;br /&gt;
 Phobien                          .12&lt;br /&gt;
 Psychosen                        .11&lt;br /&gt;
 Selbstachtung                    .04&lt;br /&gt;
 Sexuelle Anpassungsfähigkeit     .09&lt;br /&gt;
 Soziale Anpassungsfähigkeit      .07&lt;br /&gt;
 Somatische Beschwerden           .09&lt;br /&gt;
 Selbstmordabsichten              .09&lt;br /&gt;
 Allgemeines Wohlbefinden         .12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Effektstärken (außer Kotrollverlust) sind auf dem 5%-Niveau signifikant, jedoch erklärt Kindesmissbrauch kaum mehr als 1% der Varianz innerhalb eines bestimmten psychischen Verhaltensbereichs. Ein Beispiel: Etwa die Häufigkeit, dass ein Student an Paranoia leidet, wird zu 0.11^2 = 1.2% durch CSA-Erfahrungen statistisch gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einflüsse von Drittvariablen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einfluss von moderierenden Variablen wurde mittels multipler Regression auf Stichproben-Ebene berechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurden drei Moderatorvariablen herangezogen:&lt;br /&gt;
# Art des sexuellen Kontakts (mit / ohne Berührung)&lt;br /&gt;
# Grad der Einwilligung&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellten sich 3 signifikante Prädiktoren heraus (5%-signifikant):&lt;br /&gt;
# Einwilligung&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
# Interaktion von Einwilligung und Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D.h. nicht nur der Grad der Einwilligung und das Geschlecht allein beeinflussen die Stärke des Zusammenhangs von psychischer Symptomatik und Kindesmissbrauch, sondern auch ein aus Einwilligung und Geschlecht zusammengesetzter Faktor. Die Art des sexuellen Kontakts wies keinen signifikanten Einfluss auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine Kontrastanalyse durchgeführt, um die Einflüsse der einfachen Prädiktoren (= Variablen, die etwas erklären) gegenüber der Interaktion dieser Faktoren zu bestimmen. Bezüglich der einfachen Prädiktoren Geschlecht bzw. Einwilligung ergab die Kontrastanalyse keine signifikanten Unterschiede, d.h. jede einzelne Variable hat keinen moderierenden Einfluss auf die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Auffälligkeiten. In der Tat ergab sich aber ein einflussreicher Effekt in der Interaktion beider Variablen: Während bei Männern der Grad der Einwilligung einen Einfluss hatte, fehlt dieser Einfluss bei Frauen. D.h. die Interaktion bedeutet hier: die Beziehung Kindesmissbrauch - Symptomatik wird dann relativ stark, wenn die Einwilligung fehlt, aber nur bei Männern; bei Frauen (Mädchen zur Zeit des Missbrauchs) ist der Grad der Einwilligung ziemlich gleichgültig für die psychischen Folgen. Es zeigte sich überdies, dass es bei Männern erst dann signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe (kein CSA) gibt, sofern Kindesmissbrauch ohne Einwillligung der Person geschah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere zusätzliche Drittvariablen wurden untersucht, die jedoch keinen signifikanten Einfluss aufwiesen: wie etwa das Studienfach der Befragten, das Alter der Personen beim ersten Kontakt, das Alter der Befragten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Moderatorvariable, die auf die psychische Symptomatik wirkte, war das Ausmaß von Gewalt, insbesondere beim Inzest. Jedoch wurden solche Zusammenhänge nur von wenigen Studien bereitgestellt, so dass allgemeine Aussagen innerhalb der Metastudie darüber nicht getroffen werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Selbstberichtete Bewertungen des Kindesmissbrauch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Studien stellten zu den Daten über tatsächliche psychische Folgen auch Daten über subjektive Bewertungen der Personen zur Verfügung, und zwar als Erinnerungsberichte über die unmittelbaren Reaktionen nach dem Kindesmissbrauch. Es wurden positive, neutrale und negative Bewertungen unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
           Frauen  Männer&lt;br /&gt;
 ------------------------&lt;br /&gt;
 Positiv   11%     37% &lt;br /&gt;
 Neutral   18%     29%&lt;br /&gt;
 Negativ   72%     33% &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die subjektive Bewertung unmittelbar nach der sexuellen Handlung (allerdings in der Retrospektive) zwischen Frauen und Männern differiert also erheblich: Bei Männern (Jungen) überwiegend positiv bzw neutral, bei Frauen (Mädchen) eher negativ, obwohl auch hier 28% positiv bzw neutrale Einschätzungen zu Protokoll gaben. Dieses Muster wiederholt sich bei Einschätzungen über spätere Wirkungen des Kindesmissbrauchs, d.h. die subjektive Einschätzung der Situation, wie sie objektiv durch die verschiedenen Skalen getestet worden war. Hier gab es Berichte über &amp;quot;Stress im Leben&amp;quot;, &amp;quot;sich in Schwierigkeiten befinden&amp;quot;, &amp;quot;sich von den Schäden des emotionalen Entwicklung erholen&amp;quot;. Männer sahen nahezu keine negativen Effekte auf ihr Sexualleben (je nach Studie zwischen 0.4%-16% bei 8% mittlerer Wert), Frauen bewerteten diese Effekte dagegen etwas stärker (2.2%-24% bei 13% mittlerer Wert), jedoch waren auch bei ihnen die negativen berichteten Folgen in der Minderzahl. In einer Studie waren es 5% der Personen, die über eine starke andauernde Beeinträchtigung ihres Lebens berichteten. Angesprochen auf retrospektive temporäre Schwierigkeiten berichteten eine größere Anzahl Frauen negative Erfahrungen als in ihrer gegenwärtigen Situation (2/3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss in diesen Selbsteinschätzungen also unterscheiden zwischen&lt;br /&gt;
# Berichten, die sich auf die Situation unmittelbar nach dem Missbrauch beziehen, hier unterscheiden sich Männer und Frauen stark in der Selbsteinschätzung&lt;br /&gt;
# Berichten, die sich auf Schäden in der emotionalen Entwicklung beziehen, hier wurden nur sehr wenig negative Einschätzungen gefunden, sowohl bei Männer wie bei Frauen&lt;br /&gt;
# dann Berichten, die sich auf bleibende Schäden beziehen, auch hier findet man nur sehr wenige negative Selbsteinschätzungen&lt;br /&gt;
# und schließlich Berichten, die sich auf momentane, aber vorübergehende Schäden beziehen (hier berichten 2/3 der Frauen über Schäden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schreiben [eigene Übersetzung]: &amp;quot;Diese Daten implizieren, dass in der College-Population (a) der Kindesmissbrauch die Geschlechter unterschiedlich beeinträchtigt; (b) bleibende Schäden stechen nicht hervor; und (c) wenn negative Effekte auftreten, sind sie oft vorübergehend, was bedeutet, dass sie häufig sind, nicht aber intensiv. Diese Befunde sind inkonsistent mit der Annahme, das der Kindesmissbrauch unabhängig vom Geschlecht wirkt, und dass er intensiv ist in Hinsicht auf schädliche Effekte.&amp;quot; (p38)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede bei berichteten Reaktionen unmittelbar nach dem Kindesmissbrauch, berichteten retrospektiven Reaktionen und vermuteten längerfristigen Effekten des Kindesmissbrauch zeigten sich auch in der Metaanalyse mit Effektstärken von .31, .34 und .22; alle auf dem 5%-Niveau signifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Familiäres Umfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den familiären Hintergrund als Moderatorvariable zu erfassen, wurden in denjenigen Studien, die überhaupt Daten hierzu erfassten, folgende 6 Kategorien erstellt und deren Ausmaß gemessen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Ausmaß von nichtsexuellem Missbrauch und Vernachlässigung in der Familie&lt;br /&gt;
# Anpassungsfähigkeit&lt;br /&gt;
# Ausmaß von Konflikten in der Familie&lt;br /&gt;
# Familienstruktur&lt;br /&gt;
# Unterstützung und Einbindung&lt;br /&gt;
# Grad des Traditionalismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kategorien wiesen eine signifikante Effektstärke zum Kindesmissbrauch auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichtsexueller Missbrauch         .19&lt;br /&gt;
Anpassungsfähigkeit               .13&lt;br /&gt;
Ausmaß von Konflikten             .14&lt;br /&gt;
Familienstruktur                  .09&lt;br /&gt;
Unterstützung und Einbindung      .13&lt;br /&gt;
Grad des Traditionalismus         .16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit einer mittleren Effektstärke von r=.13. Diese Daten legen nahe, dass Kindesmissbrauch und schwierige Familienverhältnisse verknüpft sind, so dass man davon ausgehen muss, dass auch Familienhintergrund und Kindesmissbrauch verknüpft sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Einfluss der familiären Situation auf die psychische Symptomatik zu erforschen, wurden alle Einzelsymptome mit den Kategorien des familiären Umfelds korreliert. Es ergaben sich Effektstärken von r=.04 bis .49; die meisten dieser Effektstärken waren höher als diejenigen zwischen Kindesmissbrauch und den psychischen Symptomen. Nimmt man die Varianzerklärung als Maß (Quadrat des Korrelationskoeffizienten), dann erklärt der familiäre Hintergrund 9 mal mehr Varianz der psychischen Symptome als der Kindesmissbrauch. Wegen der Heterogenität der Messung der familiären Situation muss diese Interpretation allerdings mit Vorsicht betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse legen den Verdacht nahe, dass das familiäre Umfeld der eigentliche Erklärungsfaktor für die psychischen Auffälligkeiten darstellt und nicht der CSA, so dass es möglich ist, dass die statistische Verknüpfung von Kindesmissbrauch und psychischen Problemen nichtsignifikant wird, sobald man diese Variablen mit einbezieht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dass eine signifikante statistische Korrelation zwischen 2 Variablen nichtsignifikant werden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# die unabhängige Variable (hier: Kindesmissbrauch) ist real oder begriffliche verknüpft mit der abhängigen (hier: die psychischen Symptome), d.h. es gibt nicht bloß eine kausale Beziehung zwischen beiden Variablen, sondern eine innerliche [zB Höhe des Einkommens – Höhe der Steuerzahlungen]&lt;br /&gt;
# die unabhängige Variable ist mit einer dritten Variable verknüpft (hier: Kindesmissbrauch mit Familiensituation)&lt;br /&gt;
# die Drittvariable ist verknüpft mit der abhängigen Variablen (hier: psychische Symptome)&lt;br /&gt;
# die Drittvariable ist mit abhängiger und unabhängiger Variablen verknüpft, so dass ihre statistische Kontrolle die ursprüngliche statistische Beziehung zunichte macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedingungen 1-3 sind offenbar erfüllt; um herauszufinden, ob auch Bedingung 4 erfüllt ist, wurden diejenigen Studien herangezogen, die eine statistische Kontrolle erlauben. Von 83 Beziehungen zwischen psychischen Symptomen und Kindesmissbrauch waren 34 (41%) ohne statistische Kontrolle signifikant, nach der statistischen Kontrolle jedoch nur noch 14 (17%). Statistische Kontrolle wurde mittels hierarchischer Regressionsanalyse bzw multivariate Kovarianzanalyse durchgeführt. Diese Reduktion wird stärker, wenn man die Effekte auf Einzelsymptome und nicht auf die Gesamtsymptomatik berechnet, denn die einzelnen Symptome darin sind eng miteinander verknüpft. Gemäß dieser Vorgabe sank der signifikante Anteil um 83% bei Kontrolle der familiären Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schreiben:&lt;br /&gt;
„Obwohl weder die Resultate der Analysen der statistischen Kontrolle, noch die Analysen der Relation Kindesmissbrauch – Familiäres Umfeld beweisen, dass der Einfluss des Kindesmissbrauchs auf die psychische Symptomatik vernachlässigbar sind, unterstützen sie nicht die Annahme, dass es eine grundlegende Eigenschaft des Kindesmissbrauchs ist, psychische Verletzungen hervorzurufen.“ (p42)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistische Validität und Reliabilität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Test-Retest-Reliabilitäten der Messung von Kindesmissbrauch bzw. familiärem Umfeld betrug bei 2-4 Wochen zwischen 90-97%. D.h. die Angaben der Personen blieben so gut wie konstant innerhalb dieses Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Validität einer Regressionsanalyse bei Variablen, die nur dichotom verteilt sind (zB CSA bestand / bestand nicht) ist fragwürdig. Allerdings kam qualitativ dasselbe Resultat heraus bei Studien, die Kindesmissbrauch sowie familiäre Missbrauchsfaktoren in mehren Intensitätsgraden erfassten (Cole 1988, Wisniewski 1990).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen und einigen anderen Validitätsmaßen (bezüglich Schiefheit der Verteilung zwischen Kindesmissbrauch und Nicht-Kindesmissbrauch, geringer Anteil etc) folgern die Autoren, dass die Messungen der Faktoren statistisch valide und reliabel sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskussion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellte sich heraus, dass im Gegensatz zu den 4 populären Vermutungen über Kindesmissbrauch, die oben vorgestellt wurden, in der Metaanalyse folgendes festgestellt werden konnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14% der männlichen und 27% der weiblichen Befragten äußerten Erfahrungen mit Kindesmissbrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Es konnte ein schwacher statistischer Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen festgestellt werden, der allerdings nur 1% Varianz erklärte. Selbst dieser schwache Zusammenhang erwies sich als nichtsignifikant, wenn man Drittvariablen in die Analyse mit einbezieht wie die familiäre Situation. Nicht nur erwies sich der Zusammenhang zwischen Familiensituation und psychischen Problemen stärker als zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Problemen, sondern der letztere statistische Zusammenhang verschwand vollständig (= wurde nichtsignifikant), sobald die familiäre Situation konstant gehalten wurde.&lt;br /&gt;
# Andauernde psychische Probleme aufgrund des Kindesmissbrauchs konnten nicht festgestellt werden, so dass Kindesmissbrauch offenbar einen sehr geringen Grad von Effektivität aufweist.&lt;br /&gt;
# Dasselbe gilt für die Intensität.&lt;br /&gt;
# Zwischen Männern und Frauen ergaben sich insbesondere bei den subjektiven Einschätzungen erhebliche Unterschiede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Befunde basieren auf Massendaten, bedeuten aber keineswegs, dass sie auch für Einzelfälle Geltung haben. Im Einzelfall mag Kindesmissbrauch tatsächlich eine starke negative Auswirkung haben; diese Vermutung widerspricht dieser Metaanalyse nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsunterschiede===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der retrospektiven Sicht empfanden Jungen den Kindesmissbrauch im Durchschnitt als angenehmer als Mädchen. Dieses Muster ist typisch bei verschiedenen sexuellen Aktivitäten von Jungen und Mädchen, zB wenn es um den ersten Geschlechtsverkehr geht, der in Berichten von Mädchen ebenfalls weitaus negativer gesehen wird als in Berichten von Jungen. Jungen erleben Kindesmissbrauch eher als Vergnügen, Abenteuer und Neugierde, während Mädchen dasselbe Ereignisse angstvoll, verwirrend und als Verlegenheit schilderten. Solche Unterschiede beruhen teilweise auf biologischen Unterschieden, aber auch auf unterschiedliche soziale Geschlechtsrollen. Den Kindesmissbrauch betreffend, gibt es allerdings auch verschiedene Formen, die bei Jungen und Mädchen typischerweise auftauchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mädchen werden häufiger innerhalb des engsten Familienkreises missbraucht (Vater, Onkel etc)&lt;br /&gt;
* sie sind beim 1. Kontakt jünger als die Jungen&lt;br /&gt;
* die Anwendung von Zwang geschieht bei Mädchen häufiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verschwinden allerdings, wenn man nur nicht-einvernehmlichen Kindesmissbrauch in Betracht zieht, während sie bei einvernehmlichem Sex prononciert auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigten sich Abhängigkeiten zwischen Kindesmissbrauch und familiärer Situation, so dass die statistische Kontrolle der Familiensituation dazu führte, eine Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen statistisch zufällig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einer solchen Begründung wurde Kritik von Briere geübt. Die Messung des familiären Umfelds kann nicht-reliabel sein, die Stichprobengröße zu klein, der kausale Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und familiärer Situation unbekannt, die Schwere des Missbrauchs unterrepräsentiert. Die Autoren argumentieren dagegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Zusammenhang zwischen familiärer Situation und psychischen Symptomen erwies sich als reliabel.&lt;br /&gt;
* Die Stichproben waren ausreichend groß.&lt;br /&gt;
* In einer Studie von Ageton (1988) wurde gezeigt, dass die Familienprobleme dem Kindesmissbrauch vorausgehen, nicht umgekehrt. Burnam et al (1988) fanden, dass die psychischen Probleme der missbrauchten Kinder vor dem Kindesmissbrauch genauso stark waren wie danach. Bei inzestuösem Kindesmissbrauch kann jedoch die Kausalrichtung auch umgekehrt sein, da sie familiäre Dysfunktionen fördert; bei außerfamilialem Kindesmissbrauch ist der kausale Weg zumeist so, dass die Kinder einem Kindesmissbrauch eher ausgesetzt sind. In klinischen Studien mit hohem Anteil von inzestuösem Kindesmissbrauch ist die Kausalrichtung daher schwierig zu beurteilen; weniger in der vorliegenden Metastudie, denn der Anteil des inzestuösen Kindesmissbrauchs lag gerade bei 16% aller Kindesmissbrauchsfälle, Geschwisterinzest mit eingeschlossen.&lt;br /&gt;
* Schwere Missbrauchsfälle waren nicht unterrepräsentiert, wie Vergleiche mit Stichproben aus nationalen Untersuchungen zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch ist bei der Interpretation der statistischen Kontrolle Vorsicht angebracht:&lt;br /&gt;
* eine bestimmte Gruppe von Studenten berichtete durchaus von schweren Verletzungen durch den Kindesmissbrauch&lt;br /&gt;
* verschiedene Symptome standen durchaus in signifikanter Beziehung mit Kindesmissbrauch - auch nach der statistischen Kontrolle durch die Familiensituation&lt;br /&gt;
* Im Falle nicht-einvernehmlichen sexuellen Kontakts berichteten auch männliche Opfer über psychische Symptome.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Einschränkungen muss gesagt werden: die Behauptung, Kindesmissbrauch produziere im allgemeinen schweren psychischen Schaden, ist nicht gerechtfertigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Studie von Eckenrode et al (1993) wurde festgestellt: „Sie fanden, dass die Art des Missbrauchs, die am stärksten mit psychischen Problemen korrelierten, körperlicher Missbrauch, Vernachlässigigung und sprachlicher Missbrauch war. In den ersten 10 schlimmsten Kombinationen kommt der verbale Missbrauch 7mal vor, physische Vernachlässigung 6mal, physischer Missbrauch und emotionale Vernachlässigung 5mal, wogegen Kindesmissbrauch  nur einmal erschien.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Moderatorvariablen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Multiple Regression zeigte, dass das Verhältnis Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen sich unterschied durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
# Grad der Einvernehmlichkeit&lt;br /&gt;
# und der Interaktion dieser beiden Faktoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hingegen hatte die Art des sexuellen Kontakts keine Auswirkungen; auch bei intensivem sexuellen Kontakt ergaben sich keine andere Auswirkungen als ohne Kontakt. Dass Geschlechtsverkehr schädigt, wird auch von Finkelhor (1979) als gesellschaftliches Vorurteil angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Moderatorvariablen waren Gewaltanwendung, sobald die berichteten Reaktionen betroffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Begriff &amp;quot;Sexueller Kindesmissbrauch&amp;quot; neu bestimmt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bislang wurde in der Forschung Kindesmissbrauch so übernommen, wie sie im moralischen oder gesetzlichen Kontext definiert war. Dieses Konzept ist zu überdenken: Missbrauch kann in der Forschung nur da vorliegen, wo auch ein Schaden vorliegt. „Ein Verhalten als Missbrauch zu klassifizieren, einfach weil es man es als unmoralisch oder ungesetzlich bestimmt, ist problematisch, denn eine solche Klassifikation verwischt die wahre Natur des Verhalten und seine tatsächlichen Ursachen und Folgen.“ (p46)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren plädieren nicht dafür, den Begriff &amp;quot;Kindesmissbrauch&amp;quot; abzuschaffen, sondern ihn stärker an die wirkliche Schädigung zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Benutzer:Hannoboy&amp;diff=552</id>
		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-05T11:09:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Die Seite wurde geleert.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Metastudie_Rind,_Bauserman,_Tromovitch&amp;diff=551</id>
