Edelpädo

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Als Edelpädo werden manchmal pädophile Menschen in abfälliger Weise bezeichnet, die sich zwar zu Kindern hingezogen fühlen, aber dabei selbst ausdrücklich oder in den Augen anderer die sexuelle Seite übermäßig verleugnen. Sie übernehmen dabei eine Argumentation von Kinderschützern, nach der Kinder keine eigenen auf Erwachsene gerichteten sexuellen Wünsche hätten und sie die Tragweite eines sexuellen Kontaktes nicht einschätzen könnten (s. Informed consent). Jeglicher sexuell angehauchte Kontakt zu Kindern sei aus diversen Gründen schädlich und daher seien sexuelle Kontakte zu ihnen und auch jegliche sexuelle Adressierung grundsätzlich abzulehnen. In extremer Ausprägung postulieren sie idealisierte, rein platonische Freundschaften von BL zu Jungen, in welchen der jüngere Partner in den Mittelpunkt gestellt und bis hin zur Selbstaufgabe glorifiziert wird.

Die meisten Edelpädos leben ebenso wie Pädos, die aus anderen Gründen keinen Sex mit Kindern bzw. Jugendlichen haben, dennoch nicht völlig ohne sexuelle Betätigung, denn ihnen bleibt noch die Möglichkeit der Masturbation. Ob sie sich tatsächlich darauf beschränken, wird gelegentlich bezweifelt. Die Edelpädo-Tugenden könnten nur in Form einer Internet-Identität vorgeschoben werden, und die Person dahinter sich in Wirklichkeit völlig anders verhalten.

Gratifikationen

Der Edelpädo hat in Übereinstimmung mit der herrschenden Sexualmoral ein Ich-Ideal entworfen, dem er gerecht zu werden versucht. Gelingt ihm die Unterdrückung sexueller Impulse in je konkreten Situationen, dann erfährt er sich selber als edel - gegen seine Triebe. Die selbstauferlegte sexuelle Enthaltsamkeit lockt außerdem mit dem Versprechen, Ermittlungsrisiken zu minimieren und keinen Freiheitsentzug mehr befürchten zu müssen - ein unschätzbarer Vorteil, der als Motivation in den Verlautbarungen der Edelpädos aber typischerweise in den Hintergrund tritt.

Irrtümer und Gefahren

So wenig die (kognitive) Ablehnung sexueller Kontakte auf Selbsterfahrung und Einsicht beruht, so wenig entspricht die angebliche Entsexualisiertheit dem wirklichen Empfinden des Edelpädos. Eher ist sie Folge sexueller Unklarheit, die bis zur Selbstverleugnung reicht, oder von tiefempfundener Scham, die von gelegentlicher Geilheit immer neu genährt wird. Die Folge ist ein permanenter emotionaler Spannungszustand: die unterschätzte Wucht des Begehrens kann sich situativ in unkontrollierten Gefühlsausbrüchen entladen.

Um die Kultivierung und Gestaltung seines immer auch körperlichen Begehrens braucht sich der Edelpädo scheinbar gar nicht zu kümmern. Er manövriert sich selbst in eine schizoide Position, deren Leiden er als veredelnd stilisiert (Verzicht --> Sublimation). Die als mangelhaft und unvollkommen wahrgenommene "böse" Gesellschaft, auf die er sein Leiden projiziert, mag ihn in seiner edlen Haltung zwar bestätigen, auch und gerade weil sie ihm keine Anerkennung zuteil werden lässt. Auf Dauer führt die ausbleibende Anerkennung aber zur Suche nach konkreten Schuldigen, für die sich Pädos, die ihre Sexualform voll zu leben versuchen, bestens eignen. Im Extrem wird er zum Pädofeind, zumal sich in jedem konkreten Pädoleben Dissonanzen aufspüren lassen.

In verkehrter Wahrnehmung erscheint Selbstlosigkeit, die sich im Verzicht realisiert, als positiver Wert. Das befreit den Edelpädo von der Zumutung, sich Jungen gegenüber  p e r s ö n l i c h  verhalten zu müssen: sich als der zu erkennen zu geben, der er mit seinen intimen Bedürfnissen, geilen Phantasien und menschlichen Unzulänglichkeiten ist. Sein Verhältnis zum Jungen bleibt im pädagogischen stecken und reproduziert sich immer nur so: altruistisch. In seiner Aufopferung begreift er sich als Vorbild und bessere Alternative gegenüber "unvollkommenen und egoistischen Eltern" oder "schlechten Lehrern". Er begreift sich als den einzigen, der angemessen liebend, fördernd und fürsorglich mit dem Jungen umgehen kann - oder könnte, wenn die "Verhältnisse" nur nicht so mies wären. Selbstanmaßung ist die Kehrseite seiner Selbstlosigkeit.

Einschränkungen der Definition

Manche BL's können glaubhaft vermitteln, dass sie ein geringes sexuelles Interesse an Jungen haben (inwiefern BL's ohne jegliches sexuelles Interesse überhaupt die Neigung BL haben, ist unter BL's sehr umstritten). Nicht notwendigerweise lehnen sie sexuelle Kontakte anderer Pädos mit Kindern ab. In diesem Fall wäre die Bezeichnung "Edelpädo" unpassend.

Anzumerken ist auch, dass zahlreiche BL's zur Enthaltsamkeit stehen, jedoch aus anderen Argumentationsketten heraus, etwa um das Risiko einer Strafverfolgung und der damit verbundenen gewaltsamen Trennung zu verringern. Ob dies unter die Definition eines "Edelpädos" fällt, ist umstritten.

Links

Edelpädotum, Glosse im jungsforum