		<title>Metastudie Rind, Bauserman, Tromovitch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Metastudie_Rind,_Bauserman,_Tromovitch&amp;diff=551"/>
		<updated>2009-02-05T11:08:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Die Seite wurde neu angelegt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Metastudie Rind, Bauserman, Tromovitch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;   Im Jahre 1998 erschien eine Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Titel die...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Metastudie Rind, Bauserman, Tromovitch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1998 erschien eine Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Titel dieser Studie lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Rind, Ph.D., Robert Bauserman, Ph.D. &amp;amp; Philip Tromovitch, Ph.D. (cand.), A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, veröffentlicht in Psychological Bulletin. 124(1), 22-53. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ipce.info/library_3/rbt/metaana.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Studie erreichte eine unerwartete öffentliche Aufmerksamkeit, die bis zu ihrer Verurteilung im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstract der Studie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Viele Laien und Fachleute glauben, dass Kindesmissbrauch intensiven Schaden, unabhängig vom Geschlecht und verbreitet in der allgemeinen Bevölkerung, verursacht. Die Autoren untersuchten diese Annahme durch die Analyse von 59 Studien, die auf College-Stichproben beruhten. Die Metaanalyse zeigte, dass missbrauchte Studenten durchschnittlich etwas mehr psychische Probleme aufwiesen als die Kontrollgruppe. Jedoch konnte dieser Zusammenhang nicht auf den Kindesmissbrauch zurückgeführt werden, da das familiäre Umfeld eng mit dem Kindesmissbrauch verknüpft war, das letztere beträchtlich mehr Varianz der psychischen Symptomatik erklärte und die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Schwierigkeiten bei statistischer Kontrolle des familiären Umfelds nichtsignifikant wurde. Selbstberichtete Reaktionen auf Kindesmissbrauch zeigten, dass negative Effekte weder allgemein verbreitet noch intensiv waren, und dass Männer viel weniger negativ auf Kindesmissbrauch reagierten als Frauen. Die Daten der College-Stichproben waren konsistent mit nationalen Erhebungen. Grundlegende Glaubensmuster der allgemeinen Bevölkerung über Kindesmissbrauch konnten nicht unterstützt werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Qualitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Medien wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass sexueller Kindesmissbrauch (im folgenden abgekürzt als CSA) zu negativen Effekten der psychischen Anpassungsfähigkeit führt. Seligman (1994) beschreibt den sexuellen Kindesmissbrauch als &amp;quot;Vernichter der erwachsenen seelischen Gesundheit&amp;quot;, viele psychopathologischen Erscheinungen des Erwachsenenlebens wurden damit in Verbindung gebracht, vor allem das posttraumatic stress disorder sei eine solche Folgeerscheinung. 4 Vorwürfe werden vor allem erhoben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kindesmissbrauch verursacht Schäden (Kausalität)&lt;br /&gt;
* diese Schäden durchdringen die gesamte Persönlichkeit eines Missbrauchsopfers (Effektivität)&lt;br /&gt;
* diese Schäden sind intensiv (Intensität)&lt;br /&gt;
* und bei Mädchen und Jungen gleichermaßen verteilt (Geschlechtsneutralität).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des Kindesmissbrauchs ist allerdings problematisch, da er zwei Elemente miteinander vermengt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Missbrauch als Verletzung, der durch die sexuelle Aktivität selbst hervorgerufen wird&lt;br /&gt;
* Missbrauch als Verletzung einer sozialen Norm bzw eines Gesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird Kindesmissbrauch unterschiedslos als Bezeichnung etwa einer Vergewaltigung eines 5jährigen Mädchens durch ihren Vater und einer einvernehmlichen sexuellen Beziehung zwischen einem 15jährigen Jungen und einem Erwachsenen verwendet, wobei nur das erste Beispiel wirklichen Schaden verursacht. Trotz dieser terminologischen Schwächen wurde der Begriff „Kindesmissbrauch“ in dieser Studie beibehalten, weil er auch in den betrachteten Studien verwendet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexueller Kindesmissbrauch (CSA) wird von Rind et. al 1998 definiert&lt;br /&gt;
„als sexuelle Interaktion, die entweder physischen oder keinen Kontakt impliziert (zB Exhibitionismus) zwischen einem Kind / Jugendlichen und jemandem bedeutend Älteren, oder zwischen Gleichaltrigen, die Kinder oder Jugendliche sind, sofern Zwang im Spiel ist.“ (p23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Studien ordnen dem CSA eine direkte kausale Bedeutung für psychische Probleme im Erwachsenenleben zu, allerdings argumentieren sie ins Blaue hinein und berücksichtigen Drittvariablen wie den familiären Hintergrund nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Effektivität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Effektivität (bzw Verbreitung) soll die Annahme verstanden werden, dass CSA auf die meisten Beteiligten Auswirkungen hat, d.h. universell wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Studien zeigen unterschiedliche Wirkungen von CSA. Constantine (1981) sowie Beitchman et al (1991) sprechen sogar davon, dass es keine konsistente Menge von Reaktionsmustern auf Kindesmissbrauch gibt und dass die negativen Effekte, die in manchen Studien auftauchen, darauf beruhen, dass sie aus klinischem Material gewonnen wurden (d.h. bei ambulanten oder stationären Patienten), dort aber ausschließlich Leute mit psychischen Problemen behandelt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es gibt allerdings eine Reihe von Forschern, die negative Wirkungen von CSA behaupten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# sie vermuten Korrelationen zwischen CSA und verschiedenen psychischen Symptomen&lt;br /&gt;
# fehlen diese negativen psychische Symptome bei Opfern von Kindesmissbrauch, so vermuten sie, dass diese erst noch ausbrechen. Sie folgern daraus, dass negative Symptome immer ausbrechen müssen, auch wenn sie nicht beobachtet werden.&lt;br /&gt;
# sie weisen nicht auf die Begrenztheit klinischer Studien hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Intensität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Studien, die nahezu keine psychischen Unterschiede zwischen Menschen mit CSA-Erfahrung und ohne feststellen, andere sehen keine negativen Effekte in nicht-klinischen Populationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsverteilung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Studien wurde festgestellt, dass Mädchen eher negativ reagieren als Jungen, die wiederum neutrale oder positive Einstellungen zu ihrem sexuellen Missbrauch äußern. Andere Studien sprechen von gleichen Wirkungen bei beiden Geschlechtern und nennen die These, dass Jungen weniger stark beeinträchtigt sind, einen Mythos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zusammenfassung der qualitativen Analyse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich auch eine statistische Verzerrung der vorliegenden Samples:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* qualitative Literaturüberblicke basierten bislang meist auf klinischen oder kriminologischen Studien, die jedoch für die Gesamtheit der Menschen mit einer Kindesmissbrauch-Erfahrung nicht repräsentativ sind&lt;br /&gt;
* In einer Studie von Okami (1991), in der verschiedene Populationen (klinische und nicht-klinische) betrachtet wurden, konnte gezeigt werden, dass diejenigen Personen, die negativ auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung reagierten, vor allem dann auch psychische Verhaltensauffälligkeiten aufwiesen, sofern sie auch in klinischer Behandlung waren. Dieses Ergebnis führt im Endeffekt zu sehr starken statistischen Verzerrungen, sobald nur klinische Studien herangezogen werden.&lt;br /&gt;
* Klinische Patienten suchen nach Ursachen, die ihre seelischen Probleme erklären können, und attribuieren sie mit Vorliebe auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung, darin werden sie unterstützt von Therapeuten, die ebenfalls im Kindesmissbrauch die Ursache seelischen Leids sehen und dadurch ihre Erwartungen an die Patienten weitergeben.&lt;br /&gt;
* Eine qualitative Metaanalyse ist sehr anfällig für subjektive Wertungen und daher mit Vorsicht zu genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quantitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Studie von Jumper (1995)&lt;br /&gt;
26 veröffentlichte Studien mit 30 Stichproben wurden untersucht. Es wurden einzelne psychische Symptome in ihrer Beziehung auf den Kindesmissbrauch getestet und ein Pearsonscher Korrelationskoeffizient r von .27 gefunden. Dieser Wert war bei kommunalen und klinischen Studien ähnlich, bei Studentensamples jedoch nichtsignifikant (r=.09). Zwischen Selbstwertgefühl und Kindesmissbrauch ergab sich bei klinischen und kommunalen Stichproben ein r=.34, bei Studenten jedoch -.02; ersterer signifikant, letzterer nichtsignifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Studie von Neumann et al (1996)&lt;br /&gt;
38 Studien wurden herangezogen mit ausschließlich weiblicher Population, zur Hälfte klinische Stichproben. Sie maßen eine Effektgröße (Cohen&#039;s d) von d=.37; nimmt man Pearson&#039;s r, ergab sich r=.14 - eine kleinerer Effekt als in der Studie von Jumper. Bei den klinischen Studien ergab sich r=.19, den nichtklinischen r=.12. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Studie von Rind und Tromovitch (1997)&lt;br /&gt;
Es wurden 7 männliche und 7 weibliche landesweite Zufallsstichproben verschiedener westlicher Länder verglichen. Der Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und Verhaltensparameter war bei Männern r=.07 und bei Frauen r.=10; dagegen ergaben sich weitaus stärkere Zusammenhänge zu subjektiven Effekten des Kindesmissbrauchs nach Selbsteinschätzung. Verschiedene Dritt-Variablen wie emotionale Vernachlässigung oder körperlicher Missbrauch wurden hierbei jedoch nicht kontrolliert, was eine Interpretation erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundauszählungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der vorliegenden Metaanalyse wurden College-Stichproben verwendet, da sie die meisten nichtklinischen Daten zur Verfügung stellen, außerdem Daten über Drittvariablen liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag Kritik an College-Stichproben geben:&lt;br /&gt;
Die Befragten sind zu jung, um Symptome zu entwickeln, und die Befragten haben mehr Möglichkeiten, mit Symptomen fertig zu werden (weil akademisch gebildet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch: &lt;br /&gt;
* Nach Neumann et al (1996) unterschieden sich Ältere und Jüngere nicht, was Kindesmissbrauch betrifft.&lt;br /&gt;
* Effektstärken von College-Samples waren gleich denen der Landes-Population.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Datenmaterial===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Daten wurden erhoben zwischen 1965-1995. Kriterien: Es mussten Collegedaten enthalten sein mit CSA-Erfahrung und mit Kontrollgruppen ohne CSA-Erfahrung. Es mussten Daten vorliegen zu den verschiedenen Symptomgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methodik: Um Effektgrößen vergleichbar zu machen, wurden verschiedene Messverfahren (zB Depressionsskala) mittels Fisher&#039;s Z transformiert. Die Effektstärke wurde auf jedes einzelne Symptom berechnet, außerdem noch für jede Studie einzeln. Dann wurde einmal eine durchschnittliche Effektstärke über eine Stichprobe berechnet, zum zweiten eine Metaanalyse über die verschiedensten Stichproben zu einem Symptom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erhielt man 59 Studien, darunter 23 unveröffentlichte, mit insgesamt 70 unabhängigen Stichproben; damit konnte man 214 symptombezogene Effektstärken gewinnen. Damit standen zur Berechnung von symptonspezifischen Effektstärken 15824 Personen zur Verfügung; zur Berechnung von Intensitätsmaßen 35703 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgend einzelne psychische Symptome, statistisch gesehen Variablen, die zum Kindesmissbrauch korreliert werden konnten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Alkoholprobleme&lt;br /&gt;
# Angst&lt;br /&gt;
# Depression&lt;br /&gt;
# Dissoziative Erfahrungen&lt;br /&gt;
# Essstörungen (Bullimie)&lt;br /&gt;
# Feindlichkeit&lt;br /&gt;
# Interpersonale Empfindlichkeit&lt;br /&gt;
# Kontrollverlust&lt;br /&gt;
# Besessenheitsvorstellungen&lt;br /&gt;
# Paranoia&lt;br /&gt;
# Phobien&lt;br /&gt;
# Psychosen&lt;br /&gt;
# Selbstachtung&lt;br /&gt;
# Sexuelle Selbstachtung&lt;br /&gt;
# Interpersonale Probleme und soziale Anpassung&lt;br /&gt;
# Somatische Beschwerden&lt;br /&gt;
# Selbstmordabsichten&lt;br /&gt;
# Allgemeines Wohlbefinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die herangezogenen Studien definieren Kindesmissbrauch sehr unterschiedlich: die meisten gingen von einer erheblichen Altersdifferenz (die meisten mehr als 5 Jahre Unterschied) aus. Dabei unterschieden nur wenige einvernehmlichen und nichteinvernehmlichen Sex (nur 20% der Studien taten das). Was das Alter betrifft, konzentrierten sich die meisten Studien auf ein Höchstalter von 16-17, nur 1/4 der Studien beschränkte sich auf ein Alter unter 14 Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei zeigte sich folgende Verteilung der Häufigkeit von Kindesmissbrauch (gemäß studienspezifischer Definition):&lt;br /&gt;
Männliche Jugendliche 14%&lt;br /&gt;
Weibliche &amp;quot;&amp;quot;          27%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Unterscheidung wurden 4 verschiedene Typen des Kindesmissbrauchs nach Grad der Intimität unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Geschlechtsteile herzeigen (Exhibitionismus)&lt;br /&gt;
# Fummeln (Berühren, Masturbation)&lt;br /&gt;
# Oraler Sex&lt;br /&gt;
# Geschlechtsverkehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese 4 Typen des Kindesmissbrauch verteilen sich wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
          | 1   2   3   4&lt;br /&gt;
 ---------+------------------&lt;br /&gt;
 weiblich | 32% 39%  3% 13%&lt;br /&gt;
 männlich | 22% 51% 14% 33%&lt;br /&gt;
 ---------+------------------&lt;br /&gt;
 gesamt   | 28% 42%  6% 17%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verteilung des Kindesmissbrauchs nach Verwandtschaftsnähe: engere vs weitere Verwandtschaft:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten    (a) &lt;br /&gt;
Weitere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten (b) &lt;br /&gt;
Engere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten     (c) &lt;br /&gt;
Engere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten  (b)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 %           a  b     c  d&lt;br /&gt;
 -------------------------&lt;br /&gt;
 weiblich   37 34    20 15&lt;br /&gt;
 männlich   23 13     8  4&lt;br /&gt;
 -------------------------&lt;br /&gt;
 kombiniert 35 26    16 11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalen Daten wurden dagegengehalten, um die statistische Güte der benutzten Studien einzuschätzen; es zeigt sich, dass die Studien einen leicht höheren Anteil von Kindesmissbrauch offenbarten als die nationalen Statistiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über alle Studien hinweg fand sich zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Störungen eine schwache allgemeine Effektstärke von r = .09, die jedoch signifikant von 0 verschieden war. Dieser Wert bedeutet aber auch, dass Kindesmissbrauch für weniger als 1% der Varianz der psychischen Störungen zuständig ist. Die Autoren schreiben hierzu: &amp;quot;Die geringe unverzerrte Effektstärke besagt, dass in der College-Population die Größe des Zusammenhangs zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Anpassung gering ist, was der Annahme widerspricht, dass Kindesmissbrauch typischerweise mit hohem Schaden verknüpft ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse im einzelnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Einzel-Symptom                   Effektstärke r&lt;br /&gt;
 ------------------------------------------------&lt;br /&gt;
 Alkoholprobleme                  .07&lt;br /&gt;
 Angst                            .13&lt;br /&gt;
 Depression                       .12&lt;br /&gt;
 Dissoziative Erfahrungen         .09&lt;br /&gt;
 Essstörungen (Bullimie)          .06&lt;br /&gt;
 Feindlichkeit                    .11&lt;br /&gt;
 Interpersonale Empfindlichkeit   .10&lt;br /&gt;
 Kontrollverlust                  .04&lt;br /&gt;
 Besessenheitsvorstellungen       .10&lt;br /&gt;
 Paranoia                         .11&lt;br /&gt;
 Phobien                          .12&lt;br /&gt;
 Psychosen                        .11&lt;br /&gt;
 Selbstachtung                    .04&lt;br /&gt;
 Sexuelle Anpassungsfähigkeit     .09&lt;br /&gt;
 Soziale Anpassungsfähigkeit      .07&lt;br /&gt;
 Somatische Beschwerden           .09&lt;br /&gt;
 Selbstmordabsichten              .09&lt;br /&gt;
 Allgemeines Wohlbefinden         .12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Effektstärken (außer Kotrollverlust) sind auf dem 5%-Niveau signifikant, jedoch erklärt Kindesmissbrauch kaum mehr als 1% der Varianz innerhalb eines bestimmten psychischen Verhaltensbereichs. Ein Beispiel: Etwa die Häufigkeit, dass ein Student an Paranoia leidet, wird zu 0.11^2 = 1.2% durch CSA-Erfahrungen statistisch gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einflüsse von Drittvariablen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einfluss von moderierenden Variablen wurde mittels multipler Regression auf Stichproben-Ebene berechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurden drei Moderatorvariablen herangezogen:&lt;br /&gt;
# Art des sexuellen Kontakts (mit / ohne Berührung)&lt;br /&gt;
# Grad der Einwilligung&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellten sich 3 signifikante Prädiktoren heraus (5%-signifikant):&lt;br /&gt;
# Einwilligung&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
# Interaktion von Einwilligung und Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D.h. nicht nur der Grad der Einwilligung und das Geschlecht allein beeinflussen die Stärke des Zusammenhangs von psychischer Symptomatik und Kindesmissbrauch, sondern auch ein aus Einwilligung und Geschlecht zusammengesetzter Faktor. Die Art des sexuellen Kontakts wies keinen signifikanten Einfluss auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine Kontrastanalyse durchgeführt, um die Einflüsse der einfachen Prädiktoren (= Variablen, die etwas erklären) gegenüber der Interaktion dieser Faktoren zu bestimmen. Bezüglich der einfachen Prädiktoren Geschlecht bzw. Einwilligung ergab die Kontrastanalyse keine signifikanten Unterschiede, d.h. jede einzelne Variable hat keinen moderierenden Einfluss auf die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Auffälligkeiten. In der Tat ergab sich aber ein einflussreicher Effekt in der Interaktion beider Variablen: Während bei Männern der Grad der Einwilligung einen Einfluss hatte, fehlt dieser Einfluss bei Frauen. D.h. die Interaktion bedeutet hier: die Beziehung Kindesmissbrauch - Symptomatik wird dann relativ stark, wenn die Einwilligung fehlt, aber nur bei Männern; bei Frauen (Mädchen zur Zeit des Missbrauchs) ist der Grad der Einwilligung ziemlich gleichgültig für die psychischen Folgen. Es zeigte sich überdies, dass es bei Männern erst dann signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe (kein CSA) gibt, sofern Kindesmissbrauch ohne Einwillligung der Person geschah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere zusätzliche Drittvariablen wurden untersucht, die jedoch keinen signifikanten Einfluss aufwiesen: wie etwa das Studienfach der Befragten, das Alter der Personen beim ersten Kontakt, das Alter der Befragten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Moderatorvariable, die auf die psychische Symptomatik wirkte, war das Ausmaß von Gewalt, insbesondere beim Inzest. Jedoch wurden solche Zusammenhänge nur von wenigen Studien bereitgestellt, so dass allgemeine Aussagen innerhalb der Metastudie darüber nicht getroffen werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Selbstberichtete Bewertungen des Kindesmissbrauch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Studien stellten zu den Daten über tatsächliche psychische Folgen auch Daten über subjektive Bewertungen der Personen zur Verfügung, und zwar als Erinnerungsberichte über die unmittelbaren Reaktionen nach dem Kindesmissbrauch. Es wurden positive, neutrale und negative Bewertungen unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
           Frauen  Männer&lt;br /&gt;
 ------------------------&lt;br /&gt;
 Positiv   11%     37% &lt;br /&gt;
 Neutral   18%     29%&lt;br /&gt;
 Negativ   72%     33% &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die subjektive Bewertung unmittelbar nach der sexuellen Handlung (allerdings in der Retrospektive) zwischen Frauen und Männern differiert also erheblich: Bei Männern (Jungen) überwiegend positiv bzw neutral, bei Frauen (Mädchen) eher negativ, obwohl auch hier 28% positiv bzw neutrale Einschätzungen zu Protokoll gaben. Dieses Muster wiederholt sich bei Einschätzungen über spätere Wirkungen des Kindesmissbrauchs, d.h. die subjektive Einschätzung der Situation, wie sie objektiv durch die verschiedenen Skalen getestet worden war. Hier gab es Berichte über &amp;quot;Stress im Leben&amp;quot;, &amp;quot;sich in Schwierigkeiten befinden&amp;quot;, &amp;quot;sich von den Schäden des emotionalen Entwicklung erholen&amp;quot;. Männer sahen nahezu keine negativen Effekte auf ihr Sexualleben (je nach Studie zwischen 0.4%-16% bei 8% mittlerer Wert), Frauen bewerteten diese Effekte dagegen etwas stärker (2.2%-24% bei 13% mittlerer Wert), jedoch waren auch bei ihnen die negativen berichteten Folgen in der Minderzahl. In einer Studie waren es 5% der Personen, die über eine starke andauernde Beeinträchtigung ihres Lebens berichteten. Angesprochen auf retrospektive temporäre Schwierigkeiten berichteten eine größere Anzahl Frauen negative Erfahrungen als in ihrer gegenwärtigen Situation (2/3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss in diesen Selbsteinschätzungen also unterscheiden zwischen&lt;br /&gt;
# Berichten, die sich auf die Situation unmittelbar nach dem Missbrauch beziehen, hier unterscheiden sich Männer und Frauen stark in der Selbsteinschätzung&lt;br /&gt;
# Berichten, die sich auf Schäden in der emotionalen Entwicklung beziehen, hier wurden nur sehr wenig negative Einschätzungen gefunden, sowohl bei Männer wie bei Frauen&lt;br /&gt;
# dann Berichten, die sich auf bleibende Schäden beziehen, auch hier findet man nur sehr wenige negative Selbsteinschätzungen&lt;br /&gt;
# und schließlich Berichten, die sich auf momentane, aber vorübergehende Schäden beziehen (hier berichten 2/3 der Frauen über Schäden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schreiben [eigene Übersetzung]: &amp;quot;Diese Daten implizieren, dass in der College-Population (a) der Kindesmissbrauch die Geschlechter unterschiedlich beeinträchtigt; (b) bleibende Schäden stechen nicht hervor; und (c) wenn negative Effekte auftreten, sind sie oft vorübergehend, was bedeutet, dass sie häufig sind, nicht aber intensiv. Diese Befunde sind inkonsistent mit der Annahme, das der Kindesmissbrauch unabhängig vom Geschlecht wirkt, und dass er intensiv ist in Hinsicht auf schädliche Effekte.&amp;quot; (p38)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede bei berichteten Reaktionen unmittelbar nach dem Kindesmissbrauch, berichteten retrospektiven Reaktionen und vermuteten längerfristigen Effekten des Kindesmissbrauch zeigten sich auch in der Metaanalyse mit Effektstärken von .31, .34 und .22; alle auf dem 5%-Niveau signifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Familiäres Umfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den familiären Hintergrund als Moderatorvariable zu erfassen, wurden in denjenigen Studien, die überhaupt Daten hierzu erfassten, folgende 6 Kategorien erstellt und deren Ausmaß gemessen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Ausmaß von nichtsexuellem Missbrauch und Vernachlässigung in der Familie&lt;br /&gt;
# Anpassungsfähigkeit&lt;br /&gt;
# Ausmaß von Konflikten in der Familie&lt;br /&gt;
# Familienstruktur&lt;br /&gt;
# Unterstützung und Einbindung&lt;br /&gt;
# Grad des Traditionalismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kategorien wiesen eine signifikante Effektstärke zum Kindesmissbrauch auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichtsexueller Missbrauch         .19&lt;br /&gt;
Anpassungsfähigkeit               .13&lt;br /&gt;
Ausmaß von Konflikten             .14&lt;br /&gt;
Familienstruktur                  .09&lt;br /&gt;
Unterstützung und Einbindung      .13&lt;br /&gt;
Grad des Traditionalismus         .16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit einer mittleren Effektstärke von r=.13. Diese Daten legen nahe, dass Kindesmissbrauch und schwierige Familienverhältnisse verknüpft sind, so dass man davon ausgehen muss, dass auch Familienhintergrund und Kindesmissbrauch verknüpft sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Einfluss der familiären Situation auf die psychische Symptomatik zu erforschen, wurden alle Einzelsymptome mit den Kategorien des familiären Umfelds korreliert. Es ergaben sich Effektstärken von r=.04 bis .49; die meisten dieser Effektstärken waren höher als diejenigen zwischen Kindesmissbrauch und den psychischen Symptomen. Nimmt man die Varianzerklärung als Maß (Quadrat des Korrelationskoeffizienten), dann erklärt der familiäre Hintergrund 9 mal mehr Varianz der psychischen Symptome als der Kindesmissbrauch. Wegen der Heterogenität der Messung der familiären Situation muss diese Interpretation allerdings mit Vorsicht betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse legen den Verdacht nahe, dass das familiäre Umfeld der eigentliche Erklärungsfaktor für die psychischen Auffälligkeiten darstellt und nicht der CSA, so dass es möglich ist, dass die statistische Verknüpfung von Kindesmissbrauch und psychischen Problemen nichtsignifikant wird, sobald man diese Variablen mit einbezieht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dass eine signifikante statistische Korrelation zwischen 2 Variablen nichtsignifikant werden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# die unabhängige Variable (hier: Kindesmissbrauch) ist real oder begriffliche verknüpft mit der abhängigen (hier: die psychischen Symptome), d.h. es gibt nicht bloß eine kausale Beziehung zwischen beiden Variablen, sondern eine innerliche [zB Höhe des Einkommens – Höhe der Steuerzahlungen]&lt;br /&gt;
# die unabhängige Variable ist mit einer dritten Variable verknüpft (hier: Kindesmissbrauch mit Familiensituation)&lt;br /&gt;
# die Drittvariable ist verknüpft mit der abhängigen Variablen (hier: psychische Symptome)&lt;br /&gt;
# die Drittvariable ist mit abhängiger und unabhängiger Variablen verknüpft, so dass ihre statistische Kontrolle die ursprüngliche statistische Beziehung zunichte macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedingungen 1-3 sind offenbar erfüllt; um herauszufinden, ob auch Bedingung 4 erfüllt ist, wurden diejenigen Studien herangezogen, die eine statistische Kontrolle erlauben. Von 83 Beziehungen zwischen psychischen Symptomen und Kindesmissbrauch waren 34 (41%) ohne statistische Kontrolle signifikant, nach der statistischen Kontrolle jedoch nur noch 14 (17%). Statistische Kontrolle wurde mittels hierarchischer Regressionsanalyse bzw multivariate Kovarianzanalyse durchgeführt. Diese Reduktion wird stärker, wenn man die Effekte auf Einzelsymptome und nicht auf die Gesamtsymptomatik berechnet, denn die einzelnen Symptome darin sind eng miteinander verknüpft. Gemäß dieser Vorgabe sank der signifikante Anteil um 83% bei Kontrolle der familiären Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schreiben:&lt;br /&gt;
„Obwohl weder die Resultate der Analysen der statistischen Kontrolle, noch die Analysen der Relation Kindesmissbrauch – Familiäres Umfeld beweisen, dass der Einfluss des Kindesmissbrauchs auf die psychische Symptomatik vernachlässigbar sind, unterstützen sie nicht die Annahme, dass es eine grundlegende Eigenschaft des Kindesmissbrauchs ist, psychische Verletzungen hervorzurufen.“ (p42)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistische Validität und Reliabilität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Test-Retest-Reliabilitäten der Messung von Kindesmissbrauch bzw. familiärem Umfeld betrug bei 2-4 Wochen zwischen 90-97%. D.h. die Angaben der Personen blieben so gut wie konstant innerhalb dieses Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Validität einer Regressionsanalyse bei Variablen, die nur dichotom verteilt sind (zB CSA bestand / bestand nicht) ist fragwürdig. Allerdings kam qualitativ dasselbe Resultat heraus bei Studien, die Kindesmissbrauch sowie familiäre Missbrauchsfaktoren in mehren Intensitätsgraden erfassten (Cole 1988, Wisniewski 1990).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen und einigen anderen Validitätsmaßen (bezüglich Schiefheit der Verteilung zwischen Kindesmissbrauch und Nicht-Kindesmissbrauch, geringer Anteil etc) folgern die Autoren, dass die Messungen der Faktoren statistisch valide und reliabel sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskussion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellte sich heraus, dass im Gegensatz zu den 4 populären Vermutungen über Kindesmissbrauch, die oben vorgestellt wurden, in der Metaanalyse folgendes festgestellt werden konnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14% der männlichen und 27% der weiblichen Befragten äußerten Erfahrungen mit Kindesmissbrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Es konnte ein schwacher statistischer Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen festgestellt werden, der allerdings nur 1% Varianz erklärte. Selbst dieser schwache Zusammenhang erwies sich als nichtsignifikant, wenn man Drittvariablen in die Analyse mit einbezieht wie die familiäre Situation. Nicht nur erwies sich der Zusammenhang zwischen Familiensituation und psychischen Problemen stärker als zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Problemen, sondern der letztere statistische Zusammenhang verschwand vollständig (= wurde nichtsignifikant), sobald die familiäre Situation konstant gehalten wurde.&lt;br /&gt;
# Andauernde psychische Probleme aufgrund des Kindesmissbrauchs konnten nicht festgestellt werden, so dass Kindesmissbrauch offenbar einen sehr geringen Grad von Effektivität aufweist.&lt;br /&gt;
# Dasselbe gilt für die Intensität.&lt;br /&gt;
# Zwischen Männern und Frauen ergaben sich insbesondere bei den subjektiven Einschätzungen erhebliche Unterschiede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Befunde basieren auf Massendaten, bedeuten aber keineswegs, dass sie auch für Einzelfälle Geltung haben. Im Einzelfall mag Kindesmissbrauch tatsächlich eine starke negative Auswirkung haben; diese Vermutung widerspricht dieser Metaanalyse nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsunterschiede===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der retrospektiven Sicht empfanden Jungen den Kindesmissbrauch im Durchschnitt als angenehmer als Mädchen. Dieses Muster ist typisch bei verschiedenen sexuellen Aktivitäten von Jungen und Mädchen, zB wenn es um den ersten Geschlechtsverkehr geht, der in Berichten von Mädchen ebenfalls weitaus negativer gesehen wird als in Berichten von Jungen. Jungen erleben Kindesmissbrauch eher als Vergnügen, Abenteuer und Neugierde, während Mädchen dasselbe Ereignisse angstvoll, verwirrend und als Verlegenheit schilderten. Solche Unterschiede beruhen teilweise auf biologischen Unterschieden, aber auch auf unterschiedliche soziale Geschlechtsrollen. Den Kindesmissbrauch betreffend, gibt es allerdings auch verschiedene Formen, die bei Jungen und Mädchen typischerweise auftauchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mädchen werden häufiger innerhalb des engsten Familienkreises missbraucht (Vater, Onkel etc)&lt;br /&gt;
* sie sind beim 1. Kontakt jünger als die Jungen&lt;br /&gt;
* die Anwendung von Zwang geschieht bei Mädchen häufiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verschwinden allerdings, wenn man nur nicht-einvernehmlichen Kindesmissbrauch in Betracht zieht, während sie bei einvernehmlichem Sex prononciert auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigten sich Abhängigkeiten zwischen Kindesmissbrauch und familiärer Situation, so dass die statistische Kontrolle der Familiensituation dazu führte, eine Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen statistisch zufällig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einer solchen Begründung wurde Kritik von Briere geübt. Die Messung des familiären Umfelds kann nicht-reliabel sein, die Stichprobengröße zu klein, der kausale Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und familiärer Situation unbekannt, die Schwere des Missbrauchs unterrepräsentiert. Die Autoren argumentieren dagegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Zusammenhang zwischen familiärer Situation und psychischen Symptomen erwies sich als reliabel.&lt;br /&gt;
* Die Stichproben waren ausreichend groß.&lt;br /&gt;
* In einer Studie von Ageton (1988) wurde gezeigt, dass die Familienprobleme dem Kindesmissbrauch vorausgehen, nicht umgekehrt. Burnam et al (1988) fanden, dass die psychischen Probleme der missbrauchten Kinder vor dem Kindesmissbrauch genauso stark waren wie danach. Bei inzestuösem Kindesmissbrauch kann jedoch die Kausalrichtung auch umgekehrt sein, da sie familiäre Dysfunktionen fördert; bei außerfamilialem Kindesmissbrauch ist der kausale Weg zumeist so, dass die Kinder einem Kindesmissbrauch eher ausgesetzt sind. In klinischen Studien mit hohem Anteil von inzestuösem Kindesmissbrauch ist die Kausalrichtung daher schwierig zu beurteilen; weniger in der vorliegenden Metastudie, denn der Anteil des inzestuösen Kindesmissbrauchs lag gerade bei 16% aller Kindesmissbrauchsfälle, Geschwisterinzest mit eingeschlossen.&lt;br /&gt;
* Schwere Missbrauchsfälle waren nicht unterrepräsentiert, wie Vergleiche mit Stichproben aus nationalen Untersuchungen zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch ist bei der Interpretation der statistischen Kontrolle Vorsicht angebracht:&lt;br /&gt;
* eine bestimmte Gruppe von Studenten berichtete durchaus von schweren Verletzungen durch den Kindesmissbrauch&lt;br /&gt;
* verschiedene Symptome standen durchaus in signifikanter Beziehung mit Kindesmissbrauch - auch nach der statistischen Kontrolle durch die Familiensituation&lt;br /&gt;
* Im Falle nicht-einvernehmlichen sexuellen Kontakts berichteten auch männliche Opfer über psychische Symptome.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Einschränkungen muss gesagt werden: die Behauptung, Kindesmissbrauch produziere im allgemeinen schweren psychischen Schaden, ist nicht gerechtfertigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Studie von Eckenrode et al (1993) wurde festgestellt: „Sie fanden, dass die Art des Missbrauchs, die am stärksten mit psychischen Problemen korrelierten, körperlicher Missbrauch, Vernachlässigigung und sprachlicher Missbrauch war. In den ersten 10 schlimmsten Kombinationen kommt der verbale Missbrauch 7mal vor, physische Vernachlässigung 6mal, physischer Missbrauch und emotionale Vernachlässigung 5mal, wogegen Kindesmissbrauch  nur einmal erschien.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Moderatorvariablen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Multiple Regression zeigte, dass das Verhältnis Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen sich unterschied durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
# Grad der Einvernehmlichkeit&lt;br /&gt;
# und der Interaktion dieser beiden Faktoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hingegen hatte die Art des sexuellen Kontakts keine Auswirkungen; auch bei intensivem sexuellen Kontakt ergaben sich keine andere Auswirkungen als ohne Kontakt. Dass Geschlechtsverkehr schädigt, wird auch von Finkelhor (1979) als gesellschaftliches Vorurteil angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Moderatorvariablen waren Gewaltanwendung, sobald die berichteten Reaktionen betroffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Begriff &amp;quot;Sexueller Kindesmissbrauch&amp;quot; neu bestimmt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bislang wurde in der Forschung Kindesmissbrauch so übernommen, wie sie im moralischen oder gesetzlichen Kontext definiert war. Dieses Konzept ist zu überdenken: Missbrauch kann in der Forschung nur da vorliegen, wo auch ein Schaden vorliegt. „Ein Verhalten als Missbrauch zu klassifizieren, einfach weil es man es als unmoralisch oder ungesetzlich bestimmt, ist problematisch, denn eine solche Klassifikation verwischt die wahre Natur des Verhalten und seine tatsächlichen Ursachen und Folgen.“ (p46)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren plädieren nicht dafür, den Begriff &amp;quot;Kindesmissbrauch&amp;quot; abzuschaffen, sondern ihn stärker an die wirkliche Schädigung zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Benutzer:Hannoboy&amp;diff=550</id>
		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-05T10:41:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Metastudie Rind, Bauserman, Tromovitch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1998 erschien eine Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Titel dieser Studie lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Rind, Ph.D., Robert Bauserman, Ph.D. &amp;amp; Philip Tromovitch, Ph.D. (cand.), A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, veröffentlicht in Psychological Bulletin. 124(1), 22-53. Diese Studie erreichte eine unerwartete öffentliche Aufmerksamkeit, die bis zu ihrer Verurteilung im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstract der Studie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Viele Laien und Fachleute glauben, dass Kindesmissbrauch intensiven Schaden, unabhängig vom Geschlecht und verbreitet in der allgemeinen Bevölkerung, verursacht. Die Autoren untersuchten diese Annahme durch die Analyse von 59 Studien, die auf College-Stichproben beruhten. Die Metaanalyse zeigte, dass missbrauchte Studenten durchschnittlich etwas mehr psychische Probleme aufwiesen als die Kontrollgruppe. Jedoch konnte dieser Zusammenhang nicht auf den Kindesmissbrauch zurückgeführt werden, da das familiäre Umfeld eng mit dem Kindesmissbrauch verknüpft war, das letztere beträchtlich mehr Varianz der psychischen Symptomatik erklärte und die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Schwierigkeiten bei statistischer Kontrolle des familiären Umfelds nichtsignifikant wurde. Selbstberichtete Reaktionen auf Kindesmissbrauch zeigten, dass negative Effekte weder allgemein verbreitet noch intensiv waren, und dass Männer viel weniger negativ auf Kindesmissbrauch reagierten als Frauen. Die Daten der College-Stichproben waren konsistent mit nationalen Erhebungen. Grundlegende Glaubensmuster der allgemeinen Bevölkerung über Kindesmissbrauch konnten nicht unterstützt werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Qualitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Medien wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass sexueller Kindesmissbrauch (im folgenden abgekürzt als CSA) zu negativen Effekten der psychischen Anpassungsfähigkeit führt. Seligman (1994) beschreibt den sexuellen Kindesmissbrauch als &amp;quot;Vernichter der erwachsenen seelischen Gesundheit&amp;quot;, viele psychopathologischen Erscheinungen des Erwachsenenlebens wurden damit in Verbindung gebracht, vor allem das posttraumatic stress disorder sei eine solche Folgeerscheinung. 4 Vorwürfe werden vor allem erhoben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kindesmissbrauch verursacht Schäden (Kausalität)&lt;br /&gt;
* diese Schäden durchdringen die gesamte Persönlichkeit eines Missbrauchsopfers (Effektivität)&lt;br /&gt;
* diese Schäden sind intensiv (Intensität)&lt;br /&gt;
* und bei Mädchen und Jungen gleichermaßen verteilt (Geschlechtsneutralität).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des Kindesmissbrauchs ist allerdings problematisch, da er zwei Elemente miteinander vermengt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Missbrauch als Verletzung, der durch die sexuelle Aktivität selbst hervorgerufen wird&lt;br /&gt;
* Missbrauch als Verletzung einer sozialen Norm bzw eines Gesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird Kindesmissbrauch unterschiedslos als Bezeichnung etwa einer Vergewaltigung eines 5jährigen Mädchens durch ihren Vater und einer einvernehmlichen sexuellen Beziehung zwischen einem 15jährigen Jungen und einem Erwachsenen verwendet, wobei nur das erste Beispiel wirklichen Schaden verursacht. Trotz dieser terminologischen Schwächen wurde der Begriff „Kindesmissbrauch“ in dieser Studie beibehalten, weil er auch in den betrachteten Studien verwendet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexueller Kindesmissbrauch (CSA) wird von Rind et. al 1998 definiert&lt;br /&gt;
„als sexuelle Interaktion, die entweder physischen oder keinen Kontakt impliziert (zB Exhibitionismus) zwischen einem Kind / Jugendlichen und jemandem bedeutend Älteren, oder zwischen Gleichaltrigen, die Kinder oder Jugendliche sind, sofern Zwang im Spiel ist.“ (p23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Studien ordnen dem CSA eine direkte kausale Bedeutung für psychische Probleme im Erwachsenenleben zu, allerdings argumentieren sie ins Blaue hinein und berücksichtigen Drittvariablen wie den familiären Hintergrund nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Effektivität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Effektivität (bzw Verbreitung) soll die Annahme verstanden werden, dass CSA auf die meisten Beteiligten Auswirkungen hat, d.h. universell wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Studien zeigen unterschiedliche Wirkungen von CSA. Constantine (1981) sowie Beitchman et al (1991) sprechen sogar davon, dass es keine konsistente Menge von Reaktionsmustern auf Kindesmissbrauch gibt und dass die negativen Effekte, die in manchen Studien auftauchen, darauf beruhen, dass sie aus klinischem Material gewonnen wurden (d.h. bei ambulanten oder stationären Patienten), dort aber ausschließlich Leute mit psychischen Problemen behandelt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es gibt allerdings eine Reihe von Forschern, die negative Wirkungen von CSA behaupten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# sie vermuten Korrelationen zwischen CSA und verschiedenen psychischen Symptomen&lt;br /&gt;
# fehlen diese negativen psychische Symptome bei Opfern von Kindesmissbrauch, so vermuten sie, dass diese erst noch ausbrechen. Sie folgern daraus, dass negative Symptome immer ausbrechen müssen, auch wenn sie nicht beobachtet werden.&lt;br /&gt;
# sie weisen nicht auf die Begrenztheit klinischer Studien hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Intensität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Studien, die nahezu keine psychischen Unterschiede zwischen Menschen mit CSA-Erfahrung und ohne feststellen, andere sehen keine negativen Effekte in nicht-klinischen Populationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsverteilung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Studien wurde festgestellt, dass Mädchen eher negativ reagieren als Jungen, die wiederum neutrale oder positive Einstellungen zu ihrem sexuellen Missbrauch äußern. Andere Studien sprechen von gleichen Wirkungen bei beiden Geschlechtern und nennen die These, dass Jungen weniger stark beeinträchtigt sind, einen Mythos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zusammenfassung der qualitativen Analyse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich auch eine statistische Verzerrung der vorliegenden Samples:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* qualitative Literaturüberblicke basierten bislang meist auf klinischen oder kriminologischen Studien, die jedoch für die Gesamtheit der Menschen mit einer Kindesmissbrauch-Erfahrung nicht repräsentativ sind&lt;br /&gt;
* In einer Studie von Okami (1991), in der verschiedene Populationen (klinische und nicht-klinische) betrachtet wurden, konnte gezeigt werden, dass diejenigen Personen, die negativ auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung reagierten, vor allem dann auch psychische Verhaltensauffälligkeiten aufwiesen, sofern sie auch in klinischer Behandlung waren. Dieses Ergebnis führt im Endeffekt zu sehr starken statistischen Verzerrungen, sobald nur klinische Studien herangezogen werden.&lt;br /&gt;
* Klinische Patienten suchen nach Ursachen, die ihre seelischen Probleme erklären können, und attribuieren sie mit Vorliebe auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung, darin werden sie unterstützt von Therapeuten, die ebenfalls im Kindesmissbrauch die Ursache seelischen Leids sehen und dadurch ihre Erwartungen an die Patienten weitergeben.&lt;br /&gt;
* Eine qualitative Metaanalyse ist sehr anfällig für subjektive Wertungen und daher mit Vorsicht zu genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quantitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Studie von Jumper (1995)&lt;br /&gt;
26 veröffentlichte Studien mit 30 Stichproben wurden untersucht. Es wurden einzelne psychische Symptome in ihrer Beziehung auf den Kindesmissbrauch getestet und ein Pearsonscher Korrelationskoeffizient r von .27 gefunden. Dieser Wert war bei kommunalen und klinischen Studien ähnlich, bei Studentensamples jedoch nichtsignifikant (r=.09). Zwischen Selbstwertgefühl und Kindesmissbrauch ergab sich bei klinischen und kommunalen Stichproben ein r=.34, bei Studenten jedoch -.02; ersterer signifikant, letzterer nichtsignifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Studie von Neumann et al (1996)&lt;br /&gt;
38 Studien wurden herangezogen mit ausschließlich weiblicher Population, zur Hälfte klinische Stichproben. Sie maßen eine Effektgröße (Cohen&#039;s d) von d=.37; nimmt man Pearson&#039;s r, ergab sich r=.14 - eine kleinerer Effekt als in der Studie von Jumper. Bei den klinischen Studien ergab sich r=.19, den nichtklinischen r=.12. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Studie von Rind und Tromovitch (1997)&lt;br /&gt;
Es wurden 7 männliche und 7 weibliche landesweite Zufallsstichproben verschiedener westlicher Länder verglichen. Der Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und Verhaltensparameter war bei Männern r=.07 und bei Frauen r.=10; dagegen ergaben sich weitaus stärkere Zusammenhänge zu subjektiven Effekten des Kindesmissbrauchs nach Selbsteinschätzung. Verschiedene Dritt-Variablen wie emotionale Vernachlässigung oder körperlicher Missbrauch wurden hierbei jedoch nicht kontrolliert, was eine Interpretation erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundauszählungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der vorliegenden Metaanalyse wurden College-Stichproben verwendet, da sie die meisten nichtklinischen Daten zur Verfügung stellen, außerdem Daten über Drittvariablen liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag Kritik an College-Stichproben geben:&lt;br /&gt;
Die Befragten sind zu jung, um Symptome zu entwickeln, und die Befragten haben mehr Möglichkeiten, mit Symptomen fertig zu werden (weil akademisch gebildet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch: &lt;br /&gt;
* Nach Neumann et al (1996) unterschieden sich Ältere und Jüngere nicht, was Kindesmissbrauch betrifft.&lt;br /&gt;
* Effektstärken von College-Samples waren gleich denen der Landes-Population.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Datenmaterial===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Daten wurden erhoben zwischen 1965-1995. Kriterien: Es mussten Collegedaten enthalten sein mit CSA-Erfahrung und mit Kontrollgruppen ohne CSA-Erfahrung. Es mussten Daten vorliegen zu den verschiedenen Symptomgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methodik: Um Effektgrößen vergleichbar zu machen, wurden verschiedene Messverfahren (zB Depressionsskala) mittels Fisher&#039;s Z transformiert. Die Effektstärke wurde auf jedes einzelne Symptom berechnet, außerdem noch für jede Studie einzeln. Dann wurde einmal eine durchschnittliche Effektstärke über eine Stichprobe berechnet, zum zweiten eine Metaanalyse über die verschiedensten Stichproben zu einem Symptom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erhielt man 59 Studien, darunter 23 unveröffentlichte, mit insgesamt 70 unabhängigen Stichproben; damit konnte man 214 symptombezogene Effektstärken gewinnen. Damit standen zur Berechnung von symptonspezifischen Effektstärken 15824 Personen zur Verfügung; zur Berechnung von Intensitätsmaßen 35703 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgend einzelne psychische Symptome, statistisch gesehen Variablen, die zum Kindesmissbrauch korreliert werden konnten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Alkoholprobleme&lt;br /&gt;
# Angst&lt;br /&gt;
# Depression&lt;br /&gt;
# Dissoziative Erfahrungen&lt;br /&gt;
# Essstörungen (Bullimie)&lt;br /&gt;
# Feindlichkeit&lt;br /&gt;
# Interpersonale Empfindlichkeit&lt;br /&gt;
# Kontrollverlust&lt;br /&gt;
# Besessenheitsvorstellungen&lt;br /&gt;
# Paranoia&lt;br /&gt;
# Phobien&lt;br /&gt;
# Psychosen&lt;br /&gt;
# Selbstachtung&lt;br /&gt;
# Sexuelle Selbstachtung&lt;br /&gt;
# Interpersonale Probleme und soziale Anpassung&lt;br /&gt;
# Somatische Beschwerden&lt;br /&gt;
# Selbstmordabsichten&lt;br /&gt;
# Allgemeines Wohlbefinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die herangezogenen Studien definieren Kindesmissbrauch sehr unterschiedlich: die meisten gingen von einer erheblichen Altersdifferenz (die meisten mehr als 5 Jahre Unterschied) aus. Dabei unterschieden nur wenige einvernehmlichen und nichteinvernehmlichen Sex (nur 20% der Studien taten das). Was das Alter betrifft, konzentrierten sich die meisten Studien auf ein Höchstalter von 16-17, nur 1/4 der Studien beschränkte sich auf ein Alter unter 14 Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei zeigte sich folgende Verteilung der Häufigkeit von Kindesmissbrauch (gemäß studienspezifischer Definition):&lt;br /&gt;
Männliche Jugendliche 14%&lt;br /&gt;
Weibliche &amp;quot;&amp;quot;          27%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Unterscheidung wurden 4 verschiedene Typen des Kindesmissbrauchs nach Grad der Intimität unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Geschlechtsteile herzeigen (Exhibitionismus)&lt;br /&gt;
# Fummeln (Berühren, Masturbation)&lt;br /&gt;
# Oraler Sex&lt;br /&gt;
# Geschlechtsverkehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese 4 Typen des Kindesmissbrauch verteilen sich wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
          | 1   2   3   4&lt;br /&gt;
 ---------+------------------&lt;br /&gt;
 weiblich | 32% 39%  3% 13%&lt;br /&gt;
 männlich | 22% 51% 14% 33%&lt;br /&gt;
 ---------+------------------&lt;br /&gt;
 gesamt   | 28% 42%  6% 17%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verteilung des Kindesmissbrauchs nach Verwandtschaftsnähe: engere vs weitere Verwandtschaft:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten    (a) &lt;br /&gt;
Weitere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten (b) &lt;br /&gt;
Engere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten     (c) &lt;br /&gt;
Engere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten  (b)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 %           a  b     c  d&lt;br /&gt;
 -------------------------&lt;br /&gt;
 weiblich   37 34    20 15&lt;br /&gt;
 männlich   23 13     8  4&lt;br /&gt;
 -------------------------&lt;br /&gt;
 kombiniert 35 26    16 11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalen Daten wurden dagegengehalten, um die statistische Güte der benutzten Studien einzuschätzen; es zeigt sich, dass die Studien einen leicht höheren Anteil von Kindesmissbrauch offenbarten als die nationalen Statistiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über alle Studien hinweg fand sich zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Störungen eine schwache allgemeine Effektstärke von r = .09, die jedoch signifikant von 0 verschieden war. Dieser Wert bedeutet aber auch, dass Kindesmissbrauch für weniger als 1% der Varianz der psychischen Störungen zuständig ist. Die Autoren schreiben hierzu: &amp;quot;Die geringe unverzerrte Effektstärke besagt, dass in der College-Population die Größe des Zusammenhangs zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Anpassung gering ist, was der Annahme widerspricht, dass Kindesmissbrauch typischerweise mit hohem Schaden verknüpft ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse im einzelnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Einzel-Symptom                   Effektstärke r&lt;br /&gt;
 ------------------------------------------------&lt;br /&gt;
 Alkoholprobleme                  .07&lt;br /&gt;
 Angst                            .13&lt;br /&gt;
 Depression                       .12&lt;br /&gt;
 Dissoziative Erfahrungen         .09&lt;br /&gt;
 Essstörungen (Bullimie)          .06&lt;br /&gt;
 Feindlichkeit                    .11&lt;br /&gt;
 Interpersonale Empfindlichkeit   .10&lt;br /&gt;
 Kontrollverlust                  .04&lt;br /&gt;
 Besessenheitsvorstellungen       .10&lt;br /&gt;
 Paranoia                         .11&lt;br /&gt;
 Phobien                          .12&lt;br /&gt;
 Psychosen                        .11&lt;br /&gt;
 Selbstachtung                    .04&lt;br /&gt;
 Sexuelle Anpassungsfähigkeit     .09&lt;br /&gt;
 Soziale Anpassungsfähigkeit      .07&lt;br /&gt;
 Somatische Beschwerden           .09&lt;br /&gt;
 Selbstmordabsichten              .09&lt;br /&gt;
 Allgemeines Wohlbefinden         .12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Effektstärken (außer Kotrollverlust) sind auf dem 5%-Niveau signifikant, jedoch erklärt Kindesmissbrauch kaum mehr als 1% der Varianz innerhalb eines bestimmten psychischen Verhaltensbereichs. Ein Beispiel: Etwa die Häufigkeit, dass ein Student an Paranoia leidet, wird zu 0.11^2 = 1.2% durch CSA-Erfahrungen statistisch gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einflüsse von Drittvariablen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einfluss von moderierenden Variablen wurde mittels multipler Regression auf Stichproben-Ebene berechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurden drei Moderatorvariablen herangezogen:&lt;br /&gt;
# Art des sexuellen Kontakts (mit / ohne Berührung)&lt;br /&gt;
# Grad der Einwilligung&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellten sich 3 signifikante Prädiktoren heraus (5%-signifikant):&lt;br /&gt;
# Einwilligung&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
# Interaktion von Einwilligung und Geschlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D.h. nicht nur der Grad der Einwilligung und das Geschlecht allein beeinflussen die Stärke des Zusammenhangs von psychischer Symptomatik und Kindesmissbrauch, sondern auch ein aus Einwilligung und Geschlecht zusammengesetzter Faktor. Die Art des sexuellen Kontakts wies keinen signifikanten Einfluss auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde eine Kontrastanalyse durchgeführt, um die Einflüsse der einfachen Prädiktoren (= Variablen, die etwas erklären) gegenüber der Interaktion dieser Faktoren zu bestimmen. Bezüglich der einfachen Prädiktoren Geschlecht bzw. Einwilligung ergab die Kontrastanalyse keine signifikanten Unterschiede, d.h. jede einzelne Variable hat keinen moderierenden Einfluss auf die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Auffälligkeiten. In der Tat ergab sich aber ein einflussreicher Effekt in der Interaktion beider Variablen: Während bei Männern der Grad der Einwilligung einen Einfluss hatte, fehlt dieser Einfluss bei Frauen. D.h. die Interaktion bedeutet hier: die Beziehung Kindesmissbrauch - Symptomatik wird dann relativ stark, wenn die Einwilligung fehlt, aber nur bei Männern; bei Frauen (Mädchen zur Zeit des Missbrauchs) ist der Grad der Einwilligung ziemlich gleichgültig für die psychischen Folgen. Es zeigte sich überdies, dass es bei Männern erst dann signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe (kein CSA) gibt, sofern Kindesmissbrauch ohne Einwillligung der Person geschah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere zusätzliche Drittvariablen wurden untersucht, die jedoch keinen signifikanten Einfluss aufwiesen: wie etwa das Studienfach der Befragten, das Alter der Personen beim ersten Kontakt, das Alter der Befragten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Moderatorvariable, die auf die psychische Symptomatik wirkte, war das Ausmaß von Gewalt, insbesondere beim Inzest. Jedoch wurden solche Zusammenhänge nur von wenigen Studien bereitgestellt, so dass allgemeine Aussagen innerhalb der Metastudie darüber nicht getroffen werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Selbstberichtete Bewertungen des Kindesmissbrauch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Studien stellten zu den Daten über tatsächliche psychische Folgen auch Daten über subjektive Bewertungen der Personen zur Verfügung, und zwar als Erinnerungsberichte über die unmittelbaren Reaktionen nach dem Kindesmissbrauch. Es wurden positive, neutrale und negative Bewertungen unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
           Frauen  Männer&lt;br /&gt;
 ------------------------&lt;br /&gt;
 Positiv   11%     37% &lt;br /&gt;
 Neutral   18%     29%&lt;br /&gt;
 Negativ   72%     33% &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die subjektive Bewertung unmittelbar nach der sexuellen Handlung (allerdings in der Retrospektive) zwischen Frauen und Männern differiert also erheblich: Bei Männern (Jungen) überwiegend positiv bzw neutral, bei Frauen (Mädchen) eher negativ, obwohl auch hier 28% positiv bzw neutrale Einschätzungen zu Protokoll gaben. Dieses Muster wiederholt sich bei Einschätzungen über spätere Wirkungen des Kindesmissbrauchs, d.h. die subjektive Einschätzung der Situation, wie sie objektiv durch die verschiedenen Skalen getestet worden war. Hier gab es Berichte über &amp;quot;Stress im Leben&amp;quot;, &amp;quot;sich in Schwierigkeiten befinden&amp;quot;, &amp;quot;sich von den Schäden des emotionalen Entwicklung erholen&amp;quot;. Männer sahen nahezu keine negativen Effekte auf ihr Sexualleben (je nach Studie zwischen 0.4%-16% bei 8% mittlerer Wert), Frauen bewerteten diese Effekte dagegen etwas stärker (2.2%-24% bei 13% mittlerer Wert), jedoch waren auch bei ihnen die negativen berichteten Folgen in der Minderzahl. In einer Studie waren es 5% der Personen, die über eine starke andauernde Beeinträchtigung ihres Lebens berichteten. Angesprochen auf retrospektive temporäre Schwierigkeiten berichteten eine größere Anzahl Frauen negative Erfahrungen als in ihrer gegenwärtigen Situation (2/3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss in diesen Selbsteinschätzungen also unterscheiden zwischen&lt;br /&gt;
# Berichten, die sich auf die Situation unmittelbar nach dem Missbrauch beziehen, hier unterscheiden sich Männer und Frauen stark in der Selbsteinschätzung&lt;br /&gt;
# Berichten, die sich auf Schäden in der emotionalen Entwicklung beziehen, hier wurden nur sehr wenig negative Einschätzungen gefunden, sowohl bei Männer wie bei Frauen&lt;br /&gt;
# dann Berichten, die sich auf bleibende Schäden beziehen, auch hier findet man nur sehr wenige negative Selbsteinschätzungen&lt;br /&gt;
# und schließlich Berichten, die sich auf momentane, aber vorübergehende Schäden beziehen (hier berichten 2/3 der Frauen über Schäden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schreiben [eigene Übersetzung]: &amp;quot;Diese Daten implizieren, dass in der College-Population (a) der Kindesmissbrauch die Geschlechter unterschiedlich beeinträchtigt; (b) bleibende Schäden stechen nicht hervor; und (c) wenn negative Effekte auftreten, sind sie oft vorübergehend, was bedeutet, dass sie häufig sind, nicht aber intensiv. Diese Befunde sind inkonsistent mit der Annahme, das der Kindesmissbrauch unabhängig vom Geschlecht wirkt, und dass er intensiv ist in Hinsicht auf schädliche Effekte.&amp;quot; (p38)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede bei berichteten Reaktionen unmittelbar nach dem Kindesmissbrauch, berichteten retrospektiven Reaktionen und vermuteten längerfristigen Effekten des Kindesmissbrauch zeigten sich auch in der Metaanalyse mit Effektstärken von .31, .34 und .22; alle auf dem 5%-Niveau signifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Familiäres Umfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den familiären Hintergrund als Moderatorvariable zu erfassen, wurden in denjenigen Studien, die überhaupt Daten hierzu erfassten, folgende 6 Kategorien erstellt und deren Ausmaß gemessen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Ausmaß von nichtsexuellem Missbrauch und Vernachlässigung in der Familie&lt;br /&gt;
# Anpassungsfähigkeit&lt;br /&gt;
# Ausmaß von Konflikten in der Familie&lt;br /&gt;
# Familienstruktur&lt;br /&gt;
# Unterstützung und Einbindung&lt;br /&gt;
# Grad des Traditionalismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kategorien wiesen eine signifikante Effektstärke zum Kindesmissbrauch auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichtsexueller Missbrauch         .19&lt;br /&gt;
Anpassungsfähigkeit               .13&lt;br /&gt;
Ausmaß von Konflikten             .14&lt;br /&gt;
Familienstruktur                  .09&lt;br /&gt;
Unterstützung und Einbindung      .13&lt;br /&gt;
Grad des Traditionalismus         .16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit einer mittleren Effektstärke von r=.13. Diese Daten legen nahe, dass Kindesmissbrauch und schwierige Familienverhältnisse verknüpft sind, so dass man davon ausgehen muss, dass auch Familienhintergrund und Kindesmissbrauch verknüpft sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Einfluss der familiären Situation auf die psychische Symptomatik zu erforschen, wurden alle Einzelsymptome mit den Kategorien des familiären Umfelds korreliert. Es ergaben sich Effektstärken von r=.04 bis .49; die meisten dieser Effektstärken waren höher als diejenigen zwischen Kindesmissbrauch und den psychischen Symptomen. Nimmt man die Varianzerklärung als Maß (Quadrat des Korrelationskoeffizienten), dann erklärt der familiäre Hintergrund 9 mal mehr Varianz der psychischen Symptome als der Kindesmissbrauch. Wegen der Heterogenität der Messung der familiären Situation muss diese Interpretation allerdings mit Vorsicht betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse legen den Verdacht nahe, dass das familiäre Umfeld der eigentliche Erklärungsfaktor für die psychischen Auffälligkeiten darstellt und nicht der CSA, so dass es möglich ist, dass die statistische Verknüpfung von Kindesmissbrauch und psychischen Problemen nichtsignifikant wird, sobald man diese Variablen mit einbezieht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dass eine signifikante statistische Korrelation zwischen 2 Variablen nichtsignifikant werden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# die unabhängige Variable (hier: Kindesmissbrauch) ist real oder begriffliche verknüpft mit der abhängigen (hier: die psychischen Symptome), d.h. es gibt nicht bloß eine kausale Beziehung zwischen beiden Variablen, sondern eine innerliche [zB Höhe des Einkommens – Höhe der Steuerzahlungen]&lt;br /&gt;
# die unabhängige Variable ist mit einer dritten Variable verknüpft (hier: Kindesmissbrauch mit Familiensituation)&lt;br /&gt;
# die Drittvariable ist verknüpft mit der abhängigen Variablen (hier: psychische Symptome)&lt;br /&gt;
# die Drittvariable ist mit abhängiger und unabhängiger Variablen verknüpft, so dass ihre statistische Kontrolle die ursprüngliche statistische Beziehung zunichte macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedingungen 1-3 sind offenbar erfüllt; um herauszufinden, ob auch Bedingung 4 erfüllt ist, wurden diejenigen Studien herangezogen, die eine statistische Kontrolle erlauben. Von 83 Beziehungen zwischen psychischen Symptomen und Kindesmissbrauch waren 34 (41%) ohne statistische Kontrolle signifikant, nach der statistischen Kontrolle jedoch nur noch 14 (17%). Statistische Kontrolle wurde mittels hierarchischer Regressionsanalyse bzw multivariate Kovarianzanalyse durchgeführt. Diese Reduktion wird stärker, wenn man die Effekte auf Einzelsymptome und nicht auf die Gesamtsymptomatik berechnet, denn die einzelnen Symptome darin sind eng miteinander verknüpft. Gemäß dieser Vorgabe sank der signifikante Anteil um 83% bei Kontrolle der familiären Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schreiben:&lt;br /&gt;
„Obwohl weder die Resultate der Analysen der statistischen Kontrolle, noch die Analysen der Relation Kindesmissbrauch – Familiäres Umfeld beweisen, dass der Einfluss des Kindesmissbrauchs auf die psychische Symptomatik vernachlässigbar sind, unterstützen sie nicht die Annahme, dass es eine grundlegende Eigenschaft des Kindesmissbrauchs ist, psychische Verletzungen hervorzurufen.“ (p42)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistische Validität und Reliabilität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Test-Retest-Reliabilitäten der Messung von Kindesmissbrauch bzw. familiärem Umfeld betrug bei 2-4 Wochen zwischen 90-97%. D.h. die Angaben der Personen blieben so gut wie konstant innerhalb dieses Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Validität einer Regressionsanalyse bei Variablen, die nur dichotom verteilt sind (zB CSA bestand / bestand nicht) ist fragwürdig. Allerdings kam qualitativ dasselbe Resultat heraus bei Studien, die Kindesmissbrauch sowie familiäre Missbrauchsfaktoren in mehren Intensitätsgraden erfassten (Cole 1988, Wisniewski 1990).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen und einigen anderen Validitätsmaßen (bezüglich Schiefheit der Verteilung zwischen Kindesmissbrauch und Nicht-Kindesmissbrauch, geringer Anteil etc) folgern die Autoren, dass die Messungen der Faktoren statistisch valide und reliabel sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskussion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellte sich heraus, dass im Gegensatz zu den 4 populären Vermutungen über Kindesmissbrauch, die oben vorgestellt wurden, in der Metaanalyse folgendes festgestellt werden konnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14% der männlichen und 27% der weiblichen Befragten äußerten Erfahrungen mit Kindesmissbrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Es konnte ein schwacher statistischer Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen festgestellt werden, der allerdings nur 1% Varianz erklärte. Selbst dieser schwache Zusammenhang erwies sich als nichtsignifikant, wenn man Drittvariablen in die Analyse mit einbezieht wie die familiäre Situation. Nicht nur erwies sich der Zusammenhang zwischen Familiensituation und psychischen Problemen stärker als zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Problemen, sondern der letztere statistische Zusammenhang verschwand vollständig (= wurde nichtsignifikant), sobald die familiäre Situation konstant gehalten wurde.&lt;br /&gt;
# Andauernde psychische Probleme aufgrund des Kindesmissbrauchs konnten nicht festgestellt werden, so dass Kindesmissbrauch offenbar einen sehr geringen Grad von Effektivität aufweist.&lt;br /&gt;
# Dasselbe gilt für die Intensität.&lt;br /&gt;
# Zwischen Männern und Frauen ergaben sich insbesondere bei den subjektiven Einschätzungen erhebliche Unterschiede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Befunde basieren auf Massendaten, bedeuten aber keineswegs, dass sie auch für Einzelfälle Geltung haben. Im Einzelfall mag Kindesmissbrauch tatsächlich eine starke negative Auswirkung haben; diese Vermutung widerspricht dieser Metaanalyse nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsunterschiede===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der retrospektiven Sicht empfanden Jungen den Kindesmissbrauch im Durchschnitt als angenehmer als Mädchen. Dieses Muster ist typisch bei verschiedenen sexuellen Aktivitäten von Jungen und Mädchen, zB wenn es um den ersten Geschlechtsverkehr geht, der in Berichten von Mädchen ebenfalls weitaus negativer gesehen wird als in Berichten von Jungen. Jungen erleben Kindesmissbrauch eher als Vergnügen, Abenteuer und Neugierde, während Mädchen dasselbe Ereignisse angstvoll, verwirrend und als Verlegenheit schilderten. Solche Unterschiede beruhen teilweise auf biologischen Unterschieden, aber auch auf unterschiedliche soziale Geschlechtsrollen. Den Kindesmissbrauch betreffend, gibt es allerdings auch verschiedene Formen, die bei Jungen und Mädchen typischerweise auftauchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mädchen werden häufiger innerhalb des engsten Familienkreises missbraucht (Vater, Onkel etc)&lt;br /&gt;
* sie sind beim 1. Kontakt jünger als die Jungen&lt;br /&gt;
* die Anwendung von Zwang geschieht bei Mädchen häufiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verschwinden allerdings, wenn man nur nicht-einvernehmlichen Kindesmissbrauch in Betracht zieht, während sie bei einvernehmlichem Sex prononciert auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigten sich Abhängigkeiten zwischen Kindesmissbrauch und familiärer Situation, so dass die statistische Kontrolle der Familiensituation dazu führte, eine Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen statistisch zufällig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einer solchen Begründung wurde Kritik von Briere geübt. Die Messung des familiären Umfelds kann nicht-reliabel sein, die Stichprobengröße zu klein, der kausale Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und familiärer Situation unbekannt, die Schwere des Missbrauchs unterrepräsentiert. Die Autoren argumentieren dagegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Zusammenhang zwischen familiärer Situation und psychischen Symptomen erwies sich als reliabel.&lt;br /&gt;
* Die Stichproben waren ausreichend groß.&lt;br /&gt;
* In einer Studie von Ageton (1988) wurde gezeigt, dass die Familienprobleme dem Kindesmissbrauch vorausgehen, nicht umgekehrt. Burnam et al (1988) fanden, dass die psychischen Probleme der missbrauchten Kinder vor dem Kindesmissbrauch genauso stark waren wie danach. Bei inzestuösem Kindesmissbrauch kann jedoch die Kausalrichtung auch umgekehrt sein, da sie familiäre Dysfunktionen fördert; bei außerfamilialem Kindesmissbrauch ist der kausale Weg zumeist so, dass die Kinder einem Kindesmissbrauch eher ausgesetzt sind. In klinischen Studien mit hohem Anteil von inzestuösem Kindesmissbrauch ist die Kausalrichtung daher schwierig zu beurteilen; weniger in der vorliegenden Metastudie, denn der Anteil des inzestuösen Kindesmissbrauchs lag gerade bei 16% aller Kindesmissbrauchsfälle, Geschwisterinzest mit eingeschlossen.&lt;br /&gt;
* Schwere Missbrauchsfälle waren nicht unterrepräsentiert, wie Vergleiche mit Stichproben aus nationalen Untersuchungen zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch ist bei der Interpretation der statistischen Kontrolle Vorsicht angebracht:&lt;br /&gt;
* eine bestimmte Gruppe von Studenten berichtete durchaus von schweren Verletzungen durch den Kindesmissbrauch&lt;br /&gt;
* verschiedene Symptome standen durchaus in signifikanter Beziehung mit Kindesmissbrauch - auch nach der statistischen Kontrolle durch die Familiensituation&lt;br /&gt;
* Im Falle nicht-einvernehmlichen sexuellen Kontakts berichteten auch männliche Opfer über psychische Symptome.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Einschränkungen muss gesagt werden: die Behauptung, Kindesmissbrauch produziere im allgemeinen schweren psychischen Schaden, ist nicht gerechtfertigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Studie von Eckenrode et al (1993) wurde festgestellt: „Sie fanden, dass die Art des Missbrauchs, die am stärksten mit psychischen Problemen korrelierten, körperlicher Missbrauch, Vernachlässigigung und sprachlicher Missbrauch war. In den ersten 10 schlimmsten Kombinationen kommt der verbale Missbrauch 7mal vor, physische Vernachlässigung 6mal, physischer Missbrauch und emotionale Vernachlässigung 5mal, wogegen Kindesmissbrauch  nur einmal erschien.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Moderatorvariablen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Multiple Regression zeigte, dass das Verhältnis Kindesmissbrauch und psychischen Symptomen sich unterschied durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Geschlecht&lt;br /&gt;
# Grad der Einvernehmlichkeit&lt;br /&gt;
# und der Interaktion dieser beiden Faktoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hingegen hatte die Art des sexuellen Kontakts keine Auswirkungen; auch bei intensivem sexuellen Kontakt ergaben sich keine andere Auswirkungen als ohne Kontakt. Dass Geschlechtsverkehr schädigt, wird auch von Finkelhor (1979) als gesellschaftliches Vorurteil angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Moderatorvariablen waren Gewaltanwendung, sobald die berichteten Reaktionen betroffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Begriff &amp;quot;Sexueller Kindesmissbrauch&amp;quot; neu bestimmt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bislang wurde in der Forschung Kindesmissbrauch so übernommen, wie sie im moralischen oder gesetzlichen Kontext definiert war. Dieses Konzept ist zu überdenken: Missbrauch kann in der Forschung nur da vorliegen, wo auch ein Schaden vorliegt. „Ein Verhalten als Missbrauch zu klassifizieren, einfach weil es man es als unmoralisch oder ungesetzlich bestimmt, ist problematisch, denn eine solche Klassifikation verwischt die wahre Natur des Verhalten und seine tatsächlichen Ursachen und Folgen.“ (p46)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren plädieren nicht dafür, den Begriff &amp;quot;Kindesmissbrauch&amp;quot; abzuschaffen, sondern ihn stärker an die wirkliche Schädigung zu binden.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Benutzer:Hannoboy&amp;diff=549</id>
		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-05T10:05:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Metastudie Rind, Bauserman, Tromovitch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1998 erschien eine Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Titel dieser Studie lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Rind, Ph.D., Robert Bauserman, Ph.D. &amp;amp; Philip Tromovitch, Ph.D. (cand.), A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, veröffentlicht in Psychological Bulletin. 124(1), 22-53. Diese Studie folgte einer weiteren Studie der Autoren vom Jahr 1997 im Journal of Sex Research, A meta-analytic review of findings from national samples on psychological correlates of child sexual abuse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Studie erreichte eine unerwartete öffentliche Aufmerksamkeit, die bis zu ihrer Verurteilung im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studie von Rind et. al 1998 ===&lt;br /&gt;
Dieser Artikel fasst die Ergebnisse der Meta-Studie zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstract der Studie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Viele Laien und Fachleute glauben, dass Kindesmissbrauch intensiven Schaden, unabhängig vom Geschlecht und verbreitet in der allgemeinen Bevölkerung, verursacht. Die Autoren untersuchten diese Annahme durch die Analyse von 59 Studien, die auf College-Stichproben beruhten. Die Metaanalyse zeigte, dass missbrauchte Studenten durchschnittlich etwas mehr psychische Probleme aufwiesen als die Kontrollgruppe. Jedoch konnte dieser Zusammenhang nicht auf den Kindesmissbrauch zurückgeführt werden, da das familiäre Umfeld eng mit dem Kindesmissbrauch verknüpft war, das letztere beträchtlich mehr Varianz der psychischen Symptomatik erklärte und die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Schwierigkeiten bei statistischer Kontrolle des familiären Umfelds nichtsignifikant wurde. Selbstberichtete Reaktionen auf Kindesmissbrauch zeigten, dass negative Effekte weder allgemein verbreitet noch intensiv waren, und dass Männer viel weniger negativ auf Kindesmissbrauch reagierten als Frauen. Die Daten der College-Stichproben waren konsistent mit nationalen Erhebungen. Grundlegende Glaubensmuster der allgemeinen Bevölkerung über Kindesmissbrauch konnten nicht unterstützt werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Qualitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Medien wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass sexueller Kindesmissbrauch (im folgenden abgekürzt als CSA) zu negativen Effekten der psychischen Anpassungsfähigkeit führt. Seligman (1994) beschreibt den sexuellen Kindesmissbrauch als &amp;quot;Vernichter der erwachsenen seelischen Gesundheit&amp;quot;, viele psychopathologischen Erscheinungen des Erwachsenenlebens wurden damit in Verbindung gebracht, vor allem das posttraumatic stress disorder sei eine solche Folgeerscheinung. 4 Vorwürfe werden vor allem erhoben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kindesmissbrauch verursacht Schäden (Kausalität)&lt;br /&gt;
- diese Schäden durchdringen die gesamte Persönlichkeit eines Missbrauchsopfers (Effektivität)&lt;br /&gt;
- diese Schäden sind intensiv (Intensität)&lt;br /&gt;
- und bei Mädchen und Jungen gleichermaßen verteilt (Geschlechtsneutralität).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des Kindesmissbrauchs ist allerdings problematisch, da er zwei Elemente miteinander vermengt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Missbrauch als Verletzung, der durch die sexuelle Aktivität selbst hervorgerufen wird&lt;br /&gt;
- Missbrauch als Verletzung einer sozialen Norm bzw eines Gesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird Kindesmissbrauch unterschiedslos als Bezeichnung etwa einer Vergewaltigung eines 5jährigen Mädchens durch ihren Vater und einer einvernehmlichen sexuellen Beziehung zwischen einem 15jährigen Jungen und einem Erwachsenen verwendet, wobei nur das erste Beispiel wirklichen Schaden verursacht. Trotz dieser terminologischen Schwächen wurde der Begriff „Kindesmissbrauch“ in dieser Studie beibehalten, weil er auch in den betrachteten Studien verwendet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexueller Kindesmissbrauch (CSA) wird von Rind et. al 1998 definiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„als sexuelle Interaktion, die entweder physischen oder keinen Kontakt impliziert (zB Exhibitionismus) zwischen einem Kind / Jugendlichen und jemandem bedeutend Älteren, oder zwischen Gleichaltrigen, die Kinder oder Jugendliche sind, sofern Zwang im Spiel ist.“ (p23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Studien ordnen dem CSA eine direkte kausale Bedeutung für psychische Probleme im Erwachsenenleben zu, allerdings argumentieren sie ins Blaue hinein und berücksichtigen Drittvariablen wie den familiären Hintergrund nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Effektivität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Effektivität (bzw Verbreitung) soll die Annahme verstanden werden, dass CSA auf die meisten Beteiligten Auswirkungen hat, d.h. universell wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Studien zeigen unterschiedliche Wirkungen von CSA. Constantine (1981) sowie Beitchman et al (1991) sprechen sogar davon, dass es keine konsistente Menge von Reaktionsmustern auf Kindesmissbrauch gibt und dass die negativen Effekte, die in manchen Studien auftauchen, darauf beruhen, dass sie aus klinischem Material gewonnen wurden (d.h. bei ambulanten oder stationären Patienten), dort aber ausschließlich Leute mit psychischen Problemen behandelt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es gibt allerdings eine Reihe von Forschern, die negative Wirkungen von CSA behaupten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. sie vermuten Korrelationen zwischen CSA und verschiedenen psychischen Symptomen&lt;br /&gt;
2. fehlen diese negativen psychische Symptome bei Opfern von Kindesmissbrauch, so vermuten sie, dass diese erst noch ausbrechen. Sie folgern daraus, dass negative Symptome immer ausbrechen müssen, auch wenn sie nicht beobachtet werden.&lt;br /&gt;
3. sie weisen nicht auf die Begrenztheit klinischer Studien hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;prettytable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Staat&lt;br /&gt;
! Sitze&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Alabama|AL]]&lt;br /&gt;
| 7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Colorado|CO]]&lt;br /&gt;
| 7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Hawaii|HI]]&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kansas|KS]]&lt;br /&gt;
| 4&lt;br /&gt;
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| [[Massachusetts|MA]]&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Montana|MT]]&lt;br /&gt;
| 1&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Benutzer:Hannoboy&amp;diff=548</id>
		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-05T09:56:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Metastudie Rind, Bauserman, Tromovitch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1998 erschien eine Meta-Studie über die psychischen Auswirkungen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Titel dieser Studie lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Rind, Ph.D., Robert Bauserman, Ph.D. &amp;amp; Philip Tromovitch, Ph.D. (cand.), A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples, veröffentlicht in Psychological Bulletin. 124(1), 22-53. Diese Studie folgte einer weiteren Studie der Autoren vom Jahr 1997 im Journal of Sex Research, A meta-analytic review of findings from national samples on psychological correlates of child sexual abuse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Studie erreichte eine unerwartete öffentliche Aufmerksamkeit, die bis zu ihrer Verurteilung im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studie von Rind et. al 1998 ===&lt;br /&gt;
Dieser Artikel fasst die Ergebnisse der Meta-Studie zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstract der Studie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Viele Laien und Fachleute glauben, dass Kindesmissbrauch intensiven Schaden, unabhängig vom Geschlecht und verbreitet in der allgemeinen Bevölkerung, verursacht. Die Autoren untersuchten diese Annahme durch die Analyse von 59 Studien, die auf College-Stichproben beruhten. Die Metaanalyse zeigte, dass missbrauchte Studenten durchschnittlich etwas mehr psychische Probleme aufwiesen als die Kontrollgruppe. Jedoch konnte dieser Zusammenhang nicht auf den Kindesmissbrauch zurückgeführt werden, da das familiäre Umfeld eng mit dem Kindesmissbrauch verknüpft war, das letztere beträchtlich mehr Varianz der psychischen Symptomatik erklärte und die Beziehung zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Schwierigkeiten bei statistischer Kontrolle des familiären Umfelds nichtsignifikant wurde. Selbstberichtete Reaktionen auf Kindesmissbrauch zeigten, dass negative Effekte weder allgemein verbreitet noch intensiv waren, und dass Männer viel weniger negativ auf Kindesmissbrauch reagierten als Frauen. Die Daten der College-Stichproben waren konsistent mit nationalen Erhebungen. Grundlegende Glaubensmuster der allgemeinen Bevölkerung über Kindesmissbrauch konnten nicht unterstützt werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Qualitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Medien wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass sexueller Kindesmissbrauch (im folgenden abgekürzt als CSA) zu negativen Effekten der psychischen Anpassungsfähigkeit führt. Seligman (1994) beschreibt den sexuellen Kindesmissbrauch als &amp;quot;Vernichter der erwachsenen seelischen Gesundheit&amp;quot;, viele psychopathologischen Erscheinungen des Erwachsenenlebens wurden damit in Verbindung gebracht, vor allem das posttraumatic stress disorder sei eine solche Folgeerscheinung. 4 Vorwürfe werden vor allem erhoben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kindesmissbrauch verursacht Schäden (Kausalität)&lt;br /&gt;
- diese Schäden durchdringen die gesamte Persönlichkeit eines Missbrauchsopfers (Effektivität)&lt;br /&gt;
- diese Schäden sind intensiv (Intensität)&lt;br /&gt;
- und bei Mädchen und Jungen gleichermaßen verteilt (Geschlechtsneutralität).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des Kindesmissbrauchs ist allerdings problematisch, da er zwei Elemente miteinander vermengt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Missbrauch als Verletzung, der durch die sexuelle Aktivität selbst hervorgerufen wird&lt;br /&gt;
- Missbrauch als Verletzung einer sozialen Norm bzw eines Gesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird Kindesmissbrauch unterschiedslos als Bezeichnung etwa einer Vergewaltigung eines 5jährigen Mädchens durch ihren Vater und einer einvernehmlichen sexuellen Beziehung zwischen einem 15jährigen Jungen und einem Erwachsenen verwendet, wobei nur das erste Beispiel wirklichen Schaden verursacht. Trotz dieser terminologischen Schwächen wurde der Begriff „Kindesmissbrauch“ in dieser Studie beibehalten, weil er auch in den betrachteten Studien verwendet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexueller Kindesmissbrauch (CSA) wird von Rind et. al 1998 definiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„als sexuelle Interaktion, die entweder physischen oder keinen Kontakt impliziert (zB Exhibitionismus) zwischen einem Kind / Jugendlichen und jemandem bedeutend Älteren, oder zwischen Gleichaltrigen, die Kinder oder Jugendliche sind, sofern Zwang im Spiel ist.“ (p23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kausalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Studien ordnen dem CSA eine direkte kausale Bedeutung für psychische Probleme im Erwachsenenleben zu, allerdings argumentieren sie ins Blaue hinein und berücksichtigen Drittvariablen wie den familiären Hintergrund nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Effektivität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Effektivität (bzw Verbreitung) soll die Annahme verstanden werden, dass CSA auf die meisten Beteiligten Auswirkungen hat, d.h. universell wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Studien zeigen unterschiedliche Wirkungen von CSA. Constantine (1981) sowie Beitchman et al (1991) sprechen sogar davon, dass es keine konsistente Menge von Reaktionsmustern auf Kindesmissbrauch gibt und dass die negativen Effekte, die in manchen Studien auftauchen, darauf beruhen, dass sie aus klinischem Material gewonnen wurden (d.h. bei ambulanten oder stationären Patienten), dort aber ausschließlich Leute mit psychischen Problemen behandelt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es gibt allerdings eine Reihe von Forschern, die negative Wirkungen von CSA behaupten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. sie vermuten Korrelationen zwischen CSA und verschiedenen psychischen Symptomen&lt;br /&gt;
2. fehlen diese negativen psychische Symptome bei Opfern von Kindesmissbrauch, so vermuten sie, dass diese erst noch ausbrechen. Sie folgern daraus, dass negative Symptome immer ausbrechen müssen, auch wenn sie nicht beobachtet werden.&lt;br /&gt;
3. sie weisen nicht auf die Begrenztheit klinischer Studien hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Intensität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Studien, die nahezu keine psychischen Unterschiede zwischen Menschen mit CSA-Erfahrung und ohne feststellen, andere sehen keine negativen Effekte in nicht-klinischen Populationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschlechtsverteilung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Studien wurde festgestellt, dass Mädchen eher negativ reagieren als Jungen, die wiederum neutrale oder positive Einstellungen zu ihrem sexuellen Missbrauch äußern. Andere Studien sprechen von gleichen Wirkungen bei beiden Geschlechtern und nennen die These, dass Jungen weniger stark beeinträchtigt sind, einen Mythos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zusammenfassung der qualitativen Analyse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich auch eine statistische Verzerrung der vorliegenden Samples:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. qualitative Literaturüberblicke basierten bislang meist auf klinischen oder kriminologischen Studien, die jedoch für die Gesamtheit der Menschen mit einer Kindesmissbrauch-Erfahrung nicht repräsentativ sind&lt;br /&gt;
2. In einer Studie von Okami (1991), in der verschiedene Populationen (klinische und nicht-klinische) betrachtet wurden, konnte gezeigt werden, dass diejenigen Personen, die negativ auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung reagierten, vor allem dann auch psychische Verhaltensauffälligkeiten aufwiesen, sofern sie auch in klinischer Behandlung waren. Dieses Ergebnis führt im Endeffekt zu sehr starken statistischen Verzerrungen, sobald nur klinische Studien herangezogen werden.&lt;br /&gt;
3. Klinische Patienten suchen nach Ursachen, die ihre seelischen Probleme erklären können, und attribuieren sie mit Vorliebe auf ihre Kindesmissbrauch-Erfahrung, darin werden sie unterstützt von Therapeuten, die ebenfalls im Kindesmissbrauch die Ursache seelischen Leids sehen und dadurch ihre Erwartungen an die Patienten weitergeben.&lt;br /&gt;
4. Eine qualitative Metaanalyse ist sehr anfällig für subjektive Wertungen und daher mit Vorsicht zu genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quantitative Literaturübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Studie von Jumper (1995)&lt;br /&gt;
26 veröffentlichte Studien mit 30 Stichproben wurden untersucht. Es wurden einzelne psychische Symptome in ihrer Beziehung auf den Kindesmissbrauch getestet und ein Pearsonscher Korrelationskoeffizient r von .27 gefunden. Dieser Wert war bei kommunalen und klinischen Studien ähnlich, bei Studentensamples jedoch nichtsignifikant (r=.09). Zwischen Selbstwertgefühl und Kindesmissbrauch ergab sich bei klinischen und kommunalen Stichproben ein r=.34, bei Studenten jedoch -.02; ersterer signifikant, letzterer nichtsignifikant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Studie von Neumann et al (1996)&lt;br /&gt;
38 Studien wurden herangezogen mit ausschließlich weiblicher Population, zur Hälfte klinische Stichproben. Sie maßen eine Effektgröße (Cohen&#039;s d) von d=.37; nimmt man Pearson&#039;s r, ergab sich r=.14 - eine kleinerer Effekt als in der Studie von Jumper. Bei den klinischen Studien ergab sich r=.19, den nichtklinischen r=.12. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Studie von Rind und Tromovitch (1997)&lt;br /&gt;
Es wurden 7 männliche und 7 weibliche landesweite Zufallsstichproben verschiedener westlicher Länder verglichen. Der Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und Verhaltensparameter war bei Männern r=.07 und bei Frauen r.=10; dagegen ergaben sich weitaus stärkere Zusammenhänge zu subjektiven Effekten des Kindesmissbrauchs nach Selbsteinschätzung. Verschiedene Dritt-Variablen wie emotionale Vernachlässigung oder körperlicher Missbrauch wurden hierbei jedoch nicht kontrolliert, was eine Interpretation erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundauszählungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der vorliegenden Metaanalyse wurden College-Stichproben verwendet, da sie die meisten nichtklinischen Daten zur Verfügung stellen, außerdem Daten über Drittvariablen liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag Kritik an College-Stichproben geben:&lt;br /&gt;
Die Befragten sind zu jung, um Symptome zu entwickeln, und die Befragten haben mehr Möglichkeiten, mit Symptomen fertig zu werden (weil akademisch gebildet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch: &lt;br /&gt;
(a) Nach Neumann et al (1996) unterschieden sich Ältere und Jüngere nicht, was Kindesmissbrauch betrifft.&lt;br /&gt;
(b) Effektstärken von College-Samples waren gleich denen der Landes-Population.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Datenmaterial===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Daten wurden erhoben zwischen 1965-1995. Kriterien: Es mussten Collegedaten enthalten sein mit CSA-Erfahrung und mit Kontrollgruppen ohne CSA-Erfahrung. Es mussten Daten vorliegen zu den verschiedenen Symptomgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methodik: Um Effektgrößen vergleichbar zu machen, wurden verschiedene Messverfahren (zB Depressionsskala) mittels Fisher&#039;s Z transformiert. Die Effektstärke wurde auf jedes einzelne Symptom berechnet, außerdem noch für jede Studie einzeln. Dann wurde einmal eine durchschnittliche Effektstärke über eine Stichprobe berechnet, zum zweiten eine Metaanalyse über die verschiedensten Stichproben zu einem Symptom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erhielt man 59 Studien, darunter 23 unveröffentlichte, mit insgesamt 70 unabhängigen Stichproben; damit konnte man 214 symptombezogene Effektstärken gewinnen. Damit standen zur Berechnung von symptonspezifischen Effektstärken 15824 Personen zur Verfügung; zur Berechnung von Intensitätsmaßen 35703 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgend einzelne psychische Symptome, statistisch gesehen Variablen, die zum Kindesmissbrauch korreliert werden konnten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 1. Alkoholprobleme&lt;br /&gt;
 2. Angst&lt;br /&gt;
 3. Depression&lt;br /&gt;
 4. Dissoziative Erfahrungen&lt;br /&gt;
 5. Essstörungen (Bullimie)&lt;br /&gt;
 6. Feindlichkeit&lt;br /&gt;
 7. Interpersonale Empfindlichkeit&lt;br /&gt;
 8. Kontrollverlust&lt;br /&gt;
 9. Besessenheitsvorstellungen&lt;br /&gt;
10. Paranoia&lt;br /&gt;
11. Phobien&lt;br /&gt;
12. Psychosen&lt;br /&gt;
13. Selbstachtung&lt;br /&gt;
14. Sexuelle Selbstachtung&lt;br /&gt;
15. Interpersonale Probleme und soziale Anpassung&lt;br /&gt;
16. Somatische Beschwerden&lt;br /&gt;
17. Selbstmordabsichten&lt;br /&gt;
18. Allgemeines Wohlbefinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die herangezogenen Studien definieren Kindesmissbrauch sehr unterschiedlich: die meisten gingen von einer erheblichen Altersdifferenz (die meisten mehr als 5 Jahre Unterschied) aus. Dabei unterschieden nur wenige einvernehmlichen und nichteinvernehmlichen Sex (nur 20% der Studien taten das). Was das Alter betrifft, konzentrierten sich die meisten Studien auf ein Höchstalter von 16-17, nur 1/4 der Studien beschränkte sich auf ein Alter unter 14 Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei zeigte sich folgende Verteilung der Häufigkeit von Kindesmissbrauch (gemäß studienspezifischer Definition):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Männliche Jugendliche 14%&lt;br /&gt;
Weibliche &amp;quot;&amp;quot;          27%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Unterscheidung wurden 4 verschiedene Typen des Kindesmissbrauchs nach Grad der Intimität unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Geschlechtsteile herzeigen (Exhibitionismus)&lt;br /&gt;
2. Fummeln (Berühren, Masturbation)&lt;br /&gt;
3. Oraler Sex&lt;br /&gt;
4. Geschlechtsverkehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese 4 Typen des Kindesmissbrauch verteilen sich wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
         | 1   2   3   4&lt;br /&gt;
---------+------------------&lt;br /&gt;
weiblich | 32% 39%  3% 13%&lt;br /&gt;
männlich | 22% 51% 14% 33%&lt;br /&gt;
---------+------------------&lt;br /&gt;
gesamt   | 28% 42%  6% 17%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verteilung des Kindesmissbrauchs nach Verwandtschaftsnähe: engere vs weitere Verwandtschaft:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten    (a) &lt;br /&gt;
Weitere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten (b) &lt;br /&gt;
Engere Familie - Kindesmissbrauch Collegedaten     (c) &lt;br /&gt;
Engere Familie - Kindesmissbrauch Nationale Daten  (b)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
%           a  b     c  d&lt;br /&gt;
-------------------------&lt;br /&gt;
weiblich   37 34    20 15&lt;br /&gt;
männlich   23 13     8  4&lt;br /&gt;
-------------------------&lt;br /&gt;
kombiniert 35 26    16 11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalen Daten wurden dagegengehalten, um die statistische Güte der benutzten Studien einzuschätzen; es zeigt sich, dass die Studien einen leicht höheren Anteil von Kindesmissbrauch offenbarten als die nationalen Statistiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über alle Studien hinweg fand sich zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Störungen eine schwache allgemeine Effektstärke von r = .09, die jedoch signifikant von 0 verschieden war. Dieser Wert bedeutet aber auch, dass Kindesmissbrauch für weniger als 1% der Varianz der psychischen Störungen zuständig ist. Die Autoren schreiben hierzu: &amp;quot;Die geringe unverzerrte Effektstärke besagt, dass in der College-Population die Größe des Zusammenhangs zwischen Kindesmissbrauch und psychischen Anpassung gering ist, was der Annahme widerspricht, dass Kindesmissbrauch typischerweise mit hohem Schaden verknüpft ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse im einzelnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzel-Symptom                   Effektstärke r&lt;br /&gt;
------------------------------------------------&lt;br /&gt;
Alkoholprobleme                  .07&lt;br /&gt;
Angst                            .13&lt;br /&gt;
Depression                       .12&lt;br /&gt;
Dissoziative Erfahrungen         .09&lt;br /&gt;
Essstörungen (Bullimie)          .06&lt;br /&gt;
Feindlichkeit                    .11&lt;br /&gt;
Interpersonale Empfindlichkeit   .10&lt;br /&gt;
Kontrollverlust                  .04&lt;br /&gt;
Besessenheitsvorstellungen       .10&lt;br /&gt;
Paranoia                         .11&lt;br /&gt;
Phobien                          .12&lt;br /&gt;
Psychosen                        .11&lt;br /&gt;
Selbstachtung                    .04&lt;br /&gt;
Sexuelle Anpassungsfähigkeit     .09&lt;br /&gt;
Soziale Anpassungsfähigkeit      .07&lt;br /&gt;
Somatische Beschwerden           .09&lt;br /&gt;
Selbstmordabsichten              .09&lt;br /&gt;
Allgemeines Wohlbefinden         .12&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Effektstärken (außer Kotrollverlust) sind auf dem 5%-Niveau signifikant, jedoch erklärt Kindesmissbrauch kaum mehr als 1% der Varianz innerhalb eines bestimmten psychischen Verhaltensbereichs. Zur Veranschaulichung: Etwa die Häufigkeit, dass ein Student an Paranoia leidet, wird zu 0.11^2 = 1.2% durch CSA-Erfahrungen &amp;quot;erklärt&amp;quot;.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.boywiki.org/de/index.php?title=Friedrich_Kr%C3%B6hnke&amp;diff=506</id>
		<title>Friedrich Kröhnke</title>
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		<updated>2009-02-04T18:33:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Friedrich Kröhnke&#039;&#039;&#039; (* 12. März 1956 in Darmstadt) ist ein freier Schriftsteller und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
===Darmstadt===&lt;br /&gt;
Friedrich Kröhnke wuchs zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl und zwei weiteren Geschwistern in Darmstadt auf. Der Vater stammt aus Ostpreußen und arbeitete als Chemiker bei der pharmazeutischen Firma Merck, die Mutter stammt aus Böhmen und verfasste als Margarete Kubelka vor allem Kinderbücher. Kröhnke besuchte von 1966-1972 das renommierte Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt. Während dieser Zeit trat er in die SPD ein. Wegen politischer Umtriebe wurde er 1972 zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl der Schule verwiesen, so dass Kröhnke bis zum Abitur 1975 seine Ausbildung im Alten Kurfürstlichen Gymnasium Bensheim fortsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bochum / Köln===&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur wechselte er nach Bochum, um dort für eine trotzkistische Splittergruppe, der Gruppe Internationale Arbeiterkorrespondenz, aktiv zu werden. Kurz darauf schrieb er sich an der Ruhr-Universität Bochum zum Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte ein. Zwei Jahre später wechselte er nach Köln, um dort 1981 bei Karl Otto Conrady zum Dr. phil. zu promovieren. Die Dissertation wurde unter dem Titel „Jungen in schlechter Gesellschaft“ veröffentlicht. Es schloss sich eine zweijährige Referendarzeit in Düsseldorf und Zweites Staatsexamen an (1982-1984). Gleichzeitig gründete er mit seinen Brüdern die Literaturzeitschrift &#039;&#039;Wanderbühne&#039;&#039; in Frankfurt, die insgesamt 6 Ausgaben erreichte (1981-1983), in finanzieller Hinsicht jedoch ein Misserfolg war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit nahm er auch eine Lehrtätigkeit an den Schulen des deutschen Buchhandels in Frankfurt auf, die er jedoch abbrach, um zu reisen. Ab 1986 lebte er wieder in Köln, wo er 2 Jahre lang als wissenschaftlicher Angestellter des Kölner Stadtarchivs arbeitete. Seit dieser Zeit etwa begannen verschiedene Liebesbeziehungen zu männlichen Jugendlichen und seine literarische Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berlin===&lt;br /&gt;
Ende der 80er Jahre zog Kröhnke nach Berlin um, unterbrochen von etlichen Aufenthalten in Asien, Nahost, Osteuropa und Stipendien in Nord- und Süddeutschland. Heute lebt er in Berlin als freier Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kröhnkes Erzählungen kreisen um die Themenbereiche [[Päderastie]] und der Aufarbeitung linker Politik nach 1968 - mit eindeutigem Vorrang der päderastischen Liebe. Diese beiden Motive werden schon in der frühen autobiographischen Erzählung &#039;&#039;Zweiundsiebzig. Das Jahr, in dem ich sechzehn wurde&#039;&#039; und den [[Pasolini]]-Essays sichtbar, dann tritt die politische Thematik immer weiter zurück. Die ausführlichste Auseinandersetzung hiermit findet in der Erzählung &#039;&#039;Kleymann und Bellarmin&#039;&#039; (1986) statt, darauf wird ebenso im Roman &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039; (1999) Bezug genommen: Die Jahre der politischen Arbeit für die trotzkistische IAK haben nicht nur zur Erstarrung des Denkens geführt, sondern auch zur Erstarrung der Gefühle. Die Ebene des Gefühls wird bei Kröhnke dreifach angesprochen: in erster Linie durch die häufig wechselnden Beziehungen des Autors zu männlichen Jugendlichen, in zweiter Linie durch wesentlich stabilere Beziehungen zu gleichaltrigen Frauen, und immer wieder - ironisch gebrochen - durch neurotische Kuscheltiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der päderastische Handlungsstrang durchzieht alle Erzählungen; allerdings schillert er bei Kröhnke in einem Dreieck von Einsamkeit und unerfüllter Sehnsucht am Bahnhofsstrich zum einen, gelungenen Liebesbeziehungen zu Jugendlichen zum anderen, aber auch von hedonistischem Überschwang vor allem während der Reisen in Asien, Nahost oder Osteuropa. Dieses Dreieck wird insbesondere im magnum opus, &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039;, mannigfaltig beleuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren treten eine (immer noch ironisch interpretierbare) Verbitterung des Alternden sowie eine verstärkte Auseinandersetzung mit Religion stärker in den Vordergrund. Im Roman &#039;&#039;Samoa&#039;&#039; (2006) heißt es zu Kröhnkes Alter Ego Pirna: &amp;quot;Man wird es bereits gemerkt haben, dass ich Pirna gewissermaßen für einen religiösen Menschen halte oder für einen, der zunehmend in die Richtung religiöser Fragen oder gleichsam spiritueller Erlebnisse vordringt.&amp;quot; (&#039;&#039;Samoa&#039;&#039;, S.150)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jungen in schlechter Gesellschaft. Zum Bild der Jugendlichen in deutscher Literatur 1900-1933&#039;&#039;, Bouvier Verlag, Bonn 1981, ISBN 3-416-01654-8&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Propaganda für Klaus Mann&#039;&#039;, Materialis-Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-88535-035-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Eigene: ein Blatt für männliche Kultur; ein Querschnitt durch die erste Homosexuellenzeitschrift der Welt&#039;&#039;, Foerster Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-922257-31-3, 3-922257-32-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pasolini-Essays&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1982, ISBN 3-922611-21-4&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gennariello könnte ein Mädchen sein, Essays über Pasolini&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1983, ISBN 3-88535-077-7&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gorki-Kolonie, Nachtstücke : Erzählung&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1983, ISBN 3-922611-46-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nambla&#039;&#039;, Frühlings Erwachen, Kiel 1985, ISBN 3-925393-00-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ratten-Roman&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1986, ISBN 3-921495-83-0&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweiundsiebzig&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1987, ISBN 3-88535-105-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Knabenkönig mit halber Stelle&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1988, ISBN 3-921495-87-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leporello&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1989, ISBN 3-921495-47-4 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was gibt es heut bei der Polizei?&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-250-10109-5 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Grundeis - Ein Fall&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1990, ISBN 3-250-10143-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;P 14&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-250-10180-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dieser Berliner Sommer - Erzählungen.&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1994, ISBN 3-86149-022-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aqualand&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-250-10289-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Atterseekrankheit&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-250-60017-2&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zwillinge&#039;&#039;, Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1999 (zusammen mit seinem Bruder Karl), ISBN 3-458-33997-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Murnau - Eine Fahrt&#039;&#039;, Rimbaud Verlag, Aachen 2001, ISBN 3-89086-722-7 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ciao Vaschek&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-250-60062-8 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Samoa oder Ein Mann von fünfzig Jahren&#039;&#039;, Rimbaud Verlag, Aachen 2006, ISBN 3-89086-608-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wie in schönen Filmen&#039;&#039;. Ammann Verlag, Zürich 2007. ISBN 978-3-250-60114-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität in der Literatur|Kroehnke, Friedrich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-04T18:32:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Die Seite wurde geleert.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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	<entry>
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		<title>Friedrich Kröhnke</title>
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		<updated>2009-02-04T18:32:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Die Seite wurde neu angelegt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedrich Kröhnke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* 12. März 1956 in Darmstadt) ist ein freier Schriftsteller und Essayist.  == Leben == ===Darmstadt=== Friedrich Kröhnke wuchs zusammen mit ...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Friedrich Kröhnke&#039;&#039;&#039; (* 12. März 1956 in Darmstadt) ist ein freier Schriftsteller und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
===Darmstadt===&lt;br /&gt;
Friedrich Kröhnke wuchs zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl und zwei weiteren Geschwistern in Darmstadt auf. Der Vater stammt aus Ostpreußen und arbeitete als Chemiker bei der pharmazeutischen Firma Merck, die Mutter stammt aus Böhmen und verfasste als Margarete Kubelka vor allem Kinderbücher. Kröhnke besuchte von 1966-1972 das renommierte Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt. Während dieser Zeit trat er in die SPD ein. Wegen politischer Umtriebe wurde er 1972 zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl der Schule verwiesen, so dass Kröhnke bis zum Abitur 1975 seine Ausbildung im Alten Kurfürstlichen Gymnasium Bensheim fortsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bochum / Köln===&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur wechselte er nach Bochum, um dort für eine trotzkistische Splittergruppe, der Gruppe Internationale Arbeiterkorrespondenz, aktiv zu werden. Kurz darauf schrieb er sich an der Ruhr-Universität Bochum zum Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte ein. Zwei Jahre später wechselte er nach Köln, um dort 1981 bei Karl Otto Conrady zum Dr. phil. zu promovieren. Die Dissertation wurde unter dem Titel „Jungen in schlechter Gesellschaft“ veröffentlicht. Es schloss sich eine zweijährige Referendarzeit in Düsseldorf und Zweites Staatsexamen an (1982-1984). Gleichzeitig gründete er mit seinen Brüdern die Literaturzeitschrift &#039;&#039;Wanderbühne&#039;&#039; in Frankfurt, die insgesamt 6 Ausgaben erreichte (1981-1983), in finanzieller Hinsicht jedoch ein Misserfolg war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit nahm er auch eine Lehrtätigkeit an den Schulen des deutschen Buchhandels in Frankfurt auf, die er jedoch abbrach, um zu reisen. Ab 1986 lebte er wieder in Köln, wo er 2 Jahre lang als wissenschaftlicher Angestellter des Kölner Stadtarchivs arbeitete. Seit dieser Zeit etwa begannen verschiedene Liebesbeziehungen zu männlichen Jugendlichen und seine literarische Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berlin===&lt;br /&gt;
Ende der 80er Jahre zog Kröhnke nach Berlin um, unterbrochen von etlichen Aufenthalten in Asien, Nahost, Osteuropa und Stipendien in Nord- und Süddeutschland. Heute lebt er in Berlin als freier Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kröhnkes Erzählungen kreisen um die Themenbereiche [[Päderastie]] und der Aufarbeitung linker Politik nach 1968 - mit eindeutigem Vorrang der päderastischen Liebe. Diese beiden Motive werden schon in der frühen autobiographischen Erzählung &#039;&#039;Zweiundsiebzig. Das Jahr, in dem ich sechzehn wurde&#039;&#039; und den [[Pasolini]]-Essays sichtbar, dann tritt die politische Thematik immer weiter zurück. Die ausführlichste Auseinandersetzung hiermit findet in der Erzählung &#039;&#039;Kleymann und Bellarmin&#039;&#039; (1986) statt, darauf wird ebenso im Roman &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039; (1999) Bezug genommen: Die Jahre der politischen Arbeit für die trotzkistische IAK haben nicht nur zur Erstarrung des Denkens geführt, sondern auch zur Erstarrung der Gefühle. Die Ebene des Gefühls wird bei Kröhnke dreifach angesprochen: in erster Linie durch die häufig wechselnden Beziehungen des Autors zu männlichen Jugendlichen, in zweiter Linie durch wesentlich stabilere Beziehungen zu gleichaltrigen Frauen, und immer wieder - ironisch gebrochen - durch neurotische Kuscheltiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der päderastische Handlungsstrang durchzieht alle Erzählungen; allerdings schillert er bei Kröhnke in einem Dreieck von Einsamkeit und unerfüllter Sehnsucht am Bahnhofsstrich zum einen, gelungenen Liebesbeziehungen zu Jugendlichen zum anderen, aber auch von hedonistischem Überschwang vor allem während der Reisen in Asien, Nahost oder Osteuropa. Dieses Dreieck wird insbesondere im magnum opus, &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039;, mannigfaltig beleuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren treten eine (immer noch ironisch interpretierbare) Verbitterung des Alternden sowie eine verstärkte Auseinandersetzung mit Religion stärker in den Vordergrund. Im Roman &#039;&#039;Samoa&#039;&#039; (2006) heißt es zu Kröhnkes Alter Ego Pirna: &amp;quot;Man wird es bereits gemerkt haben, dass ich Pirna gewissermaßen für einen religiösen Menschen halte oder für einen, der zunehmend in die Richtung religiöser Fragen oder gleichsam spiritueller Erlebnisse vordringt.&amp;quot; (&#039;&#039;Samoa&#039;&#039;, S.150)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jungen in schlechter Gesellschaft. Zum Bild der Jugendlichen in deutscher Literatur 1900-1933&#039;&#039;, Bouvier Verlag, Bonn 1981, ISBN 3-416-01654-8&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Propaganda für Klaus Mann&#039;&#039;, Materialis-Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-88535-035-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Eigene: ein Blatt für männliche Kultur; ein Querschnitt durch die erste Homosexuellenzeitschrift der Welt&#039;&#039;, Foerster Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-922257-31-3, 3-922257-32-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pasolini-Essays&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1982, ISBN 3-922611-21-4&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gennariello könnte ein Mädchen sein, Essays über Pasolini&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1983, ISBN 3-88535-077-7&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gorki-Kolonie, Nachtstücke : Erzählung&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1983, ISBN 3-922611-46-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nambla&#039;&#039;, Frühlings Erwachen, Kiel 1985, ISBN 3-925393-00-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ratten-Roman&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1986, ISBN 3-921495-83-0&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweiundsiebzig&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1987, ISBN 3-88535-105-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Knabenkönig mit halber Stelle&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1988, ISBN 3-921495-87-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leporello&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1989, ISBN 3-921495-47-4 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was gibt es heut bei der Polizei?&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-250-10109-5 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Grundeis - Ein Fall&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1990, ISBN 3-250-10143-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;P 14&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-250-10180-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dieser Berliner Sommer - Erzählungen.&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1994, ISBN 3-86149-022-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aqualand&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-250-10289-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Atterseekrankheit&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-250-60017-2&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zwillinge&#039;&#039;, Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1999 (zusammen mit seinem Bruder Karl), ISBN 3-458-33997-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Murnau - Eine Fahrt&#039;&#039;, [[Rimbaud Verlag]], Aachen 2001, ISBN 3-89086-722-7 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ciao Vaschek&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-250-60062-8 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Samoa oder Ein Mann von fünfzig Jahren&#039;&#039;, [[Rimbaud Verlag]], Aachen 2006, ISBN 3-89086-608-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wie in schönen Filmen&#039;&#039;. Ammann Verlag, Zürich 2007. ISBN 978-3-250-60114-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität in der Literatur|Kroehnke, Friedrich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-04T08:31:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Friedrich Kröhnke&#039;&#039;&#039; (* 12. März 1956 in Darmstadt) ist ein freier Schriftsteller und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
===Darmstadt===&lt;br /&gt;
Friedrich Kröhnke wuchs zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl und zwei weiteren Geschwistern in Darmstadt auf. Der Vater stammt aus Ostpreußen und arbeitete als Chemiker bei der pharmazeutischen Firma Merck, die Mutter stammt aus Böhmen und verfasste als Margarete Kubelka vor allem Kinderbücher. Kröhnke besuchte von 1966-1972 das renommierte Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt. Während dieser Zeit trat er in die SPD ein. Wegen politischer Umtriebe wurde er 1972 zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl der Schule verwiesen, so dass Kröhnke bis zum Abitur 1975 seine Ausbildung im Alten Kurfürstlichen Gymnasium Bensheim fortsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bochum / Köln===&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur wechselte er nach Bochum, um dort für eine trotzkistische Splittergruppe, der Gruppe Internationale Arbeiterkorrespondenz, aktiv zu werden. Kurz darauf schrieb er sich an der Ruhr-Universität Bochum zum Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte ein. Zwei Jahre später wechselte er nach Köln, um dort 1981 bei Karl Otto Conrady zum Dr. phil. zu promovieren. Die Dissertation wurde unter dem Titel „Jungen in schlechter Gesellschaft“ veröffentlicht. Es schloss sich eine zweijährige Referendarzeit in Düsseldorf und Zweites Staatsexamen an (1982-1984). Gleichzeitig gründete er mit seinen Brüdern die Literaturzeitschrift &#039;&#039;Wanderbühne&#039;&#039; in Frankfurt, die insgesamt 6 Ausgaben erreichte (1981-1983), in finanzieller Hinsicht jedoch ein Misserfolg war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit nahm er auch eine Lehrtätigkeit an den Schulen des deutschen Buchhandels in Frankfurt auf, die er jedoch abbrach, um zu reisen. Ab 1986 lebte er wieder in Köln, wo er 2 Jahre lang als wissenschaftlicher Angestellter des Kölner Stadtarchivs arbeitete. Seit dieser Zeit etwa begannen verschiedene Liebesbeziehungen zu männlichen Jugendlichen und seine literarische Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berlin===&lt;br /&gt;
Ende der 80er Jahre zog Kröhnke nach Berlin um, unterbrochen von etlichen Aufenthalten in Asien, Nahost, Osteuropa und Stipendien in Nord- und Süddeutschland. Heute lebt er in Berlin als freier Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kröhnkes Erzählungen kreisen um die Themenbereiche [[Päderastie]] und der Aufarbeitung linker Politik nach 1968 - mit eindeutigem Vorrang der päderastischen Liebe. Diese beiden Motive werden schon in der frühen autobiographischen Erzählung &#039;&#039;Zweiundsiebzig. Das Jahr, in dem ich sechzehn wurde&#039;&#039; und den [[Pasolini]]-Essays sichtbar, dann tritt die politische Thematik immer weiter zurück. Die ausführlichste Auseinandersetzung hiermit findet in der Erzählung &#039;&#039;Kleymann und Bellarmin&#039;&#039; (1986) statt, darauf wird ebenso im Roman &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039; (1999) Bezug genommen: Die Jahre der politischen Arbeit für die trotzkistische IAK haben nicht nur zur Erstarrung des Denkens geführt, sondern auch zur Erstarrung der Gefühle. Die Ebene des Gefühls wird bei Kröhnke dreifach angesprochen: in erster Linie durch die häufig wechselnden Beziehungen des Autors zu männlichen Jugendlichen, in zweiter Linie durch wesentlich stabilere Beziehungen zu gleichaltrigen Frauen, und immer wieder - ironisch gebrochen - durch neurotische Kuscheltiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der päderastische Handlungsstrang durchzieht alle Erzählungen; allerdings schillert er bei Kröhnke in einem Dreieck von Einsamkeit und unerfüllter Sehnsucht am Bahnhofsstrich zum einen, gelungenen Liebesbeziehungen zu Jugendlichen zum anderen, aber auch von hedonistischem Überschwang vor allem während der Reisen in Asien, Nahost oder Osteuropa. Dieses Dreieck wird insbesondere im magnum opus, &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039;, mannigfaltig beleuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren treten eine (immer noch ironisch interpretierbare) Verbitterung des Alternden sowie eine verstärkte Auseinandersetzung mit Religion stärker in den Vordergrund. Im Roman &#039;&#039;Samoa&#039;&#039; (2006) heißt es zu Kröhnkes Alter Ego Pirna: &amp;quot;Man wird es bereits gemerkt haben, dass ich Pirna gewissermaßen für einen religiösen Menschen halte oder für einen, der zunehmend in die Richtung religiöser Fragen oder gleichsam spiritueller Erlebnisse vordringt.&amp;quot; (&#039;&#039;Samoa&#039;&#039;, S.150)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jungen in schlechter Gesellschaft. Zum Bild der Jugendlichen in deutscher Literatur 1900-1933&#039;&#039;, Bouvier Verlag, Bonn 1981, ISBN 3-416-01654-8&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Propaganda für Klaus Mann&#039;&#039;, Materialis-Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-88535-035-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Eigene: ein Blatt für männliche Kultur; ein Querschnitt durch die erste Homosexuellenzeitschrift der Welt&#039;&#039;, Foerster Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-922257-31-3, 3-922257-32-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pasolini-Essays&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1982, ISBN 3-922611-21-4&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gennariello könnte ein Mädchen sein, Essays über Pasolini&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1983, ISBN 3-88535-077-7&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gorki-Kolonie, Nachtstücke : Erzählung&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1983, ISBN 3-922611-46-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nambla&#039;&#039;, Frühlings Erwachen, Kiel 1985, ISBN 3-925393-00-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ratten-Roman&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1986, ISBN 3-921495-83-0&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweiundsiebzig&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1987, ISBN 3-88535-105-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Knabenkönig mit halber Stelle&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1988, ISBN 3-921495-87-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leporello&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1989, ISBN 3-921495-47-4 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was gibt es heut bei der Polizei?&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-250-10109-5 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Grundeis - Ein Fall&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1990, ISBN 3-250-10143-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;P 14&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-250-10180-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dieser Berliner Sommer - Erzählungen.&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1994, ISBN 3-86149-022-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aqualand&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-250-10289-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Atterseekrankheit&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-250-60017-2&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zwillinge&#039;&#039;, Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1999 (zusammen mit seinem Bruder Karl), ISBN 3-458-33997-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Murnau - Eine Fahrt&#039;&#039;, [[Rimbaud Verlag]], Aachen 2001, ISBN 3-89086-722-7 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ciao Vaschek&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-250-60062-8 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Samoa oder Ein Mann von fünfzig Jahren&#039;&#039;, [[Rimbaud Verlag]], Aachen 2006, ISBN 3-89086-608-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wie in schönen Filmen&#039;&#039;. Ammann Verlag, Zürich 2007. ISBN 978-3-250-60114-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität in der Literatur|Kroehnke, Friedrich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<updated>2009-02-04T08:21:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Friedrich Kröhnke&#039;&#039;&#039; (* 12. März 1956 in Darmstadt) ist ein freier Schriftsteller und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
===Darmstadt===&lt;br /&gt;
Friedrich Kröhnke wuchs zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl und zwei weiteren Geschwistern in Darmstadt auf. Der Vater stammt aus Ostpreußen und arbeitete als Chemiker bei der pharmazeutischen Firma Merck, die Mutter stammt aus Böhmen und verfasste als Margarete Kubelka vor allem Kinderbücher. Kröhnke besuchte von 1966-1972 das renommierte Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt. Während dieser Zeit trat er in die [[SPD]] ein. Wegen politischer Umtriebe wurde er 1972 zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl der Schule verwiesen, so dass Kröhnke bis zum Abitur 1975 seine Ausbildung im Alten Kurfürstlichen Gymnasium Bensheim fortsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bochum / Köln===&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur wechselte er nach Bochum, um dort für eine trotzkistische Splittergruppe, der Gruppe Internationale Arbeiterkorrespondenz, aktiv zu werden. Kurz darauf schrieb er sich an der Ruhr-Universität Bochum zum Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte ein. Zwei Jahre später wechselte er nach Köln, um dort 1981 bei Karl Otto Conrady zum Dr. phil. zu promovieren. Die Dissertation wurde unter dem Titel „Jungen in schlechter Gesellschaft“ veröffentlicht. Es schloss sich eine zweijährige Referendarzeit in Düsseldorf und Zweites Staatsexamen an (1982-1984). Gleichzeitig gründete er mit seinen Brüdern die Literaturzeitschrift &#039;&#039;Wanderbühne&#039;&#039; in Frankfurt, die insgesamt 6 Ausgaben erreichte (1981-1983), in finanzieller Hinsicht jedoch ein Misserfolg war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit nahm er auch eine Lehrtätigkeit an den Schulen des deutschen Buchhandels in Frankfurt auf, die er jedoch abbrach, um zu reisen. Ab 1986 lebte er wieder in Köln, wo er 2 Jahre lang als wissenschaftlicher Angestellter des Kölner Stadtarchivs arbeitete. Seit dieser Zeit etwa begannen verschiedene Liebesbeziehungen zu männlichen Jugendlichen und seine literarische Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berlin===&lt;br /&gt;
Ende der 80er Jahre zog Kröhnke nach Berlin um, unterbrochen von etlichen Aufenthalten in Asien, Nahost, Osteuropa und Stipendien in Nord- und Süddeutschland. Heute lebt er in Berlin als freier Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kröhnkes Erzählungen kreisen um die Themenbereiche [[Päderastie]] und der Aufarbeitung linker Politik nach 1968 - mit eindeutigem Vorrang der päderastischen Liebe. Diese beiden Motive werden schon in der frühen autobiographischen Erzählung &#039;&#039;Zweiundsiebzig. Das Jahr, in dem ich sechzehn wurde&#039;&#039; und den [[Pasolini]]-Essays sichtbar, dann tritt die politische Thematik immer weiter zurück. Die ausführlichste Auseinandersetzung hiermit findet in der Erzählung &#039;&#039;Kleymann und Bellarmin&#039;&#039; (1986) statt, darauf wird ebenso im Roman &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039; (1999) Bezug genommen: Die Jahre der politischen Arbeit für die trotzkistische IAK haben nicht nur zur Erstarrung des Denkens geführt, sondern auch zur Erstarrung der Gefühle. Die Ebene des Gefühls wird bei Kröhnke dreifach angesprochen: in erster Linie durch die häufig wechselnden Beziehungen des Autors zu männlichen Jugendlichen, in zweiter Linie durch wesentlich stabilere Beziehungen zu gleichaltrigen Frauen, und immer wieder - ironisch gebrochen - durch neurotische Kuscheltiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der päderastische Handlungsstrang durchzieht alle Erzählungen; allerdings schillert er bei Kröhnke in einem Dreieck von Einsamkeit und unerfüllter Sehnsucht am Bahnhofsstrich zum einen, gelungenen Liebesbeziehungen zu Jugendlichen zum anderen, aber auch von hedonistischem Überschwang vor allem während der Reisen in Asien, Nahost oder Osteuropa. Dieses Dreieck wird insbesondere im magnum opus, &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039;, mannigfaltig beleuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren treten eine (immer noch ironisch interpretierbare) Verbitterung des Alternden sowie eine verstärkte Auseinandersetzung mit Religion stärker in den Vordergrund. Im Roman &#039;&#039;Samoa&#039;&#039; (2006) heißt es zu Kröhnkes Alter Ego Pirna: &amp;quot;Man wird es bereits gemerkt haben, dass ich Pirna gewissermaßen für einen religiösen Menschen halte oder für einen, der zunehmend in die Richtung religiöser Fragen oder gleichsam spiritueller Erlebnisse vordringt.&amp;quot; (&#039;&#039;Samoa&#039;&#039;, S.150)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jungen in schlechter Gesellschaft. Zum Bild der Jugendlichen in deutscher Literatur 1900-1933&#039;&#039;, Bouvier Verlag, Bonn 1981, ISBN 3-416-01654-8&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Propaganda für Klaus Mann&#039;&#039;, Materialis-Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-88535-035-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Eigene: ein Blatt für männliche Kultur; ein Querschnitt durch die erste Homosexuellenzeitschrift der Welt&#039;&#039;, Foerster Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-922257-31-3, 3-922257-32-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pasolini-Essays&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1982, ISBN 3-922611-21-4&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gennariello könnte ein Mädchen sein, Essays über Pasolini&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1983, ISBN 3-88535-077-7&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gorki-Kolonie, Nachtstücke : Erzählung&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1983, ISBN 3-922611-46-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nambla&#039;&#039;, Frühlings Erwachen, Kiel 1985, ISBN 3-925393-00-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ratten-Roman&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1986, ISBN 3-921495-83-0&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweiundsiebzig&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1987, ISBN 3-88535-105-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Knabenkönig mit halber Stelle&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1988, ISBN 3-921495-87-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leporello&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1989, ISBN 3-921495-47-4 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was gibt es heut bei der Polizei?&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-250-10109-5 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Grundeis - Ein Fall&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1990, ISBN 3-250-10143-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;P 14&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-250-10180-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dieser Berliner Sommer - Erzählungen.&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1994, ISBN 3-86149-022-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aqualand&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-250-10289-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Atterseekrankheit&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-250-60017-2&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zwillinge&#039;&#039;, Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1999 (zusammen mit seinem Bruder Karl), ISBN 3-458-33997-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Murnau - Eine Fahrt&#039;&#039;, [[Rimbaud Verlag]], Aachen 2001, ISBN 3-89086-722-7 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ciao Vaschek&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-250-60062-8 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Samoa oder Ein Mann von fünfzig Jahren&#039;&#039;, [[Rimbaud Verlag]], Aachen 2006, ISBN 3-89086-608-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wie in schönen Filmen&#039;&#039;. Ammann Verlag, Zürich 2007. ISBN 978-3-250-60114-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität in der Literatur|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1956|Kroehnke, Friedrich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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		<title>Benutzer:Hannoboy</title>
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		<updated>2009-02-04T08:19:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hannoboy: Die Seite wurde neu angelegt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedrich Kröhnke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* 12. März 1956 in Darmstadt) ist ein freier Schriftsteller und Essayist.  == Leben == ===Darmstadt=== Friedrich Kröhnke wuchs zusammen mit ...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Friedrich Kröhnke&#039;&#039;&#039; (* 12. März 1956 in Darmstadt) ist ein freier Schriftsteller und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
===Darmstadt===&lt;br /&gt;
Friedrich Kröhnke wuchs zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl und zwei weiteren Geschwistern in Darmstadt auf. Der Vater stammt aus Ostpreußen und arbeitete als Chemiker bei der pharmazeutischen Firma Merck, die Mutter stammt aus Böhmen und verfasste als Margarete Kubelka vor allem Kinderbücher. Kröhnke besuchte von 1966-1972 das renommierte Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt. Während dieser Zeit trat er in die [[SPD]] ein. Wegen politischer Umtriebe wurde er 1972 zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl der Schule verwiesen, so dass Kröhnke bis zum Abitur 1975 seine Ausbildung im Alten Kurfürstlichen Gymnasium Bensheim fortsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bochum / Köln===&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur wechselte er nach Bochum, um dort für eine trotzkistische Splittergruppe, der Gruppe Internationale Arbeiterkorrespondenz, aktiv zu werden. Kurz darauf schrieb er sich an der Ruhr-Universität Bochum zum Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte ein. Zwei Jahre später wechselte er nach Köln, um dort 1981 bei Karl Otto Conrady zum Dr. phil. zu promovieren. Die Dissertation wurde unter dem Titel „Jungen in schlechter Gesellschaft“ veröffentlicht. Es schloss sich eine zweijährige Referendarzeit in Düsseldorf und Zweites Staatsexamen an (1982-1984). Gleichzeitig gründete er mit seinen Brüdern die Literaturzeitschrift &#039;&#039;Wanderbühne&#039;&#039; in Frankfurt, die insgesamt 6 Ausgaben erreichte (1981-1983), in finanzieller Hinsicht jedoch ein Misserfolg war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit nahm er auch eine Lehrtätigkeit an den Schulen des deutschen Buchhandels in Frankfurt auf, die er jedoch abbrach, um zu reisen. Ab 1986 lebte er wieder in Köln, wo er 2 Jahre lang als wissenschaftlicher Angestellter des Kölner Stadtarchivs arbeitete. Seit dieser Zeit etwa begannen verschiedene Liebesbeziehungen zu männlichen Jugendlichen und seine literarische Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berlin===&lt;br /&gt;
Ende der 80er Jahre zog Kröhnke nach Berlin um, unterbrochen von etlichen Aufenthalten in Asien, Nahost, Osteuropa und Stipendien in Nord- und Süddeutschland. Heute lebt er in Berlin als freier Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kröhnkes Erzählungen kreisen um die Themenbereiche [[Päderastie]] und der Aufarbeitung linker Politik nach 1968 - mit eindeutigem Vorrang der päderastischen Liebe. Diese beiden Motive werden schon in der frühen autobiographischen Erzählung &#039;&#039;Zweiundsiebzig. Das Jahr, in dem ich sechzehn wurde&#039;&#039; und den [[Pasolini]]-Essays sichtbar, dann tritt die politische Thematik immer weiter zurück. Die ausführlichste Auseinandersetzung hiermit findet in der Erzählung &#039;&#039;Kleymann und Bellarmin&#039;&#039; (1986) statt, darauf wird ebenso im Roman &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039; (1999) Bezug genommen: Die Jahre der politischen Arbeit für die trotzkistische IAK haben nicht nur zur Erstarrung des Denkens geführt, sondern auch zur Erstarrung der Gefühle. Die Ebene des Gefühls wird bei Kröhnke dreifach angesprochen: in erster Linie durch die häufig wechselnden Beziehungen des Autors zu männlichen Jugendlichen, in zweiter Linie durch wesentlich stabilere Beziehungen zu gleichaltrigen Frauen, und immer wieder - ironisch gebrochen - durch neurotische Kuscheltiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der päderastische Handlungsstrang durchzieht alle Erzählungen; allerdings schillert er bei Kröhnke in einem Dreieck von Einsamkeit und unerfüllter Sehnsucht am Bahnhofsstrich zum einen, gelungenen Liebesbeziehungen zu Jugendlichen zum anderen, aber auch von hedonistischem Überschwang vor allem während der Reisen in Asien, Nahost oder Osteuropa. Dieses Dreieck wird insbesondere im [[magnum opus]], &#039;&#039;Atterseekrankheit&#039;&#039;, mannigfaltig beleuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren treten eine (immer noch ironisch interpretierbare) Verbitterung des Alternden sowie eine verstärkte Auseinandersetzung mit Religion stärker in den Vordergrund. Im Roman &#039;&#039;Samoa&#039;&#039; (2006) heißt es zu Kröhnkes [[Alter Ego]] Pirna: &amp;quot;Man wird es bereits gemerkt haben, dass ich Pirna gewissermaßen für einen religiösen Menschen halte oder für einen, der zunehmend in die Richtung religiöser Fragen oder gleichsam spiritueller Erlebnisse vordringt.&amp;quot; (&#039;&#039;Samoa&#039;&#039;, S.150)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jungen in schlechter Gesellschaft. Zum Bild der Jugendlichen in deutscher Literatur 1900-1933&#039;&#039;, Bouvier Verlag, Bonn 1981, ISBN 3-416-01654-8&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Propaganda für Klaus Mann&#039;&#039;, Materialis-Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-88535-035-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Eigene: ein Blatt für männliche Kultur; ein Querschnitt durch die erste Homosexuellenzeitschrift der Welt&#039;&#039;, Foerster Verlag, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-922257-31-3, 3-922257-32-1&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pasolini-Essays&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1982, ISBN 3-922611-21-4&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gennariello könnte ein Mädchen sein, Essays über Pasolini&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1983, ISBN 3-88535-077-7&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gorki-Kolonie, Nachtstücke : Erzählung&#039;&#039;, Libertäre Assoziation, Hamburg 1983, ISBN 3-922611-46-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nambla&#039;&#039;, Frühlings Erwachen, Kiel 1985, ISBN 3-925393-00-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ratten-Roman&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1986, ISBN 3-921495-83-0&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweiundsiebzig&#039;&#039;, Materialis Verlag, Frankfurt/Main 1987, ISBN 3-88535-105-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Knabenkönig mit halber Stelle&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1988, ISBN 3-921495-87-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leporello&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1989, ISBN 3-921495-47-4 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was gibt es heut bei der Polizei?&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-250-10109-5 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Grundeis - Ein Fall&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1990, ISBN 3-250-10143-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;P 14&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-250-10180-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dieser Berliner Sommer - Erzählungen.&#039;&#039;, Verlag Rosa Winkel, Berlin 1994, ISBN 3-86149-022-6&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aqualand&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-250-10289-X&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Atterseekrankheit&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-250-60017-2&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zwillinge&#039;&#039;, Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1999 (zusammen mit seinem Bruder Karl), ISBN 3-458-33997-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Murnau - Eine Fahrt&#039;&#039;, [[Rimbaud Verlag]], Aachen 2001, ISBN 3-89086-722-7 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ciao Vaschek&#039;&#039;, Ammann Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-250-60062-8 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Samoa oder Ein Mann von fünfzig Jahren&#039;&#039;, [[Rimbaud Verlag]], Aachen 2006, ISBN 3-89086-608-5&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wie in schönen Filmen&#039;&#039;. Ammann Verlag, Zürich 2007. ISBN 978-3-250-60114-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{PND|124922678}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geboren 1956|Kroehnke, Friedrich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kröhnke, Friedrich&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Schriftsteller&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=12. März 1956&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Darmstadt]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hannoboy</name></author>
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